Der Potsdamer Hammer

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Wie durch einen Zufall geschah es heute, dass ich plötzlich und gänzlich unerwartet direkt vor der Eingangstüre des Philosophicums der Universität Potsdam zu stehen kam. Es war zu, aber das Gebäude? Der Hammer. Es ist, als ob mich da ein ungeheurer Sog hineinziehen wollte. Wer also unterrichtet in Potsdam. Es ist der Christoph Menke, vom dem ich ein Buch zu lesen suchte vor gut 15 Jahren, welches ich einfach nicht kapierte. Trotz des tollen Titels: Die Souveränität der Kunst. Menke, das war einer! Damals so wie Früchtl (Mimesis), der auch so einer war oder die Thyen (Negativität). Tolle Typen der Philosophie. Und im Hintergrund der überschätzte Honneth.

(mehr …)

WeiterlesenDer Potsdamer Hammer

Abschaffung der Politik, jetzt!

  • Lesedauer:6 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Es ist schon überaus erstaunlich, für wie dumm man sich verkaufen lässt. Fast alle Entscheidungen der Politik aus den letzten zehn Jahren haben eine Erhöhung der Dummheit zur Folge gehabt. Aber das Interesse, so etwas zu verhindern ist längst nicht mehr weit ausgeprägt.

Der Vogel Sirene

In den Zeitungen liest man gerade wieder unendliche Stories über die Probleme des 8-stufigen Gymnasium, G8 genannt. Die Stundenzahlen für die Schüler schnellen noch weiter in die Höhe: Bis zu 36 Stunden Unterricht (von dem in der Regel zwar 10 Prozent sowieso ausfällt). Da fragt man sich, wer hat sich diesen Scheiß ausgedacht? Und wer ist so blöde, ihn um- und/oder durchzusetzen? Alle. Fast alle. Kann man jetzt weiterlesen oder eine andere Abrechnung komprimiert bei pepa nachlesen.

Daran anschließen soll ein doppelt kastriertes Studium mit Bachelor-Abschluss, der für gleich gar nichts taugt, weil in der Zeit einfach nichts gelernt werden kann. Und zweitens durch die fast flächendeckende Einführung von Studiengebühren in erheblichem Maße. “Robert Reich, Arbeits- und Sozialminister unter Bill Clinton, begründete seinen Rücktritt vom Ministeramt seinerzeit damit, seine Kinder seien jetzt im Studienalter. Deshalb brauche er einen Job mit besserem Einkommen.” Zit. nach Stefan Welzk, Akademikersteuer statt Studiengebühren, in: Blätter für deutschen und internationale Politik, 2/2008. Welcher Zweck damit verfolgt werden soll, ist doch klar. Eine weitere Zementierung der Spaltung in Reich und Arm nach Möglichkeit ohne jede Durchlässigkeit. Zur Ablenkung gibt es StudiVZ, das beste Bespitzelungsorgan der Nachkriegszeit – und das alles freiwillig.

Und gleichzeitig wird die Rede geschwungen von der Wissensgesellschaft, der Notwendigkeit von Bildung. Wie soll das zusammen gehen? Erziehungsfaschismus ist die Folge. Und die, die es durchsetzen wie manche andere Gesetze zum Schutze der Bürger sind nicht anders zu bezeichnen denn als neue Faschisten. Wenn die dumpfesten der Bürger sich erheben und Politik machen in Land- und Bundestagen, dann hat man dieses Resultat.

Es geht um die komplette Ausmerzung einer Menschlichkeit zwischen Menschen, dort wo der Plan die Regierung stellt.

Nehmen wir zum Beispiel den Zeitrhythmus, der erforderlich ist, um das Sprachvermögen eines Kindes, seine moralischen Urteilsbildung, seine sozialen Fähigkeiten zu entwickeln. Kein vernünftiger Mensch käme auf den Gedanken, die industriellen Zeittakte hier anzuwenden. Wo sie angewendet werden, sind Störungen im Persönlichkeitsaufbau des Menschen die prompte Folge. Oskar Negt, Arbeit und menschliche Würde, Göttingen 2001, S. 182

Denkste wieder mal. So unvernünftig kann die Bildungsplanung sein, so unvernünftig ist sie geworden, sehenden Augs und hörenden Ohrs. Der Widerstand ist ersäuft um Kommunikationsterrorismus der neuen Medien. Der totale, auf Lohn zugespitzte, Begriff von Arbeit, der keine andere Form gesellschaftlicher Arbeit akzeptieren mag, setzt sich ja leider fort in Köpfen auch von Klügeren.

