Beleglose Argumentation, die

Eigentlich nicht möglich, ohne Beleg, zu argumentieren. Eine Argumentation braucht Argumente, wenigstens mindestens eines. Im Moment, anders als das papierlose Büro, das nie Realität wurde, boomt die beleglose Argumentation (übrigens nicht nur im Internet). Als Bedingung dafür ist Voraussetzung, dass man etwas gehört oder aufgeschnappt hat. Das reicht. Man muss es dann im Zweifelsfall auch nicht einmal zitieren.

Der Vorteil der beleglosen Argumentation liegt auf der Hand. Man kann ihr nicht mit Argumenten widersprechen. Sondern nur mit belegloser Argumentation; oder in dem man sich erst gar nicht auf die Diskussion einlässt, sondern gleich die Geschäftsordnung anruft.


Zuerst in der Kritischen Masse vom 1. März 2016.

Nachtrag: Beispiel: Heute die Fragestunde zur Urheberrechtsreform mit etwas absurden Beiträgen seitens der FDP, der GRÜNEN, der AfD und der LINKEN.

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.