Aus dem Leben einer Katze – Was ist jetzt links?

Jetzt aber ruft die Katze! Wegen was auch immer: Entweder Klo schmutzig oder zu gut geputzt, Essen zu kalt, zu warm, zu grob, zu fein, oder der Hund schnarcht zu laut, zu leise, zu unrhythmisch, die Treppen werden zu häufig benutzt, in der falschen Richtung, mit den falschen Schuhen oder ohne. … Sind da draußen noch irgendwelche Intellektuelle, die keine Katze haben? Die unbedingt bei Peter Glaser einen Eintrag mit Katze benötigen. Oder die ihren Status als Intellektuelle über den Besitz einer Katze zu statuieren wünschen?

Das war mal ein Eintrag zu einer Katze, den ich für sehr treffend halte.

Ein bisschen ähnlich agiert die kulturpolitische Sprecherin der CDU, Ottilie Klein. Die ist auch Beiratsmitglied beim Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrats. Was immer sich der Deutsche Musikrat davon versprochen hat, Frau Klein ist jedenfalls schlauer als die Ermittlungsbehörden des Staates und weiß eher und besser, wie ihr Vorbild Kai W. (Regierender Bürgermeister von Berlin), dass es Linksextremisten waren, die das Stromnetz lahmgelegt haben im Süden Berlins.

Und ihre Therapie ist so populistisch wie einfältig. Es muss immer mit der vollen Härte des Rechtsstaates die Untat verfolgt werden. Und man fragt sich, tut sie es sonst nur mit halber Härte? Reicht es nicht einfach, wenn man die bestehenden Mittel des Rechtsstaates so einsetzt, wie sie gedacht sind?

ottilie klein – Suchergebnisse Facebook
ottilie klein – Suchergebnisse Facebook

Im Übrigen setzt auch der Rechtsstaat Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele ein, außer, es handelt sich um eine politische Organisation wie die AfD, wo zumindest die Legislative seltsam inaktiv ist und es nicht einmal auf die Kante bekommt, zu prüfen, ob ein Verbotsverfahren wenigstens eingeleitet werden könnte.

Auch gibt es mittlerweile ein Unbekennerschreiben derjenigen, in deren Namen diese Aktion gegen die Infrastruktur gemacht worden ist.

Diese Erklärung ist notwendig, weil unser Name in einen Zusammenhang gestellt wird den wir nicht tragen. In Veröffentlichungen, Bekennerschreiben und medialen Kurzschlüßen wird eine Kontinuität behauptet, die es nicht gibt. Unser früheres Handeln wird benutzt, um aktuelle Angriffe zu legitimiren, zu erkären oder politisch aufzuladen. Das weisen wir zurück.

Wobei man auch hier fragen kann, wie authentisch dieser Text ist. Nur sollte klar sein: In einem Medium, in dem jeder unter falscher Flagge antreten kann, bleibt es Aufgabe der Fachleute, darüber zu befinden, wer was wirklich verfasst hat und wer nicht.

Wie schnell man da also bei Klein und Wegener eine Tätergruppe gefunden hat und diese politisch einordnet, ist pure Meinungspolitik. Alle wissen doch genau, dass so ein Verhalten mit „linker“ Politik nichts zu tun hat.

Man kann das schön hören in einem Solo von Dieter Hildebrandt, das ich damals für das Musikmagazin taktlos der nmz und des Bayerischen Rundfunks aus einem langen Gespräch von Hildebrandt mit Theo Geißler im Vorfeld der Sendung über die 68er geführt hatte, zusammenschnitt. Zum Thema: Was ist links? Besonders ab Minute 4:15.

Mit dabei auch die Musiker von Embryo und Peter Michael Hamel sowie viele schöne Beiträge. Alles aus dem Studio 4 des Studiobaus des Bayerischen Rundfunks.

Zurück zu Klein und Musikrat?

Hat man bereits Informationen, was Ottilie Klein zusammen vielleicht mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Sachen Aktivrente auch für Selbständige oder Minijobber (Danke für den Hinweis an Shoko Kuroe) in Gang setzt? Nichts zu hören von Klein und Weimer. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern bedenklich.

Allein der Deutsche Kulturrat hat sich dazu bisher kritisch geäußert und von den Musikverbänden PRO MUSIK, Deutsche Jazzunion, FREO, unisono und Verband unabhängiger Musikunternehmer:innen (VUT).

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