Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II

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„Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II“
Deutschlandfunk – Computer & Kommunikation – Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II

Peter Welchering fühlt der Soft- und Hardware auf den Zahn. Peinliche Sache das. Da wurde ein behobenes Softwareprobleme schon gefeiert, das sich bisher so darstellte:
Es gibt auch eine Erfolgsmeldung: Einer der gravierendsten Fehler der zugrundeliegenden Datenbankverwaltung, der ist behoben worden. Und zwar konnten bisher alle Antragsteller und ihre Familienangehörigen die an einem Ersten eines Monats geboren sind, nicht bearbeitete werden. Also 1. November – Geburtsdatum, das gibt es für das System nicht. Gleichzeitig ist das Geburtsdatum ein sogenanntes Pflichtfeld, muss also ausgefüllt werden, sonst kann der Antrag nicht bearbeitet werden, weil ja ach die Sozialversicherungsnummer das Geburtsdatum enthält. Der Fehler ist seit sieben Tagen behoben. Allerdings müssen einige zehntausend Anträge deshalb jetzt neu eingegeben werden.
Das Datenbankproblem ist aber nach wie vor da:


Ein zweiter Fehler ist noch immer nicht behoben. Und der macht den EDV-Verantwortlichen in Nürnberg richtig Kopfzerbrechen. Die A2-2-Software, das ist der interne Name für die Hartz-IV-Software, greift auf eine Datenbank der Bundesagentur zu, die sich Personendatenverwaltung nennt. ZPDV ist das amtliche Kürzel dieser Sofware. Das ist im wesentlichen eine Informix-Datenbank, die unter einem Unix-System läuft und mit dem AppCenter von Borland an die A2-II-Software angepasst werden sollte. Genau diese Schnittstelle funktioniert aber nicht richtig. Die A2-2—Software findet Datensätze nicht, steigt aus wegen Zeitüberschreitung, hat plötzlich keine Zugriffsrechte mehr auf die Personendatenverwaltung. Und ganz übel ist, dass diese Fehler, die da passieren, offensichtlich nicht reproduzierbar sind. Man weiß also nicht unter welchen Bedingungen es hier zu Fehlverhalten der Software kommt. Also das gesamte System ist sehr fragil.
Die Serverfarm stinkt regelmäßig ab, verkraftet gerade 16.000 Nutzer statt geplanter 40.000.
Schon bei der Freischaltung von 16.000 Anwendern hat das System Überlast gemeldet. 40.000 muss es schaffen können. Dann gab es offensichtlich Probleme beim sogenannten Virtualisierungsmechanismus. Diese Software soll dafür sorgen, dass zusätzliche Prozessoren und zusätzlicher Datenspeicher der Serverfarm dann zugeschaltet, wenn die Gesamtauslastung in einen kritischen Bereich kommt. Da gab es bei der Softwareüberwachung Probleme, und die EDV-Mitarbeiter mussten das per Hand regeln. Das dauert natürlich länger, und in der Zeit haben die Server einzelne Arbeitsstationen wegen drohender Überlast von der Serverfarm getrennt. Für den Sachbearbeiter vor Ort hat sich das dann so dargestellt, als sei der Server einfach ausgefallen. Ja und bei den Datenleitungen, die angeblich zusammengebrochen sind. Die soll es eigentlich gar nicht geben diese Datenleitungen. Das Hartz-IV-System läuft ja webbasiert.
Panne, Panne, Panne. Das passt alles ganz gut zusammen. Erinnert sich noch wer an die LKW-Maut?
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Busemann wäre besser 10-Kämpfer geblieben

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Das schlechte Abschneiden Deutschlands auch bei der neuen PISA-Schulstudie kommt für einige Kultusminister nicht überraschend. Niedersachsens Bildungsminister Bernd Busemann sagte, das sei eine Langzeitentwicklung. Ähnlich äußerte sich seine hessische Kollegin Karin Wolff. steht als Meldung im Tagesspiegel und im Teletext von RTLII. Busemann, du bist ein furchtbarer Schleimer. Zwar stimmt, was du sagst, aber es stimmt noch mehr, was du verschweigst: Das Niedermachen von Bildungschancen und -entwicklungen ist eine Kurzzeitentwicklung. Und nun sage nicht,…

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Ach Semmel!