Der Ochse der Metzger wurdeWarum behandelt man seine Politiker nicht endlich auch so, wie sie einen behandeln – nämlich wie Arbeitsvieh, das, wenn es nicht mehr funktioniert oder zu teuer wird, einfach in die Verbannung geschickt wird. Und zwar nicht über den Umweg von Wahlen sondern durch stetige Evaluationen ihres Volkes. Sie müssten halbjährlich oder quartalsweise über ihre Tätigkeiten berichten und deren Erfolg. Wer krank wird, fliegt. Wer nicht mindestens eine Volksfortbildung pro Monat nachweisen kann, fliegt.

Mit gleicher Münze heimzahlen ist nicht die feine englische Art. Aber die Geduld immer nur in einer Richtung aufzubringen, während man es anders herum erwartet, alles sofort und streng umzusetzen, wird erschöpft einen mit der Zeit.

Das Uri-Geller-Prinzip als Politiktheorie hat offensichtlich Erfolg: Langsam alle ermüden und auseinandertreiben, bis das Spiel ganz leicht wird und vom modernen Bürgerkrieg wie demjenigen zwischen Nichtrauchern und Rauchern, der gerade mal so viel Aktivität bindet, wie nötig wäre, um an anderer Stelle loszulegen. Eben auch so eine Kommunikationsfalle. ohne Hauen und Stechen fortgesetzt wird.
(mehr …)

WeiterlesenAbschaffung der Politik, jetzt!

Einspruchsweise

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Der alte Kapielski hat etwas feines ausklabüsert, wenn auch bei 2001 so doch nicht falsch: "Gesetze sind Keime der Willkür und Suchtmittel machtbesessener Bürokratien unwürdig gewordener Reiche", heißt es da unter dem Titel "Gedanken vom Rauchsalon". Gut, das ist vom 5. Januar 2008, aber warum auch nicht. Vor allem die Schlussfolgerung am Ende, in Klammern gesetzt, hat einiges erfasst. Eigentlich scheint mir die Zeit auch mal wieder reif für eine Art "vorauseilenden Ungehorsams"; sonst…

WeiterlesenEinspruchsweise

taktlos 119: schall und rauch

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Am letzten Sonntag wurde aus dem Studio 9 des Bayerischen Rundfunks eine neue Ausgabe von taktlos gesendet. Es ging um Schall und Rauch und über das bayerische Rauchverbot und die Zukunft des Jazz und so weiter. Um all das ging es und um Gesundheit und Nichtraucher und um heroische Zeiten im Jazz, um Hot Jazz und Kifferjagden und um die nordischen Trällertrinen auch.

Mit einem zärtlichen Beitrag meinerseits. Die Musik ist das beste daran.

[display_podcast]

(mehr …)

Weiterlesentaktlos 119: schall und rauch

And the winner is:

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Anne-Sophie Mutter. Genau. Die hat den jetzt wohl nicht mehr ganz so renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis erhalten, der den Ruf hat, der Nobelpreis der Musik zu sein. "Musik ist ja nichts anderes, als die Welt zu verändern, die Welt zusammenzubringen. Musik als Weltreligion wäre sehr wahrscheinlich die Lösung aller interkulturellen Probleme. Ja, man kann mit Musik die Welt verändern." Das sagt sie in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks. Und damit erhält sie 200.000 Euro. Das sei…

WeiterlesenAnd the winner is:

Zeitschichtenverschiebung

  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Es ist häufig so mit Personen. Erst, wenn sie aus dem Leben geschieden sind, n immt man sie sich richtig zur Brust. So, als ob das Leben ein Sperre für die Annäherung darstellt. So geschehen jetzt auch mit Karlheinz Stockhausen.

