München, August 2004

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Schematische Darstellung einer außerordentlichen Fotografie der Kaltmamsell: Da sind zwar noch ein paar Fehler drin. Aber das Prinzip stimmt schon. Nachtrag: Links jetzt die Grafik über das Original gelegt mit Transparenz. Es handelt sich bei der Vorlage wirklich um Kaltmamsells Bild. Wer nur die Vekoren haben will, der kann sie sich herunterladen, das Originalbild von Kaltmamsell habe ich natürlich aus urheberrechtlichen Gründen nicht miteingebunden. 1. Als Adobe Illustrator 8 (dabei werden die Verläufe aber…

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1956 – Der coole Jazz: Lennie Tristano: Line Up

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Im Musikunterricht waren wir gemeinsam in einer Klasse, während die anderen Kinder bunte Bilder malen oder klebten oder schnitten, kneteten. Man nannte das in unserer fortschrittlichen Lernanstalt übrigens „Visuelle Kommunikation”. Wenigstens ließ man den Begriff der Kreativität damals komischerweise weg. Also Roger und ich und noch ein paar wenige waren Auserwählte für den Musikunterricht in der zehnten Klasse. Thema: Geschichte des Jazz. Vom Blues, Negro Spirituel über New Orleans, Chicago, Swing, Bebop, Cool Jazz…

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Historisches Dokument

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Gema, VG Wort und VG Bild-Kunst sagen: Privates kopieren muss erlaubt bleiben (…) Davon ausgenommen sind jedoch ausdrücklich Computerspiele, Software und Musiknoten. Quelle: Ja zur privaten Kopie ::: 2002 Eine kurze Initiative im Netz von Gema, VG Wort und VG Bild-Kunst.

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Blauer Himmel mit rotem Tupfer

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Wo wir schon mal beim Himmel sind, der so blau sein kann wie er will, den Wolkenschlieren seltsam unterfüttern. Wieder mal ein typisches Lomo-Fotto bei untergehender Sonne. Der Horizont wird schief, ein rotes Irgendwas stellt sich bequem in den Farbraum. Santa Barbara in Kalifornien anno 1998 im März. Das ist noch nicht Los Angeles, aber schon Michael Jackson. Von beidem spürte man nichts. Diese Form der Landschaft: Meer, kurz flach, Berg fand ich immer…

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Entgegenkommen im Lizenzstreit zwischen Phonowirtschaft und Gema?

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Musiker, Komponisten, hört die Signale. Nach langem Hickhack und gegenseitigen Vorwürfen, die nmz berichtete, geht die Phonowirtschaft einen Schritt auf die Gema zu. Das jedenfalls bekräftigt die Pressestelle der deutschen Landesgruppe der IFPI.

Zur Erinnerung: Die Phonoverbände setzten die Lizenzgebühren für mechanische Tonträger von 9,009 Prozent auf 5,6 Prozent herab. In diesem Herabsetzungsbetrag war ein Prozent für die Bekämpfung von Tonträger-Piraterie enthalten. Dieses Prozent war sozusagen zweckgebunden. Und von diesem Prozentchen verabschiedet sich die Phonowirtschaft jetzt. “Gleichzeitig fordert die IFPI die GEMA auf, sich an den Kosten einer intensiven Bekämpfung von Musikpiraterie, die zurzeit nahezu ausschließlich von der IFPI finanziert wird, zu beteiligen”, steht in der Pressemitteilung.

Was ist davon zu halten? Problematisch ist schon der Titel der Mitteilung: “Phonowirtschaft signalisiert Entgegenkommen im Lizenzstreit”. “Die” Phonowirtschaft ist längst zerfallen. Zwar gehört zum Beispiel der “Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen” (VUT)auch der deutsche Landesgruppe der IFPI an, aber der VUT hat der Lizenzdrückung schon damals nicht zugestimmt. Der Verband im Verband ging anders vor. “Die” Phonowirtschaft ist nicht mehr die “Phonowirtschaft”. Das hat sich kürzlich auch bei der Reaktion des VUT zum Zusammenschluss von BMG und SONY gezeigt (Kritische Masse berichtete). Ohne den alten Klassenkampf in der Phonoindustrie aufnehmen zu wollen: Wer hier gemeint ist, sind die Majors, die den Tonträgermarkt dominieren.