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Ich vermute, Du findest das zwar auch doof und dumm und tumb und überflüssig und scheiße und blöde. Und ich habe mich selbst immer im Verdacht, dass Du nur wegen meines bekloppten Journals (temporär) aufgegeben hast. Ich glaube aber auch nicht, dass du gar so lange deine laute Klappe halten kannst. Dwarf und dir aber ein wunderbares Interregnum (sagt man doch so, oder?) — naja und dann noch die Wechseljahre und die Hormonumstellung und dann noch diese doofen Computerprobleme. Mir hat es jedenfalls immer viel Vergnügen und Sackgekratze verursacht, wenn ich das Kopfhoch-Studio besucht habe. Schon der Titel war ermutigend und entmutigend zugleich mit dem Kopf in der Schraubzwinge – so außerirdisch irgendwie und so wehevoll.

Dass du pausierst oder ganz aufhörst (woran ich zweifle), finde ich gleichwohl stark. Selberst wollte ich dies auch schon mehrfach probieren, aber dazu fand ich nie die Kraft und den Mut und den Entschluss. Zu sagen, ich habe deine Texte von ganzem Herzen bewundert, würdest du bestimmt schnell als Geschleime und Laberbackerei enttarnen können und wollen und müssen. Gleichwohl:

<%image(20041122-ansemmel.jpg|300|371|Für Semmel)%>

Und eigentlich hatte ich auch heute abend vor, mein Journal schwarz zu verhängen. Aber auch das hättest du nur als billigen Trick enttarnt. Auch damit hättest du Recht behalten. Ich finde es schade — gleichwohl empfinde ich es als Ansporn.

Auch wollte ich ein kleinen krächzenden Gesang mit „Semmel, komm bald wieder, bald wieder nach Haus …“ verlauten lassen. Aber auch das ist nur ein hilfloses Geblöke. Ach, Semmel, ich wünsche dir eine gute Zeit bei allem, wofür du nun Zeit findest; und sei es, dass du den Bundesaugust dermaleinst beerbst und dem Bundestag komplett die Hosen herunterziehst, deinen Waiblinger Mit- und Unbürgern.

Aber ich gebe nicht auf, Copyright von Brecht hin oder her, dir dies aus meinem Liederzyklus „Für Freunde VII“ mit auf den Weg zu geben:

<%image(20041122-brecht-messer.gif|520|610|Semmel)%>

Das ist noch widmungsfrei und hätte von einem anerkannten Kriegsdienstverweigerer natürlich nie bekannt werden dürfen.
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semmels kolumne: vorbei

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So. Am heutigen 888. Tag endet meine Kolumne. Nachdem ich fast 2 ½ Jahre jeden Tag meinen Senf zu allem Möglichen gegeben habe, ist nun Feierabend. Ich habe einfach keinen Bock mehr. Und so ein Schnapszahl-Jubiläum ist genau der richtige Anlass zum Aufhören. Vielleicht geht es auch irgendwann irgendwo oder hier weiter. Wer weiß das schon? Doch zunächst ist mal Schluss. Tschüß. semmels kolumneIch sag mal nichts dazu. 

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Musik der Ungerechtigkeit

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Wenn ich nicht wenigstens gelegentlich noch in die newsgroup de.rec.musik.klassik hineinschauen würde, wäre mir entgangen, dass die alte Fregatte Condoleeezzza Rice eben mal mit Yo-Yo Ma eine Brahms-Violinsonate gespielt hätte. Das ist zwar nun auch schon alter Tobak, nämlich von 2002, aber man fragt sich doch, wie das zusammen geht. With President Bush looking on, his National Security Advisor Condoleezza Rice performed Brahms' Violin Sonata in D minor with cellist Yo-Yo Ma, Monday at…

