Rudolstädter Gänge und Gespräche
Rudolstadt, ein Ort an der Saale, jeder Jahr am ersten vollständigen Juli-Wochende bevölkert von Menschen aus aller Welt zum “Tanz- und Folkfest”. Auch ich war einmal da im Jahr 2000. Es ist dort seltsam. Es wird gefeiert, getanzt, neben Musikern und Freaks, Gaukler und Zauberer. Alles im Schatten des Köstritzer Edelgesöffs. Der Osten ist noch richtig wild, in Natur und Menschlichkeit. Mir sind seit einiger Zeit derartige Veranstaltungen von vornherein verhasst. Aber doch, in…
Alte Rechtschreibung
Rechtschreibung ist egal, ob alt ob neu. Die Rechtschreibung ist immer falsch, wenn sie diktiert ist. Warum? Soeben eine Grußkarte geschrieben mit einem echten Füllfederhalter. Was ist passiert: Ich schrieb im alten Stil mit scharfem Ess, wo heute keines mehr hingehört, mit “Du” und “Dir” und nicht mit “du” und “dich”. War es die Person, die da angeschrieben wurde aus alter langer Zeit, war es der historisch aufgeladene Füllfederhalter mit dem Extra-Tintenfaß?
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Kulturaustausch – mediterran
Gestern blieb es hier etwas stumm, denn eine Redaktionssitzung forderte mich heraus. Sie wurde typischerweise zu einer Ein-Tages-Klausur. Ertragreich, streitvoll, jedoch gerne konstruktiv. Da ich gestern bester böser Laune war, stellte ich wieder mal fast jedes Thema infrage. Irgendwann kam es zum Komplex EU-Kultur und Kulturaustausch. Ein heftiger Schlagabtausch zog sich dann hin und her. Als Feind institutioneller Kulturabwicklung verwies ich auf organische Bewegungen und “meinen” Begriff von Kulturaustausch, bei dem ich nicht den…
Me an my Amiga 1990
Nachdem man feststellen konnte, dass Semmelmann ein Amigaumtriebiger war, muss das Huflaikhansche Amiga-Wesen auch herausgekitzelt werden. Dazu gehört auch die enthüllung dieses Fottos, das den Huflaikhan nicht in einer ihm selbst gefallenden Pose zeigt. Man war jung und irgendwer wollte unbedingt das fottografieren. Zu seinen Schwächen des Abends stehen, jawohl. Es zeigt den Geistesarbeiter an seiner Arbeitsmaschine mit dem Licher Pils. Dabei war der Weg zum Amiga eher ungewöhnlich und umständlich. 1986, als Student…
Akt-Aufnahme I Langweiliges Fotto – Dosenleid
Man kann den Traffic einer Seite erhöhen, selbst wenn man es nicht will; einfach so aus Spaß.
Zum Leben eines “guten” Fotografen gehören irgendwann auch einmal Aktaufnahmen, oder wie der Pofel sagt: Nacktaufnahmen. Wenn das Geld für einen Selbstauslöser nicht reicht und man selbst als Model einfach nicht ins richtige Licht findet, dann müssen Modelle her. Die freilich sind auch nicht immer ganz günstig zu beziehen. Eigentlich sind sie eher ein Umstand denn ein Linsenobjekt. Außerdem stimmt sowieso das Licht nie und nimmer. Das leidige Kunsturhebergesetz sowie Persönlichkeitsrechte setzen weitere Schranken.
Aktbilder von Gummibärchen hatte ich schon hinter mir, da hieß es zu neuen Ufern aus- und aufbrechen.
mein schultheisz
hält die dose sich über dem bauch und streichet den deckel,
Kalenderblatt August 2004
Allem Ärger zum Trotz: Es gibt nichts Schöneres als Komponieren, wenn man es denn kann – und im Einzelfall es auch nicht kann, wie ich. Das Bild der Töne auf dem Papier, die Auflösungszeichen und Stichnoten, Schlüssel- und Lagenwechsel. Um nach einiger Zeit des Gedankenpinselns festzustellen, dass dies alles nix getaugt hat. Ritsch-ratsch durchstreichen, verwerfen. Das kann etwas durchaus sehr Befreiendes haben. Denn man macht Schluss mit etwas, was einem nicht rettbar erscheint und ist der Sorgen ledig, die man immer wieder hat, wenn man es sich als Vorstufe zu etwas Fertigem sieht.
Umschlag
Adorno und Horkheimer haben in der “Dialektik der Aufklärung” vor nunmehr mehr als 50 Jahren eine Analyse der Kulturindustrie hingelegt, die, von heute aus betrachtet, noch zu zahm angesetzt war. Zwar sagen sie, dass die Massen betrogen sein wollen, dass sie aber auch diesen Trug durchschauen. Sie arrangieren sich damit, weil ein Aufbegehren dagegen sie selbst bloßlegen würde. Das könnten sie nicht aushalten. Immerhin, die Möglichkeit wurde noch selbstbewusst eingeräumt. Wenn ich jetzt so eine kleine Mitteilung bei über “Die Alm” bei The Jiary lese dann komme ich zum Schluss, dass sich selbst dieser Spalt der Flucht nach vorn geschlossen hat.
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Märkisch-Odermarkland
In Huflaikhans Fotosurium ist einigermaßen gut eine Wanderung von Neuenhagen über Altlandsberg nach Strausberg dokumentiert. Ein Weg von 15 Kilometern etwa. Altlandsberg kommt darin fast nicht vor außer mit diesem starken Döner-Lokal. Man kann da nur erahnen, wie es im Rest der Gegend zugehen mag.
“ hm, aber lecker.” Ein Tiefsinn, der sich nicht erschließt. Ein onomatopoetisches “hm”, Wohlsein und Leckernis andeutend, wird durchs “aber” ausgehebelt. “Schmeckt, ist aber trotzdem lecker.” Ach, Quatsch, Bilderirrwitze zu erklären ist wie einem nackten Mann in die Tasche zu greifen.
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