Was ist von der Piraterieabgabe zu halten. In vergangenen Gesprächen mit der Pressestelle der Gema wandte man dagegen ein, dass man nicht tatenlos sei in diesen Belangen. Wie Gema und die deutschen Phonoverbände gegen Piraterie vorgehen, bei aller gewissen Einigkeit, ist deren Bier. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die Gema auf dem Tauschbörsen-Klageweg tut. Überhaupt scheint wenig bekannt zu sein, wie häufig derartige Fragen im Ressort für Wirtschaftskriminalität bei Staatsanwaltschaften landen. Darüber werde ich sicherlich mal was genaueres in Erfahrung bringen müssen.

Ist der Verzicht auf das eine Prozent ein Zugehen? Einerseits ja, es zeigt mindestens an, dass man auf Seiten der Phonoverbände nicht in den betonisierten Schützengraben sich versenkt hat. Andererseits nein, denn dieses Prozent ist nicht strittig. Es lässt sich argumentativ verteidigen oder aufgeben. Es bleiben die restlichen 2,4 Prozent, von denen kein Mensch seitens der Phonoverbände sagen kann, wie man die substanziieren will. Das gelang schon vor sieben Monaten nicht und es gelingt jetzt weiterhin nicht. Es ist ja nicht so, wie man vielleicht annehmen könnte, dass die Zahl von 9,009 (Prozent) eine spaßeshalber in den Raum geworfene Zahl ist, die man jedes Jahr nach Zufall oder weil man mit dem linken Bein aufgestanden ist festlegt. Wer daran rütteln will, in welche Richtung auch immer (ob nach oben [das will die Gema gar nicht] oder nach unten [das will die Gema erst recht nicht, aber die Phonoverbände]), darf gerne die Argumente auffahren. Das Piraterie-Prozentchen ist nun gefallen — und gerade das war das Prozentchen, hinter dem ein Argument (wie gut oder schlecht auch immer) stand!

Der Verweis auf die Sache mit dem Internet zieht dabei nicht: “Die GEMA verlangt für Musikangebote im Internet 15% oder eine Mindestlizenz von 0,20 Euro, die sogar noch weit über der überhöhten Lizenz von 9,009% für die CD-Auswertung liegt.” Denn einerseits stimmt die Zahl von 15 Prozent schon nicht, jedenfalls nicht für die den Phonoverbänden angeschlossenen Unternehmen; die erhalten ohnehin Rabbatt und lägen danach bei 12 Prozent. Klar, das ist strittig und es ist nicht einzusehen, warum sich Tonträger-Lizenzgebühren von solchen im Internet unterscheiden sollten oder warum es Mindestlizenzgebühren geben sollte.

Diese Frage ist aber abzutrennen von der anderen. Auf diesem Wege, das scheint mir die Argumentation zu sein, drängt man auf Kompensation des einen Tarifs mit dem andern. Sie ist abzutrennen, weil sie in unterschiedlichen Lizenztarifen abgehandelt wird. Es ist ja nicht so, dass die Majors im Internet brav ihre 15 (12) Prozent abgeben. Dort entrichten sie ebenfalls, nach meinem Wissen, nur zwischen 4 und 6 Prozent. Es sind zwei verschiedene Tarifstreitereien, die auf einen Einigungsvorschlag durch die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt warten.

