Weimers zweite Abgesangsszene

Man könnte den Eindruck bekommen, Wolfram Weimer suche nur nach einem selbstgestellten Problem, um sich selbst aus dem Weg zu räumen. Dafür wäre der unerbittliche Kampf gegen Antisemitismus gut geeignet, egal, ob der Vorwurf nun stimmt oder nicht. Für ihn selbst stimmt es. Und für die Springer-Presse auch. Dafür lässt man auch mal fahrlässig das Grundgesetz und die Kunstfreiheit über die Klinge springen. Die BILD-Zeitung an seiner Seite, macht er sich zum Moralapostel der Gängelung.

Wie anders sonst soll man sein vehementes Vorgehen verstehen, Förderung und Darstellung von Kunst und Kultur damit zu verbinden, dass sie sich eben noch am besten selbst zensiert? Der Kampf gegen Antisemitismus lässt sich nicht durch eine Engfassung von Kunsterlaubnissen führen. Er kann nur im Vorfeld funktionieren. Da wäre viel zu tun, wenn man sich entsprechende Studien zu präfaschistischem, konkretfaschistischem, antisemitischen, ausländerfeindlichen und rassistischen Tendenzen, offen oder versteckt, betrachtet, von denen es aktuell genügende an Zahl gibt.

Und natürlich stimmt die Ottilie Klein von der propagandistischen Front der CDU mit ein. „Die Unionsabgeordnete Ottilie Klein betonte, es könne nicht sein, dass auf der mit Steuergeldern finanzierten Berlinale „Israel-Hass“ und „Hamas-Propaganda“ verbreitet werde,“ berichtet der Informationsdienst des Deutschen Bundestages aus dem Ausschuss für Kultur und Medien zu einer Sondersitzung des Berlinale-Aufsichtsrates. Wie man das verhindern soll, sagt sie dagegen nicht. Aber mit Steuergeldern wird sogar, man staunt nicht schlecht, die AfD im Bundestag und darüberhinaus finanziert. Aber das Abzustellen, könnte man ja mit entsprechenden Maßnahmen wenigstens einleiten, was – oh Wunder – eine Möglichkeit ist, die das Grundgesetz Deutschlands ausdrücklich erwähnt.

Dann wird es einmal heißen: „Weimer ging aus dem Amt, obwohl er doch nur einen Kampf gegen den Antisemitismus geführt habe. Ehrenvoll!“

kritische masse newsletter

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1998. 2023 Wiederaufnahme.

Schreibe einen Kommentar