Standardkonform

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Da wächst zusammen, was zusammengehört: Europa. Europa, das Bollwerk der abendländischen Kultur gegen den kulturellen Vandalismus von Übersee und Untererde. Gemeinsam ist man stark, gemeinsam sitzt man im selben Boot. Alle Europäer werden Menschen. Um dieses Ziel gewährleisten zu können, muss man auch überall ein bisschen zurückstecken. Alles gehört angepasst. Schlimm genug, dass man dies noch nicht in Sachen der Europasprache geschafft hat. Schöner ist es ohnehin, man redet aneinander vorbei. 380 Kombinationsmöglichkeiten für…

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Anhalten: Beethoven, Schubert, Wagner – Emanzipation des Stillstands

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Manchmal gerät Musik an Stellen, da sie anhält. Aus dem Fluss heraus, manchmal auch, um eine Ende anzudeuten. Sie steht scheinbar auf der Stelle und muss haushalten mit wenig. Bei des vorgestrigen Hörlektüre fiel mir eine Stelle in Beethovens Klaviersonate op. 110 auf. Der letzte Satz besteht aus rezitativischen Teilen und agilen Fugatopassagen. An sich ist das eine unfreuliche Verquickung. Das Redende, aber da ja ohne Text, sprachlose Singen einerseits und das formal konstruktive…

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Überlegenheit

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„Chinesische Kaiser begannen ihre Herrschaft mit dem Befehl, der Minister habe die Musik wieder in Einklang mit dem Weltall zu bringen. Heute würden wir es trocken nennen: die Stimmgabel neu zu eichen. Was sollte mit dieser Neuabstimmung erreicht werden? Die alten Weisen des Reiches der Mitte sprechen es deutlich aus: Staat und Musik sind, wie der Mathematiker sagen würde, funktionell verknüpft. Ist die Musik in Unordnung, muß es auch der Staat sein." Curt Sachs,…

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Fassen wir zusammen …

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Fassen wir zusammen. Der Adel ist zu heruntergekommen, die Kleinbürger und Bauern sind ihrer ganzen Lebensstellung nach zu schwach, die Arbeiter sind noch lange nicht reif genug, um in Deutschland als herrschende Klasse auftreten zu können. Bleibt nur die Bourgeoisie. Marx/Engels: Der Status Quo in Deutschland [1847]

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Konservative Kritik

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Diese Forderung, das Bewußtsein zu verändern, läuft auf die Forderung hinaus, das Bestehende anders zu interpretieren, d.h. es vermittelst einer andren Interpretation anzuerkennen. Die junghegelschen Ideologen sind trotz ihrer angeblich „welterschütternden“ Phrasen die größten Konservativen. Die jüngsten von ihnen haben den richtigen Ausdruck für ihre Tätigkeit gefunden, wenn sie behaupten, nur gegen „Phrasen“ zu kämpfen. Sie vergessen nur, daß sie diesen Phrasen selbst nichts als Phrasen entgegensetzen, und daß sie die wirkliche bestehende Welt…

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Kommentarfunktion aus

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Aus einem mir selbst nicht ganz klaren Grund. Kommentarfunktion abgestellt bis auf weiteres. Ich habe festgestellt, dass ich häufig nur danach geschaut habe, ob jemand was kommentierte und nahm unkommentierte Artikel übellaunig zur Kenntnis. Das hat ja keinen Sinn. Daher: Vorerst Schluss damit.

Ach, Semmelchen, ich wusste, dass du es verstehst.

Sagen wir mal so, ich hatte heute eine Überdosis Adorno:
Herr Doktor, das ist schön von Euch. – Es gibt nichts Harmloses mehr. Die kleinen Freuden, die Äußerungen des Lebens, die von der Verantwortung des Gedankens ausgenommen scheinen, haben nicht nur ein Moment der trotzigen Albernheit, des hartherzigen sich blind Machens, sondern treten unmittelbar in den Dienst ihres äußersten Gegensatzes. Noch der Baum, der blüht, lügt in dem Augenblick, in welchem man sein Blühen ohne den Schatten des Entsetzens wahrnimmt; noch das unschuldige Wie schön wird zur Ausrede für die Schmach des Daseins, das anders ist, und es ist keine Schönheit und kein Trost mehr außer in dem Blick, der aufs Grauen geht, ihm standhält und im ungemilderten Bewußtsein der Negativität die Möglichkeit des Besseren festhält.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Herr Doktor, das ist schön von Euch. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1666 (vgl. GS 4, S. 26)]