Dennoch habe ich noch ein gewisses Restverständnis für die Anliegen der Phonoverbände, man muss nicht denken, dass in den Chefetagen der Gema in München unbedingt freundliche, diskussions- und argumentfreudige Herrschaften sitzen. Ich würde mich allerdings gerne als Moderator anbieten.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Pressemitteilung:
Phonowirtschaft signalisiert Entgegenkommen im Lizenzstreit

Nach verständnisvollen Gesprächen mit Rechteinhabern werden Lizenzzahlungen um 1% erhöht

“Wir haben die feste Absicht, uns mit der GEMA so schnell wie möglich auf eine Lizenzvereinbarung zu verständigen”, erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. “Nach überaus verständnisvollen Gesprächen mit Vertretern der Rechteinhaber hat der Vorstand der Deutschen Landesgruppe der IFPI deswegen entschieden, die ohne Vorbehalt an die GEMA zu leistenden Lizenzzahlungen um einen Prozentpunkt zu erhöhen.”

Zum Hintergrund: IFPI Deutschland hat in sämtlichen Auswertungsformen für Musik die Schiedsstelle (Deutsches Patent- und Markenamt, München) angerufen, da sie die von der GEMA einseitig veröffentlichten Tarife nicht für angemessen hält. Die GEMA verlangt für Musikangebote im Internet 15% oder eine Mindestlizenz von 0,20 Euro, die sogar noch weit über der überhöhten Lizenz von 9,009% für die CD-Auswertung liegt. Der unstrittige Lizenzbetrag wird zur Zeit von den Musikfirmen gezahlt, die Differenzen zwischen den Forderungen der GEMA und den Vorstellungen der Musikfirmen bis zur endgültigen Klärung auf Sperrkonten hinterlegt.

Die Tonträgerhersteller werden für die mechanischen Auswertungen (auf Tonträgern) künftig 6,6% (bisher 5,6%) direkt an die GEMA zahlen. Sie verzichten auf den Prozentabzug, der für eine gemeinsame Pirateriebekämpfung gedacht gewesen ist. Gleichzeitig fordert die IFPI die GEMA auf, sich an den Kosten einer intensiven Bekämpfung von Musikpiraterie, die zurzeit nahezu ausschließlich von der IFPI finanziert wird, zu beteiligen.

Im Übrigen erwartet die IFPI, dass nun auch die GEMA endlich einen Schritt tut, der eine Einigung über die Autorenvergütung ermöglicht.

Für Rückfragen: Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, spiesecke@phono.de

© Deutsche Landesgruppe der IFPI e.V. / Bundesverband der Phonographischen
Wirtschaft e.V.
Oranienburger Str. 67/68 . 10117 Berlin. http://www.ifpi.de
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Urheberknecht

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Werde jetzt eine Patent über das Patentbeantragen beantragen; hilfsweise über den Vorgang des Beantragens.

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Albert Ayler: die einseitige Platte von 1965

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1. Mai 1965, New York - Town Hall, Albert Ayler und ein paar Freunde machen eine Platte, etwas weniger als 21 Minuten lang: Bells. Mit von der Partie sein Bruder Don (tp), Charles Taylor (sax), Lewis Worrell (b) und Sonny Murray (dm). Eine teilweise chaotische Musik, die sich gelegentlich militaristisch-hymnisch verdichtet. Die ganze letzte Zeit spukt mir Albert Ayler im Kopfe herum. 1936 geboren, mit 34 Jahren tot im East River aufgefunden. Er startete…

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Rechtschreibung – Reaktionen im KIZ (Presseschau)

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Das KIZ hat aktuelle Stellungnahmen zur Frage der Rechtschreibung gelistet. Dafür hat sich meine Kollegin Barbara aus Leipzig sicher einen Abend um die Ohren gehauen. Vielen Dank für die Mühe. Reaktionen von Politikern: Ahnen kritisiert die geplante Rückkehr zur alten Rechtschreibung +++ Ostdeutsche Politiker gegen Änderung der Rechtschreibreform +++ Wulff fordert von allen Ministerpräsidenten Reform der Reform +++ Kultusministerium Sachsen-Anhalt hält an Rechtschreibreform fest +++ Reiche: Rückkehr zu alten Rechtschreibregeln inkonsequent +++ Berlin bleibt…

