Dass man das überhaupt diskutiert, das Interview von Daniel Günther bei Lanz oder das Video über den Mord in Minnesota, das ist doch schon das Bekloppte. Der Kulturkampf der Faschisten ist doch längst in vollem Gang. Mit Faschisten und Nazis spielt man bestenfalls Taubenschach – und wenn schon, dann eben als Katze.
So beginnt das Jahr, von dem ich annehme, dass es in Deutschland zu einem Schicksalsjahr werden könnte. Zahlreiche Bundesländer wählen ihre Parlamente neu. Der Druck gegen jede Form von Denken nimmt stetig zu. Aber wieso Schicksalsjahr? Ich habe noch die Hoffnung, dass, wenn in diesem Jahr die AfD weiterhin in keine Regierung einzieht, sie ihren Zenit an Zustimmung überschritten haben wird. Entweder klappt es dieses Jahr oder gar nicht mehr. Daher sollte für mein Gefühl – es ist ja nur ein Gefühl – die Abgrenzung und Ausgrenzung der Partei massiv durchgesetzt werden, in der Hoffnung darauf, dass deren Wähler:innen erkennen, dass mit der AfD keine Politik gestaltet (eigentlich: verunstaletet) werden kann. Womit nicht gesagt ist, dass die Partei längst politische aktiv ist und auch in ihrer Zerstörungsleistung politisch vernünftiges Handeln deutlich behindert, die Hoheit über die Setzung von Politikthemen hat sie unterdessen leider längst bekommen.
Daran wirken nicht wenige Medien, nicht nur die rechten aus dem Springerkreis. So wie gestern um 20 Uhr im Deutschlandfunk:
Präsident Trump verfolgt eine Verschärfung der Einwanderungspolitik. Im vergangenen November hatte er angekündigt, die Einwanderung aus allen Ländern, die er der Dritten Welt zuordne, dauerhaft auszusetzen.
Leider ist hier die Meldung eben nicht einfach zuende, sondern es folgt ein Satz, der für diese Verhalten eine Ursache anbietet:
Zuvor hatte ein afghanischer Staatsbürger in der Nähe des Weißen Hauses in Washington ein Mitglied der Nationalgarde erschossen.
Zuvor ist sicherlich auch ein Sack Reis umgefallen. Kann man das so unkommentiert stehen lassen, gerade so, als gäbe es einen rationalen Grund für die Änderung der Migrationspolitik?
Das ist nur ein Beispiel, wie Themen gesetzt werden und damit die Wahrnehmung des Zusammenhangs verändern, zum Gegenaufklärerischen hin. So wie oben die Jagd auf normale Bürger inklusive Mord in Minneapolis oder die Umdichtung von Gesprächen durch Auslassen des Zusammenhangs. Die Springermedien wissen, wie man erfolgreich Propaganda betreibt.
Auslassen und Hinzufügen, beides sind probate Mittel, um Kommunikation zu torpediere.

Schreibe einen Kommentar