Das Zufallsgespräch mit dem Mann in der Eisenbahn, dem man, damit es nicht zu einem Streit kommt, auf ein paar Sätze zustimmt, von denen man weiß, daß sie schließlich auf den Mord hinauslaufen müssen, ist schon ein Stück Verrat; kein Gedanke ist immun gegen seine Kommunikation, und es genügt bereits, ihn an falscher Stelle und in falschem Einverständnis zu sagen, um seine Wahrheit zu unterhöhlen. (…) Umgänglichkeit selber ist Teilhabe am Unrecht, indem sie die erkaltete Welt als eine vorspiegelt, in der man noch miteinander reden kann, und das lose, gesellige Wort trägt bei, das Schweigen zu perpetuieren, indem durch die Konzessionen an den Angeredeten dieser im Redenden nochmals erniedrigt wird. Das böse Prinzip, das in der Leutseligkeit immer schon gesteckt hat, entfaltet sich im egalitären Geist zu seiner ganzen Bestialität. Herablassung und sich nicht besser Dünken sind das Gleiche. Durch die Anpassung an die Schwäche der Unterdrückten bestätigt man in solcher Schwäche die Voraussetzung der Herrschaft und entwickelt selber das Maß an Grobheit, Dumpfheit und Gewalttätigkeit, dessen man zur Ausübung der Herrschaft bedarf.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Herr Doktor, das ist schön von Euch. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1667 (vgl. GS 4, S. 26-27)]

Alles Mitmachen, alle Menschlichkeit von Umgang und Teilhabe ist bloße Maske fürs stillschweigende Akzeptieren des Unmenschlichen.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Herr Doktor, das ist schön von Euch. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1668 (vgl. GS 4, S. 27)]

Antithese. – Für den, der nicht mitmacht, besteht die Gefahr, daß er sich für besser hält als die andern und seine Kritik der Gesellschaft mißbraucht als Ideologie für sein privates Interesse. Während er danach tastet, die eigene Existenz zum hinfälligen Bilde einer richtigen zu machen, sollte er dieser Hinfälligkeit eingedenk bleiben und wissen, wie wenig das Bild das richtige Leben ersetzt. Solchem Eingedenken aber widerstrebt die Schwerkraft des Bürgerlichen in ihm selber. Der Distanzierte bleibt so verstrickt wie der Betriebsame; vor diesem hat er nichts voraus als die Einsicht in seine Verstricktheit und das Glück der winzigen Freiheit, die im Erkennen als solchem liegt.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Antithese. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1669 (vgl. GS 4, S. 27)]

Das einzige, was sich verantworten läßt, ist, den ideologischen Mißbrauch der eigenen Existenz sich zu versagen und im übrigen privat so bescheiden, unscheinbar und unprätentiös sich zu benehmen, wie es längst nicht mehr die gute Erziehung, wohl aber die Scham darüber gebietet, daß einem in der Hölle noch die Luft zum Atmen bleibt.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Antithese. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1671 (vgl. GS 4, S. 29)]

They, the people.
– Der Umstand, daß Intellektuelle meist mit Intellektuellen zu tun haben, sollte sie nicht dazu verführen, ihresgleichen für noch gemeiner zu halten als den Rest der Menschheit. Denn sie erfahren sich gegenseitig durchweg in der beschämendsten und unwürdigsten Situation von allen, der von konkurrierenden Bittstellern, und kehren sich damit fast zwangshaft untereinander die abscheulichsten Seiten zu.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: They, the people. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1672 (vgl. GS 4, S. 29)]

Eigentumsvorbehalt. – Die Signatur des Zeitalters ist es, daß kein Mensch, ohne alle Ausnahme, sein Leben in einem einigermaßen durchsichtigen Sinn, wie er früher in der Abschätzung der Marktverhältnisse gegeben war, mehr selbst bestimmen kann.
[Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Eigentumsvorbehalt. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 1695 (vgl. GS 4, S. 41)]
Und nun könnte so ein Schlaumeier sagen: „Wat stellste Dir denn auch unter die Fuchtel von diesem armen Wicht da?“ Ja, und genau das will ich nicht, dass es gesagt wird. Denn das ist ja nicht das Thema. Manchmal ist es eben so, dass man von dem ganzen Pseudoaktivismus (reklamiere ich für mich, werfe ich niemandem vor) die Nase voll hat. Worum geht es denn? Transatlantisches Palaver, billiger Kuhdunk für Heinz und Herbert? Um die Fußfessel? Und „Hey Huffi, du willst dich doch nur wichtig machen.“ Und dieser Vorwurf als letzter ist der einzige, der sitzt. Aber der ist bald eh dahin, weil sich niemand daran erinnern wird, dass es hier mal möglich war, dass man kommentierte.