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Sociologie am Äh-Steh-Tisch

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Zum Leidwesen vieler meiner Bekannter bin ich, trotz meines Bekenntnisses zu neuen Musik, ein Historiker. Da beschäftigt man sich in der Regel mit alten Texten. Als Historiker aber arbeite ich nicht sauber genug. Der historische Stich, die Anregung, das ist es, was mich interessiert. Probleme nebensächlicher Art meistens. So erinnere ich mich an die Suhrkamp-Edition von Georg Simmels “Soziologie – Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung” von 1908. Da Simmel dieses Werk nicht als Ganzes konzipiert hatte, sondern Stück um Stück zusammentrug, musste auch er sich mit Fragen der Orthographie auseinandersetzen. Das Werk wuchs zwischen 1900 und 1908 zusammen, greift aber auch auf ältere Texte zurück. In dieser Zeit müssen, wenn die Angaben des Herausgebers stimmen, mindestens zwei Schriftwerke zur Orthographie entstanden sein.

Einmal die Orthographische Konferenz von 1901 und 1907 das Werk »Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache«, hrsg. v. Biobliographischen Institut, bearbeitet von Konrad Duden, 2. verm. u. verb. Aufl., Leipzig u. Wien 1907. Der Herausgeber hatte jetzt die Aufgabe, alles wenigstens so anzugleichen, dass nicht in einem Kapitel Worte mal so, im anderen dann anders auftauchen. Der ältere (jüngere) Simmel schrieb noch “Energieen”, “Garantieen” und man kürzte ihm dann ein “e” am Ende weg. Auch schrieb er früher “giltig” statt “gültig”, “Gehülfe” statt “Gehilfe”, “transszendent” statt “transzendent”. Man kann sehen, wie sich die Orthographie langsam anpasst und daher aufeinander abgepasst werden mußte. Einige Worte hat der Herausgeber im Sinne der Orthographie von 1907 rekalibriert (mir fällt da kein besseres Wort ein):
allmählich statt allmählig, Balance statt Balanze, Gefängnis statt Gefängniß, gibt statt giebt, Kompromiß statt Kompromis, Kristall statt Krystall, Latitüde statt Latitude, Not statt Noth, Nuance statt Nüance, Sprichwort statt Sprüchwort, tun statt thun, Usance statt Üsance, Waage statt Wage, Zölibat statt Cölibat.
Eine Modernisierung der Orthographie durch uns beschränkt sich, um Mißverständnissen vorzubeugen, auf folgende drei Wörter und die von ihnen abgeleiteten Formen:
Feme statt Vehme bzw. Veme, Fron statt Frohn und souverän statt suverän.

Otthein Rammstedt: Editorischer Bericht, in: Georg Simmel, Soziologie – Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band 11, Frankfurt/M. 1992, S. 879.
Warum ich das so ausführlich zitiere? Gegen neue und alte Rechtschreibregeln und Änderungen der Orthographie wird gerne das Argument fehlender Berücksichtigung ästhetischen Gespürs angebracht. Mir ist nicht klar, was man damit argumentiert. Ist nicht auch “Vehme” schöner als “Feme”, oder wie bei Hölderlin: Ist nicht “ächt” schöner als “echt”, “Karakter” als “Charakter”; ist nicht “suverän” (der Simmel konnte französisch) besser als “souverän”. Nein, nichts ist schöner und mit Ästhetik hat das alles schon gar nichts zu tun.

Das ist bloß das Niveau ästhetischer Urteile (mir sträubt es sich, dieses Wort hier zu verwenden) derer, die ebenso weiße Tennissocken in Sandalen “unästhetisch” finden wie die hochzitierte Schifffahrt. Ästhetisch, ästhetischer, am ästhetischten – hier ist man endgültig am Äh-Stehtisch der Verblödung gelangweilter Geistesbureaukraten gelandet.

Bitte aber auch Semmels Kolumne von heute zu den Wurzeln lesen.
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