Werbemittelschock

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Wer bitte soll den das sein, was dieses Plakat verheißt. Frau Merkel haben ja einige heute auf dem Kieker gehabt, weil die anscheinend gestern irgendwie im Fernsehen präsent gewesen sein soll. Handelt es sich dabei um das, was man da sieht. Mars-Wahlen vielleicht. Machen Rauten eigentlich schlank oder dick? Oder gar nichts. Frau Merkel scheint jedenfalls auf dem besten Wege der Gerundung. Fussball ist ja auch ein Thema. Und die Bayern aus München sind…

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Drei kurze Geschichten von 1990

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Josef H.s Geheimnis. Josef H. war seit einiger Zeit schon arbeitslos. Bisher fiel es ihm selber nicht auf. Er besaß Ersparnisse von denen alle dachten, er bezöge sie von seiner Mutter. Diese Ersparnisse taugten nun nicht mehr zum Leben. Inflation.
Geld ist nichts mehr wert. Vor zwanzig Jahren gewann seine Mutter in einer Lotterie. Eine lebenslange Rente, jeden Monat dreitausend Mark. Seine Mutter starb leider schon kurz nach Erhalt der ersten Lebensrenten. Josef H. liebte seine Mutter und Josef H. liebte das Geld. Josef H. versuchte den Schein zu wahren, daß seine Mutter weiterhin lebte.
»Dadurch hatte ihr Tod einen Sinn«, gab Josef H. dem Hauptkommisar zu Protokoll.

Student Udo K.s vergeblicher Umzug. Udo K. stellte den Lieferwagen vor der Haustür ab. Er mußte nur noch seine sieben Sachen in den Wagen laden. Der Wagen stand im Halteverbot, halb auf der Straße, halb auf dem Bürgersteig. Die Warnblinker schaltete er sicherheitshalber ein. Drei Mitstudenten halfen ihm beim Tragen und Einräumen.
Alles war fertig. Es bedurfte nur noch der Abnahme seiner alten Wohnung. Als auch dieses letzte Hindernis zu aller Zufriedenheit geregelt war, begab er sich die Treppen hinab. Als er vor Haustür trat, knallte ein roter Opel auf den Lieferwagen, so daß dieser Udo K. gegen die Haustür quetschte.
Udo K.s Umzug war schlagartig ein anderer geworden.

Der Kongreß explodiert. In der Universitätsstadt F. fand ein internationaler Kongreß statt. Germanisten aus ganz Deutschland trafen sich. Zu der Abschlußveranstaltung fanden sich alle Teilnehmer und Gäste ein. Dem Doktoranden Hans M. wurde plötzlich übel. Er verließ den Raum eilig und lief geschwind in Richtung Toiletten, wo er sich übergab. Seine Aktentasche verblieb im gut gefüllten Hörsaal.
Wenig später detonierte eine Bombe im Saal. In einem Schreiben bekannte sich die Geisteswissenschaftliche-Armee-Fraktion zu diesem Attentat. Der Bombenleger konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden.
Seit zwei Jahren ist Hans M. Professor für Germanistik in S. Sein Kollege, der gleichaltrige Andreas Z., wurde zur gleichen Zeit am gleichen Ort ebenfalls berufen. Prof. Hans M. und Prof. Andreas Z. gingen sich aus dem Wege.
Der nächste Germanisten-Kongreß fand ohne Abschlußplenum statt.
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Eilass und Ausschuss

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Dieses E-Mail ist nur für die Mitteilung. Damit haben Sie keine Antwort zu machen.
Mühe allein genügt nicht. Aber bei dem gegenwärtigen Sprachstandard:

<%image(20050810-schwimmen.jpg|500|144|Zauder)%>

könnte man sich schon mal die Haare verbiegen. „Schwimmen unter Aussch[l]uss jeglicher Haftung“, man fragt sich, auch gerade ein Nichtschwimmer, was damit wohl gemeint oder bedeutet sein will. Diesen Klartext kann man lesen im stillgelegten Neptun-Bad in Bad Saarow-Strand. Sicher war es nicht dieser Nutzungshinweis, der übrigens von 2003 stammt, weshalb dieses Bad verschied und nun von all dem Getier, Gestrüpp und dem freilaufenden Gemensch in Besitz genommen wurde. Deutschland, deine Schilder!