Einstmals erstand ich die Texte Band 2, den Zeitraum 1951 bis 1963 betreffend. Unter den Texten ein Bericht über eine USA-Reise Ende 1958. Die hat viele detailinteressante Aspekte, aber ein Hinweis macht mich schon richtig Erstaunen. Stockhausen zitiert eine Person, die er dort traf, einen Großfabrikanten C.L.. Der sagte über die “jungen Leute”:

In der Fabrik gibt es kein Autoritätsempfinden und keine Arbeitsmoral mehr. Die jungen Leute, die in den letzten 20 Jahren mit der Psychologie groß gezogen sind (laß jedes Kind machen, was ihm einfällt und sag ihm ja nur nichts), diese Jungen können sich im Berufsleben überhaupt nicht einordnen. Sie sind ohne Selbstdisziplin, können keine Stunde lang konzentriert arbeiten, wechseln die Arbeitsstelle, ohne ‘auf Wiedersehen’ zu sagen, und haben an nichts wirklich Freude. Karlheinz Stockhausen, Eindrücke einer Amerikareise, in: ders.: Texte, Band 2, Köln 1988, S. 231

Man macht sich ja häufig ungenaue Vorstellungen, wann wem welche Idee zuzuschreiben wäre. Wenn ich bei Stockhausen zurückrechne, komme ich auf 1938. Was da vom Großfabrikanten vorgebracht wird ist ja diese Art von “antiautoritärer Erziehung” wie sie im allgemeinen Volksglauben sich festgebissen hat, die aber nur wenig mit etwas wie Summerhill zu tun hat. Nur schreibt man hier eben nicht die Zeit der bösen 60er Jahre mit ihrem Aufbegehren an den Universitäten, sondern die 40er Jahre, die in Deutschland wegen einer gewissen Heterogenität von Erziehungsidealen kaum in einer Klarheit erforscht wurden. Zwischen den Nazi-Idealen und der Re-Education, die dann eigentlich auf diesem Motto mitfußen müsste, wäre ein problematische Spannung.

Man kann natürlich einwenden, dass dies eine spontane Beobachtung des Großfabrikanten ist. Und dass sie sehr übertrieben dargestellt wurde. Doch das fast egal. Dass so ein Phänomen 1958 (subjektiv) festgestellt wurde, macht es aus. Man würde so eine Aussage ganz einfach 1958 nicht erwarten. Jedenfalls nicht so, wie es sich in den Rückblicksdiskursen unserer Gesellschaft darstellt (und wie es beispielsweise eine Eva Herman für sich reklamieren will, ebenso wie zahlreiche Neo-Konservative – denen es übrigens sehr gut ins Konzept passen dürfte, endlich 1933 bis 1945 abschalten zu dürfen angesichts eine Neubetonung des Jahrestages der 68er Zeit. Allerdings steht nicht zu erwarten, dass diese “Aufarbeitung” ernsthaft geschehen wird. Im Gegenteil, es bietet sich die gleich zweifache Chance deutsche Vergangenheit zu entsorgen).
(mehr …)

WeiterlesenZeitschichtenverschiebung

Gäääähn

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Gähn

Aber es tut sich doch etwas.

Zum Beispiel bei Sven Scholz: Hewlett-Packard kommt mir erstmal nicht mehr ins Haus, sagt der. Und ich kann das bestens nachvollziehen.

Oder Semmel, der gibt es der SPD aber so richtig und vor allem dem Klemnet. Aber was wäre denn die Lösung? Dass sich die SPD selbst rausschmeißt. So kurz vor den Wahlen zu den Landtagen.

(mehr …)

WeiterlesenGäääähn

Der Unterschied zwischen Telemann und den Teletubbies?

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Auf einen einfachen Hinweis hin sei hier ein Appell zur Abschaffung des Musikabiturs in der jetzigen Form formuliert. So wie es in der Sendung taktlos am 13. Januar passiert ist. [display_podcast] Ich habe es leider nicht selbst einsprechen können, da im Urlaub noch gewesen. Wünsche ein schönes Wochenende allerseits.

WeiterlesenDer Unterschied zwischen Telemann und den Teletubbies?