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Nachlässigkeit

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Das GANZE Werk bringt eine hübsche Replik von Carsten Molnar zu einem Kommentar von NDR-Kultur-Wellenchefin Barbara Mirow. Die sagte: „Die Bereitschaft, sich längeren, in sich geschlossenen Werken zu widmen, hat leider deutlich nachgelassen.“ Quelle: Das GANZE Werk / Korrespondenz - Einzelne Sätze, innere Geschlossenheit Amen. Die Bereitschaft von Schüler, etwas lernen zu wollen, hat leider nachgelassen. Deswegen gucken wir jetzt auch nur noch Fernsehen in der Schule. Leiderleiderleider. Das Interesse an Bildung und Kultur…

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Salome oder das Opfer von NDR Kultur

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Salome, Stieftochter des Herodes, verzehrt sich im Verlangen nach dem Propheten Jochanaan, der im Kerker des Schlosses gefangen gehalten wird. Als Jochanaan auf ihre Verführungsversuche nicht reagiert, rächt sich Salome: Sie tanzt für Herodes den Tanz der Sieben Schleier – heute würde man das einen Striptease nennen – und fordert als Lohn den Kopf Jochanaans auf einem silbernen Tablett. Der Wunsch wird ihr gewährt, nun kann sie den Mund des Propheten küssen. Daraufhin lässt sie, abweichend vom Theaterstück, ihr Stiefvater Herodes töten.
Quelle: Wikipedia

Das ist der Stoff der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Die private Erinnerung geht noch weiter. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre hörte ich einmal ein Hörspiel im NDR. Aufgenommen in sog. Kunstkopfstereophonie. Beim örtlichen Hifi-Händler stand dann so ein Teil herum und sollte um die 200 Mark kosten. Na, das ist doch ein Schnäppchen. Auch im Orchester der Musikschule wurden Proben mit so einem Teil aufgenommen. Die Mikrophonierung ist ja an sich auch simpel. Aber die Technik selbst ist nicht so ausgereift gewesen. Die Mkrophone im Ohr waren lausig. Doch zurück: Einen Satz aus dem Hörspiel habe ich mir gemerkt. Ein Spiel mit Leben, Tod und Physik. Es sagte da nämlich einer:
Sie werden die Schüsse schon hören; es sei denn, sie sind der Getroffene.
Das war spannend. Denn, wenn man so Schießorgien im Fernsehen oder Kino sieht, dann ists eben doch sehr laut. Dass man aber, wenn man selbst der Getroffene ist, die Schüsse nicht hört, weil das Projektil schneller ist als der Schall, das war eine faszinierende Vorstellung. Plötzlich ist man hin und weg — und weiß womöglich nicht einmal warum und wodurch.

Aus irgendeinem mir schleierhaften Grund würde ich sagen, NDR Kultur verhält sich wie Salome.
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Darmstadt

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Der armen Kaltmamsell geht es übel. Drum habe ich mal meinen Magen gebeten, ein paar strenge Worte dem ihrigen zu übermitteln. [MP3 - 2:10 - 1,6 MB]

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Bald 1000

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In einem Brief eines ungenannten Rundfunkredakteurs zu meinem Artikel „Ästhetische Tauchgänge“ heißt es selbstkritisch und traurig: Insgesamt ist ein Wandel mit dem Medium Radio passiert, der sehr schmerzlich ist. Das Radio wird seit etwa 10 Jahren seit dem geballten Auftreten der privaten Anbieter als Junk-Box genutzt. Die Musik spielt nur noch als Stimmungsrampe eine Rolle, wichtiger ist das ungefähre Gefühl, in der Gegenwart zu sein und bei Verkehr, Wetter und Weltlage im verschwommenen Bilde.…

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Bliz aktuell: Zum Fürchten

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<%image(20041119-gardemaedchen.jpg|200|289|Gardemädchen)%>

