Wahlprüfsteine der Kritischen Masse: Bündnis90/Grüne
Keine Abkürzung, dafür zu lang. Ja was denn nun: Bündnis 90 oder Grüne. Überhaupt Bündnis 90. Was soll denn das bitte sein. Strahler 70 kenne ich noch, war eine Zahnpasta. 2001 — Versand von Platten und anderem Gedöns. Grüne, Menschen in Grüne, wie. Polizei?
Ich weiß nicht, Schily, ja der war „grün“. Ist jetzt Polizeiminister in der Regierung, hatta gut gemacht. Petra Kelly, General Bastian, Jutta von Ditfurth. Allesvorbei. Erinnere noch wie der spätere Bundesminister Rupert Scholz den Grünen ihren Parteistatus aberkennen wollte, weil sie partout nicht mit Koalitionswunsch antrat sondern explizit als Oppositionspartei. Das wird sie wohl wieder werden. Opposition ist gut, gerade für die Grünen. Kann man sich aber nicht mehr vorstellen — mit was sollen die denn Opposition machen; ist eine Vertrauensfrage.
Aus der alten Riege noch da der Herr Ströbele. Ach, klar. Erinnert sich noch jemand an das Rotationsprinzip in den 80er Jahren. War eine nette Idee, aber sinnlos, täte der Partei aber auch gut. Mal die alten Schranzen durchrotieren lassen, Trittin wird Künast, Künast wird Schily, Schily wird Fischer, Fischer wird Trittin.
Immerhin kommen die Grünen nicht auf die Idee, den sabbernden Krempel mit der Arbeit auf ihre Plakate zu kleben. Die haben ja auch Arbeit, vor allem vor sich. Ihr Spitzenkandidat heißt angeblich Joschka und zu dem soll man „Ja“ sagen. Warum, das sagt er nicht. Weil er Rheuma hat und einen guten Sessel braucht? Weil er sonst nichts zu tun hat?
Mittlerweile also angekommen in der Parteienlandschaft stehen sie aktuell davor, entweder da weiter zu machen, wo sie sowieso waren: Abnicken und Einpennen und Salutieren oder eben sich was neues einfallen zu lassen. Bloß wer soll sich da was einfallen lassen, mir fällt da niemand ein.
Die Grünen haben ihr Politikfeld verloren — okay, Windräder, Fahradfahren und auf-Menschenrechte-vorallemwoanders-hinweisen. Gerne.
Rückblick: 1990 kamen die Grünen in Westdeutschland nur auf 4,8%, was nicht gerade viel war. Bündnis90 im Osten immerhin auf 6,2%, das machte zusammen 3,8 Prozent — obwohl, kann das stimmen? Im Bundestag saßen folglich nur die aus dem Bündnis90. Eine schlimme Schlappe für die West-Grünen damals. Wie auch immer, seither ging es vor allem im Osten mit dem Bündnis90 und den Grünen stetig berab. Dabei hat der Osten viel mehr Natur als der Westen. Da gibt es ganz viele tolle Seen zum Beispiel, plattenweise sozusagen. Der Wald ist noch herrlich chaotisch. Die Starßen sind inzwischen ausgebessert und die Wegweiser auf den Straßen auch einigermaßen verständlich. Aber dafür können die Grünen nun nüscht. Schade ist es um das Bündnis 90. Es zeigt, wie vergesslich man ist. Denken wir da beispielsweise an Wolfgang Ullmann, ein Querkopf, schrullig und klug, fast ein wenig weise und der letztes Jahr verstarb.
Oder Matthias Platzeck. Bündnis 90 hat sozusagen sogar einen Ministerpräsidenten. Nur ist der jetzt bei der SPD, weil er den Zusammenschluss von Bündnis 90 und Grünen nicht mitvollziehen wollte. Platzeck sagte in seiner Zeit als DDR-Minister beispielsweise:
DDR-Min. Platzeck betonte die Notwendigkeit, die Selbstbestimmung der DDR zu erhalten. Es sei nicht Schuld der DDR-Bürger, daß es zu der jetzigen Lage gekommen sei; deshalb könnten sie mit Recht Hilfe erwarten. Das Vorgehen der Bundesregierung und die massive Einmischung der westdeutschen Parteien in den Wahlkampf der DDR erwecke dort aber den Eindruck der Fremdbestimmung; die Menschen hätten das Gefühl, sich nicht wiederzufinden. Der Kampf des Oktobers dürfe aber nicht umsonst gewesen sein.
Alles aus und vorbei. Wiedervereinigung spielt jetzt bei den Grünen keine Rolle mehr. Achso, höre ich da sagen, wir sind doch längst wiedervereinigt. Naklar, nur der Osten wohl nicht, oder?
Die Sache ist natürlich zu ernst, als dass man sich damit auseinandersetzen müsse. Ansonsten sind die Grünen mittlerweile ein Verordnungs- und Korinthenkacker-Partei geworden. Von Eigeninitiative hält man nicht viel. Für alles muss es eine Verordnung geben, das Stapeln von Blechbüchsen, über den Inhalt von Schokolade, demnächst muss das wohl auch auf jedem säugbaren Busen vermerkt werden (siehe oben). Verbraucherschutz für Babies etc.pp. Nur die Grünen selbst haben Probleme damit, ihre Inhaltsstoffe anzugeben. Vielleicht ist da auch gar nicht mehr so viel dahinter.
Mein Fazit: Tendenziell noch wählbar, aber überflüssig. Die Partei sollte sich wieder darauf besinnen, dass es selbst zu den alten Bunt-Stick-Parteitagen mehr Substanz gab als jetzt. Für mein Gefühl sagen die mittlerweile zu viel „Ja“.