Die Sachen da vom Adorno sind ja geschrieben vor einiger Zeit (1943/44) etwa. Morgen fahre ich auf eine Tagung der Staatsoperette Dresden zum Thema „Operette unterm Hakenkreuz“ fahren und werde eine Radiosendung daraus machen (müssen/dürfen). Da wird man (also ich, genauer) einfach urplötzlich empfindlich.

Aber für weiteres Lese- oder Überlesefutter ist dank Timewarp-Funktion von Nucleus gesorgt. Also gute Reise zusammen. Morgen früh um 4 Uhr sieben sollte ein netter Text zum Thema „Anhalten“ erscheinen mit Musik von Beethoven, Schubert und Wagner.

Ach ja: Und außerdem habe ich gestern die Klaviersonaten op. 109, 110 und 111 von Beethoven gehört sowie einen ausgezeichneten Bericht über Bonhoeffer im Bayerischen Fernsehen gesehen. Da kann man nicht weitermachen wie zuvor. Das geht nicht.
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Ausweglos

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Wer für Erhaltung der radikal schuldigen und schäbigen Kultur plädiert, macht sich zum Helfershelfer, während, wer der Kultur sich verweigert, unmittelbar die Barbarei befördert, als welche die Kultur sich enthüllte. Nicht einmal Schweigen kommt aus dem Zirkel heraus; es rationalisiert einzig die eigene subjektive Unfähigkeit mit dem Stand der objektiven Wahrheit und entwürdigt dadurch diese abermals zur Lüge. Quelle: [Band 6: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit: Dritter Teil: Modelle. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften,…

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Manchmal ist Google doch gerecht: „ausser diese“

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Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Formulierung mit „außer“, genauer nach „außer diese“ und erhoffte einen eigenen Text. Ich durfte nämlich einmal erfahren, dass das nämlich unter bestimmten Bedingungen geht. Ich bin nun wirklich alles andere als sicher, was den Umgang mit Sprachfragen angeht. In der Schule habe ich das alles irgendwann ignoriert, mit den Akkusative, Dativen, Genitiven und Nominativen, den Ablativen und sonstigem Zeugs. Der Lektor dieses Satzes jedoch unterstellte mir höflicherweise, dass das bestimmt so und nicht anders gewollt gewesen wäre. So machte ich doch nicht rein zufällig. Wenn der gewusste hätte …
Von Adorno bleibt gegenwärtig auch nicht viel übrig außer diese(n) neuen Erinnerungsbilder, die man zumal anlässlich einer Jubiläumssituation wieder soweit hervorkramt, damit man sie nur schneller vergessen kann.
Aber ich fand folgendes:
Alles was ihr Wollt
Hier kann schreiben wer will . Ausser diese Linken schweine

So eine Foren-Seite bei Foren-City, dessen Adminstrator sich „Der (neue) Führer“ nennt, seinen Beruf mit „Skinhead (nicht falsch verstehen)“ beschreibt und als Interesse nennt: „Welt Verändern“. Ob das die Auswüchse von Hartz IV sind. Lässt die Agentur für Arbeit jetzt schon diesen Beruf zu. Ich würde dann sofort einen Untersuchungsausschuss einsetzen wollen. Herr Clement, das ist Pfusch.

Sein einziges Board dort lässt er so beschreiben:
hier dürft ihr labern über dem…
hier könnt ihr sachen reinschreiben, wenn ihr nicht mehr weiter wisst. einfach registrieren und dann schreiben.Also wenn ihr nicht mehr wiss wer zu euch gehört.

Ein Board für Liebeskummer also? Nee Mann, das ist schon ziemlich daneben. Aber gut. Es gibt dort nur einen Beitrag mit zwei Antworten (von Gast und „Dem neuen Führer“). Es ist furchtbar. In das System reingehängt sind dann die berühmten Google-Ads.
<%image(20050427-ausser2.gif|500|140|ausser)%>
Die arbeiten doch irgendwie semantisch bei Google, oder? Also dann ist der Link zum Hunde-Forum das eine, aber der Link zur Bodybuilding-Ernährung das andere. Und BMS hat auch mit Nahrungsergänzung zu tun:
BMSSport.de bietet auf diesen Seiten moderne und effektive Nahrungsergänzugen für die Bedürfnisse von Bodybuildern und Kraftsportathleten an. Bei uns erhalten Sie ausschliesslich original BMS Sport-ernährungsprodukte.
Das hat seinen lieben Witz. Man weiß nicht, ob man darüber nun lachen oder weinen sollte.
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