Es ist ja nicht das erste Mal und nicht allein Berlin: Aber es sieht tatsächlich so aus, als sei eine zuverlässige Förderung von Kunst und Kultur in wesentlichen Teilen nur noch in der zweiten Jahreshälfte möglich, weil erst die Kulturverwaltungen selbst nicht wissen, was sie ausgeben können und an wen und unter welchen Maßgaben.
Förderungskaugummis
Jetzt hat das Xjazz-Festival in Berlin das Handtuch geworfen. Bisher fand es immer in der ersten Jahreshälfte statt. Wegen der Haushaltsprobleme hat man nun erwogen, es zu verschieben. Aber selbst das scheint nicht möglich, was Planungssicherheit angeht. Der Tagesspiegel berichtet ausführlich:
Das Problem sei, sagt Studnitzky, dass die Verwaltung zu lange brauche, um in der ersten Jahreshälfte mitzuteilen, unter welchen Bedingungen eine Förderung stattfinde. Wenn die Verwaltung so weit sei, seien die Planungen des Festivals notgedrungen längst abgeschlossen, sodass man oft nicht in allen Punkten regelkonform agiert habe. (…)
Angesichts des Umgangs der Kulturverwaltung mit dem Xjazz-Festival stellt sich die Frage, warum sie sich außerstande sieht, versprochene Fördermittel nicht früher als Ende Mai fließen zu lassen. Muss man befürchten, dass Kultur in der Hauptstadt nur noch in der zweiten Jahreshälfte stattfinden kann? (Tagesspiegel)

Der Schlager
Für die nmz hat Thomas Heyn seine Gedanken zum Vorentscheid beim Eurovision Song Contest zusammengetragen: Tucholsky, Adorno und der Vorentscheid zum ESC.
Der ganze ESC war ein Lehrstück der Selbsttäuschung aller daran Beteiligten und der sicher vorhandenen zahlreichen Fans. Also, Tucho, dein Nachfolger schreibt heute: „Alles am Schlager ist echt, weil es so falsch ist.“
Thomas Hein
Mit der Einschätzung der einzelnen Beiträge bin ich nicht so ganz einverstanden. Aber das macht nichts, denn am Ende dürfte jeder von uns jeweils einen anderen Blick auf das Musikalisch-Lyrisch-Performerische haben. Mich haben nur zwei Stücke mitgerissen. Dass am Ende Sarah Engels das Rennen beim Publikum gemacht hat, ist unmittelbar einsichtig, wenn man weiß, wie viele Follower:innen sie auf Instagram hat. Nämlich 1,8 Millionen. Da werden sich schon einige beteiligt haben beim Voting. Fans sind Fans!
Der Trump und das Ende der Kunst
Ebenfalls für die nmz hat sich Rainer Nonnenmann Gedanken gemacht zu der Frage, wie man künstlerisch mit einem Staatsoberhaupt umgehen kann, bei dem eine Karikatur wegen der Unschwere des Vorgangs fast unmöglich erscheint. Ausgehend von der Uraufführung von Jelineks/Neuwirths Oper Monster’s Paradise in Hamburg …: Groteske auf das Ende der Kunst
Kann man Trump karikieren? Wie satirisch muss ein Musiktheater sein, damit es die Realsatire des Chaos Clowns im Oval Office nicht bloß abbildet oder gar verharmlost? Ist eine solche Steigerung überhaupt möglich und sinnvoll?
Rainer Nonnenmann ::: Groteske auf das Ende der Kunst
Stolperstein für Paul Abraham
Das berichtet die Komische Oper Berlin auf Facebook.
Das kommt spät, aber es kommt. Und das ist bestens so.
- Abraham in der Kritischen Masse.
Fuck Trump
Der Kulturmanager, Journalist und Autor Berthold Seeliger hat in seinem letzten Rundbrief erklärt:
Ich fordere die Initiative Musik (die laut Eigenaussage „zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche für die deutsche Musikwirtschaft“) sowie die anderen Organisationen und Institutionen, die am „GERMAN HOUSE“ bei der SXSW Austin vom 12. bis 16. März 2026 beteiligt sind, auf, das „GERMAN HOUSE“ auf der diesjährigen SXSW aus politischen Gründen abzusagen. …
Es ist an der Zeit, gegen die menschenfeindliche Politik der USA unter Donald Trump Haltung zu zeigen, statt die Entwicklung des „land of the free“ hin zu Polizeistaat und Faschismus weiter zu ignorieren.
Natürlich ist ein Boykott wie die Absage des „GERMAN HOUSE“ bei der SXSW nur eine symbolische Aktion – aber eine symbolische Aktion von großem Wert. …
Auf die Gründe muss man wohl nicht im Detail eingehen. Passiert ist aber …
Reisen nach Neufascholand sind wirtschaftlich interessant. Zumindest, wenn man dann nicht die Reise ungewöhnlich verlängert durch us-amerikanische Spezialoperationen. Oder entwaige VISA erst gar nicht erteilt werden, wie jüngst Fußballern aus Jamaica.
Wie es Hans Zimmer wohl geht? Stabil!