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Nachtrag zur FDP
Mir ist es ab eben gerade klar geworden. Bei der FDP haben wir es mit einer fiesen Partei zu tun, die total mit Winzigweich verbandelt ist. Erst ein Plakat hat mir die Augen geöffnet. Allerdings trifft dies Motto auch auf zahllose andere Parteien zu.
Wahlprüfsteine der Kritischen Masse: FDP
Die „Kritische Masse“ hat gestern bereits ihre Stimme abgegeben. Insofern ist für die Kritische Masse der Wahlkampf gelaufen, sie ist nicht mehr umzustimmen. Gestern hat die Kritische Masse übrigens auch einen neuen Personalausweis beantragt. Die Mitarbeiter im einwohnermeldeamt hier in Regensburg sind übrigens sehr freundlich und hilfsbreit. Ein paar Retuschen am Foddo waren nämlich nötig. So. Also die FDP — FDP eine Abkürzung. Parteien mit Abkürzungen sind prinzipiell nicht wählbar. Denn die abgekürzten Worte spiegeln dann wohl die gekürzten Inhalte wieder oder auch wider. In der Schweiz ist das beispielsweise die „Freisinnig-Demokratische Partei“. Die veröffentlicht dort zum Beispiel Vernehmlassungen. Eigentlich ein wunderschönes Wort, das die Deutschen so wohl nicht mehr kennen. Aber ich schweife ab.
Bembelkandidat hat neulich hier die FDP mit Käse in Zusammenhang gebracht. Etwas, worüber sich trefflich streiten ließe und was erst noch der Deutung harrte. Ist nämlich der Mond nicht auch aus Käse.
Die FDP neigt zu Doppelnamen: Leutheuser-Schnarrenberger, Wester-Welle, Mölle-Mann, Däubler-Gmelin, Hamm-Brücher, Arm-Reich. Das zeigt ein dyadischen Denken an, vermutlich, also eben rein parteienphysiognomisch gesehen. Politisch spielte die deutsche FDP nie eine Rolle in der BRD, sie machte nur Mehrheiten und schloss sich gerne einer Mehrheit an. Das nennt man dann wohl Opportunismus.
Dieses Dyaden-Denken spiegelt sich in den Wahlplakaten. „Dies so, jenes anders“ und vergaloppiert sich in Selbstwidersprüche. Steuern runter, Arbeit rauf, Kontrast. Mehr FDP, mehr Arbeit, Mimesis. Mal so mal so. Umso komischer, dass gerade die Partei, die in Dyaden denkt sich als dritte Kraft mal empfahl. Man lernt immer dazu.
Das ist nicht gut. Und bisweilen peinlich. Nein, ärgerlich. Die FDP setzt sich für Spaß ein und für Fallschirmspringen und für die 18%-Klausel. Das heißt, nur jeder mit 18%-Blut darf wählen.
Ansonsten führt sie den Unterlitel: Die Liberalen, das heißt, man liest gerne Bücher. Das finde ich annehmbar, reicht aber nicht zu einer Wahlempfehlung, da könnte ja jeder kommen; und schließlich kommt es darauf an, welche Bücher. Eine Partei der Buchhalter.
Also, von meinem Vater sagte man sich, dass er mal in den 50er Jahren mit der Partei sympathisiert habe. Damals stand sie noch unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz.
Das ganz Blöde ist nur, es gab mal Leute, die ganz patent waren in der FDP wie der Baum, die Hamm-Brücher, Mischnick oder Koschnick — die bringe ich immer durcheinander. Die Hamm-Brücher ist vor ein paar Jahren dann doch endgültig ausgestiegen im Zuge der Möllemann-Zitate (also als Möllemann sich selbst zitierte). Das war ein guter Entschluss von der Hildegard Hamm-Brücher. Spätestens jetzt ist sie defacto wirklich nicht mehr wählbar.
Und natürlich: Klar, irgendwie haben die in Worten noch ein Restanstand in Sachen Bürgerrechte, stehen also gegen Schily- und Beckstein-Politik. Zumindenst im Buche, defacto findet auch ein G. Wester-Welle nichts daran, den Opfern von Big-Brother einen Besuch abzustatten.
Religiös steht die FDP nicht dem Katholizismus nahe, eher schon dem Goldenen Kalb und der Promotion, siehe oben die Dame. Es gibt unwahrscheinlich viele Doctores bei der FDP; ich sagte ja, die sind belesen.
Mein Fazit: Unwählbar, die FDP steht aber noch über dem Falz im Wahlzettel und das dürfte ein paar Stimmen bringen, naja, vielleicht so ein paar hundert etwa.
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Wer hats gesagt?
In meiner dämlichen Votingrubrik mal was aus der Abteilung Philosophie. Ja, unter diesem Begriff stand das. !++3++!
Radio-Tip: Kini contra Kini
In der Reihe „taktlos. das musikmagazin des bayerischen rundfunks und der neuen musikzeitung“ geht es heute abend (7.9.2005) um den „Kini“, nicht wahr. 21:30 bis 22:30, Bayern2Radio on air, Satellit und per Internet-Stream.
Wortschatz zu Musikrat
Auch nicht schlecht, der Graph von „Musikrat“.

Gemeint ist der Deutsche Musikrat. Man beachte: Immer noch oben rechts das Attribut „pleite“ – ja, das hängt ihm nach und an.
Etwas besser steht es um den Deutschen Kulturrat.

Wie ich jetzt weiß, handelt es sich um sogenannte Kookkurenzen. Christoph kommentierte beim Schockwellenreiter:
Die Semmel-Connection
Laut Wortschatz Leipzig: Für Semmel noch detaillierter: Und hier der Postmeister: Quiri: Die eigene Masse:
Kalenderblatt September 2005
Ja. Jaja. Jajaja. Jaaa. Ich werde wählen.
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