Während man mit obigem Email-Text versucht, Leute zur „freiwilligen“ Herausgabe von diversen Passwörter in falscher Sprache zu überreden, ist die deutsche Amts- und Vorstandssprache sehr klar. Wichtig ist vor allem eine nichtnamentliche Kennzeichnung.

<%image(20050810-liegewiese.jpg|500|375|Liege Wiese!)%>

Igitt, Camper! Danke für die Warnung.

Achtung, achtung, hier spricht „der“ Vorstand; wichtigwichtig ist schließlich auch der bestimmte Artikel. Ob Vorstand, Amt oder Eigentümer.

<%image(20050810-bootssteg.jpg|500|358|Unbootmäßig)%>

Der bestimmte Artikel im Zusammenhang mit einer eher mehr als weniger anonymen Person verleiht dem Hinweis jenen nötigen Respekt, den nur eine anonyme Macht auf diese Weise ausüben kann.

<%image(20050810-baden.jpg|500|290|Gefahr)%>

Privatbesitz ist lange sehr wichtig, vor allem auch dort, wo Besitz nicht verpflichtet. Wer wollte denn hier freiwillig diesen Bruch betreten.

<%image(20050810-haus.jpg|500|375|Privatbesitz)%>

Abreißen geht wohl nicht. In Bad Saarow ist das alles sehr eigenartig. Neben neureichen Super-Villen stehen da Hochhausbaracken, die gewiss von nicht allzu langer Zeit sehr gefragt gewesen sein müssen.

Und wem das alles noch zu simpel ist, den nimmt man zur Sicherheit erst einmal in Haftung. (Eigentlich dachte ich, diese Formulierung wäre längst ausgestorben. Aber nein, sie lebt.)

<%image(20050810-betreten.jpg|500|375|Haftung)%>

Da wirken die kleinen Schildchen im botanischen Garten Berlins fast gnädig. Es zeigt sich, das ein Weglassen von Funktion und Dienstgrad irgendwann einmal auch rein faktisch wichtige Details korrigiert. Frau Künast bepatet da eine Pflanze. Das Schild sieht man kaum, aber sieht man es, so wirkt es bald grotestk.

<%image(20050810-kuenast.jpg|500|375|Cineast)%>

Wer übernimmt denn dann demnächst die Patenschaft. Das Amt, die Person oder niemand mehr?
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Blume(n)

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<%image(20050809-blume.jpg|500|371|)%>

Schenk’ ich jenen, die sie wollen, brauchen — !

<%image(20050809-blume2a.jpg|500|375|Botanischer Garten 2)%>

Und dieses Stück Musik geht explizit an Dicki und Quiri. Ich weiß auch nicht warum dieses, aber irgendwas sagt mir: Tu es!
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Eisenman in Berlin

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Nur eine Woche nach dem öffentlichen Zugang zum „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ nutzte ich einen Besuch in Berlin zum Besuch dieser Stadtskulptur. Bilder davon gibt es in meinem Fotobuch. Gelesen darüber hatte ich nur wenig, die alten, jahrelangen Diskussionen wurden nur sporadisch verfolgt. Erwartet hatte ich dennoch ein mächtiges „Mahnmal“ mit einer gewissen Überwältigungsästhetik. „2.700 Betonpfeiler sind auf einer Fläche von 19.000 m² wohl geordnet verteilt“, meinte Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des…

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Liebe Mitbürger

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In einer Email, Absender Unbekannt, Betreff: (nix), von einem Hotmail-Account aus, nett:Liebe Mitbürger, mit diesen wenigen Worten möchte ich Sie herzlich einladen, Muslim zu werden. Denn es gibt keinen Gott außer ALLAH. Mit freundlichen GrüßenIch zähle gerade mal zwei Worte. Das ist ehrlich. Überzeugt hat mich freilich das Argument, dass es keinen Gott gäbe. Am schlimmsten an den Religionen übrigens finde ich die Menschen, nicht die Götter.

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Netzklang-Feature: Paul Abraham

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Ich weiß ja immer noch nicht, was nun anders ist am Podcast, als am sonstigen Produzieren von Müll. Erinnert mich an Weblog-Systeme. Großer Bohei um ein kleines Feature: Content Management für (fast) alle. Also, nenne ich es einfacherweise Netz-Klang-Feature.   Mein Netzklang-Feature befasst sich in kurzen 15 Minuten mit Paul Abraham. Wikipedia weiß nicht viel. Ich weiß auch nicht sehr viel mehr. Was ich weiß, habe ich aus einem Vortrag auf der Tagung „Operette…

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