Auf der ersten Seite des hiesigen Bliz aktuell (Regensburg, Nr. 46, 14. November 2004) sind offenbar die busenfreudigen Trampel der Regio ausgegangen. Da wird ein armes Mädel schnell zum aufregenden Gardemädchen gemacht. Dem scheint es nicht gerade besonders zu gefallen, der Fotograf und die Bildredaktion des Zeitung geben sich nicht sonderlich Mühe, wenigstens den Blitz aus der Brille zu retouchieren. Ein furchtbares Foto, an der Grenze zur Verachtung. Shanine ist laut Bliz acht Jahre alt und sie „schaut ein bisschen ernst“, es sei die „Aufregung“. Ja um Himmels Willen. Wer gibt denn der Presse Recht, das arme Ding so zu misshandeln. Hätte nicht mindestens die Trulla hinten rechts in ihrem roten Hoppelkleid mit den Perlen um den Hals Einhalt bieten müssen. Hat Shanine denn keine Eltern, die sie vor solch einem Scheiß bewahren konnten. Das Bild wird ungewollt zur Anklage gegen den ganzen Zinnober von Fasching, Kinderarbeit, Erwachsenengeil- und lallheit (die Titelzeile macht denn auch aus dem aufgeregten Gardemädchen ein „aufregendes“). Semmel würde sagen: „Ich prangere das an.

[Man kann da jetzt vorwerfen: „Hufi, du Sau, du bringst doch selbst das Foddo aus dem Bliz und machst die Sache damit nur noch schlimmer.“ Da ist natürlich was dran. Man muss sich da fragen, darf man das Unrecht überhaupt noch benennen und darlegen? Wird es dadurch nicht perpetuiert? Augen zu und durch! So ganz blöde ist der Vorwurf schließlich nicht.

Ist es anderen nicht auch schon einmal aufgefallen? Da gibt es einen bösen Busunfall irgendwo mit zig Verletzten und Toten. In den nächsten Tagen scheint es dann, wenn man der Presse trauen kann, als ob eine Busunfall-Epedemie ausbricht. Oder bei Tanker-„Unglücken“? Wenn da erst einmal einer angestochen auseinanderbricht, fallen auf der ganzen Welt plötzlich die Schiffe auseinander. „Selektive Rezeptionsfokussierung infolge permanenter Angstüberflutung durch Erwartungshorizontverschiebung“, würde ich das nennen. Oder: eine journalistische Blutgrätsche.

Natürlich hoffe ich nicht, dass jetzt sämtliche deutschen und weltweiten Presseorgane derartige Bilder publizieren. Aber der Fasching oder Karneval wird seine eigenen Pressegesetze aufstellen.

Im der gleichen Ausgabe auf Seite 16 neben dem Mädchen von neben an („Brust raus, Bauch rein“) wird vermeldet (O-Schrift): „Die Kids entdecken die deutsche Sprache wieder.“ Die Kids also. Mensch, Redakteur vom Bliz, das ist ja geradezu potz. Allerfeinste Ironie, so wie man das vor Tagen noch konnte, geradezu subversiv.
Auch in der Alltagssprache der Jugend ersetzt „fett“ immer öfter das englische „cool“. „Da versteht man wenigstens, was der andere meint“, finden Kerstin Behammer und Theresa Stenzl (beide 14).
Und natürlich Kitts. Das finde ich allerdings auch voll knorke. Das Essen neulich fand ich auch cool, ähem fett(ig) — und das bin ich jetzt auch. Also, das hier stammt aus Regensburg und ich möchte mich in aller Form entschuldigen für diese Zeitung. So tumb sind die Regensburger dann nämlich auch wieder nicht; hoffe ich zumindest.

Fehlt nur noch der Polizeibericht. Wieder einmal mehr Alkohol. Lasst die Finger davon!
Trunkenbold
Straubing — Er hatte gerade seine Wodkaflasche geleert, da machte es Bums: Auffahrunfall. Die Fahrerin des beschädigten Autos wurde leicht verletzt, der Trunkenbold ist seinen Führerschein los.

Aber man muss die Sache ja auch mal positiv sehen. Es wurde bei diesem Auffahrunfall nur ein Auto beschädigt. Immer wieder überrascht aber der lebensechte Reportagestil der Bliz-Redaktion; gerade so, als ob der Autor im Auto des Trunkenboldes gesessen habe; womöglich selbst der Trunkenbold war. Man müsste der Bliz-Redaktion aber vor dem Führerschein besser die Presseausweise abknüpfen.
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