Kulturen der Fehlererzeugung

Überwachen und Strafen. Jetzt auch im Sonderangebot für alle, die es brauchen.

«Die Prominenzen des Protests sind Virtuosen der Geschäftsordnungen und formalen Prozeduren.»

Sagte Adorno einmal. Und militärisch wird das Schema so umgedeutet, dass niemand nicht keinen Fehler machen kann. Im Regelungsbedürfnis konstituiert sich der implizite Wunsch, zu strafen für den Fall der Fälle. Dann, wann man es braucht. Egal von welcher Seite. Egal in welchem Umfang.

Ausgenommen werden gesellschaftlich akzeptuierte Kavaliersdelikte (allein das Wort schon!). Aber mit der Zufälligkeit und Unzuverlässigkeit der Sanktionsgröße fühlt man sich ausgeliefert. Der Fehler selbst wird zur beliebig absoluten Größe.

Mit dem dem: DU machst immer Fehler – hat staatliche Unterdrückung wie die von Gruppen und Prominenzen das beliebigste Mittel in der Hand. Und nur deshalb wird zunächst formal gestritten, um real zu verurteilen. Bei genügender Gruppendynamik professionell und deutlichst repressiv.

 

kritische masse newsletter

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.