Musiker im Fahrstuhl

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So sieht ein Ensemble von Musikern aus, das sich im Fahrstuhl befindet. Gespielt haben sie bei taktlos 77 - neue musik für kinder - in der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart ein paar Werke hochbegabter Komponisten aus der Stuttgarter Musikschule. Die Kompositionen: Sehr schön und wirklich besser als ich jemals komponiert habe. Aber im ersten Fall nicht mal so unähnlich. Die Musik haben selbstverständlich auch Namen. Simon Zimmermann (Klavier - vorne mit…

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Notausstieg

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Man soll ja in allen Gebäuden, die man nicht kennt (und wohl auch in allen Gebäuden, die man kennt – da vielleicht sogar besonders) immer sich vorsehen, wie man wieder herauskommt, im Falle, dass einem gelbe Mülltonnen das Leben schwer machen wollen oder man ganz einfach bösen Mitmenschen, Mitfeuern oder verflossenen Liebhaberinnen entfleuchen will. So war es sicherlich auch im Dings-Hotel in Stuttgart. Vierter Stock ist schön, aber sehr hoch zum Herabspringen im Falle des Falles. Doch genau so sah die Empfehlung aus. Statt ins Treppenhaus, wies ein Pfeil in diesen Fluchgang. Ein Blick aus dem Fenster (noch hoffnungvoll) zeigte an, dass da nichts anderes ist als die Dachschräge mit Schneeschutzgitter. Logische Erklärung: Keine, oder eine andere, dass nämlich Stuttgart einen vor all dem bewahrt.

Ach, das reminds me. Auf der Fahrt nach Stuttgart als Beifahrer versagte dem Herrn des Autos kurz vor Parsberg der Turbo. Dass der wichtig sein müsste, das war kurz später ganz Parsberg klar. Mit einer Rauchwolke ging es dann durch diesen entzückenden Ort, der zu allem Glück durch Hügel und Täler wunderbar undurchschaubar ist. Im besten Fall kommt man sich in so einem Auto vor wie David Coulthard, dem gerade sein Motor zerplatzt ist. Kinder auf kleinen Rollern (nennt man wohl heute Kickboards) zeigten sich schnell interessiert, wo unser einem einfach der Arsch auf Grundeis geht. Glück im Pech trotzdem. Und mit gekonntem Schweigegelübde statt mahnender Worte und kurioser Witzen erhoffte ich mir die Zuneigung meines Fahrers. So was kann ich: Schweigen im richtigen Moment und durch meine katholische Gelassenheit Sicherheit suggerieren. Kein Wunder, dass ich immer verlassen worden bin …

Zu Stuttgart noch ein Ton. Gut, das Wetter war nicht der Kleidung angemessen. Doch, was um Himmels Willen treibt Menschen in solche Stadt – ach was, Stadt, in so ein Schlengeldorf. Zum abendlichen Vergnügen durfte in einer Griechischen Kneipe dann aus dem Augenwinkel noch ein Blick auf einen der unsäglichen Ami-Schinken mit griechischen Untertiteln nicht fehlen. Das macht sich besonders gut in der aktuellen Situation. Geschundene, gekreuzigte Soldaten der amerikanischen Armee in der menschenverachtenden Bearbeitung durch kommunistische Kämpfer (allerdings ohne diese Wasserkäfige). Böse, böse, böse. Die Augen fielen gottlob zu. –> Notausstieg <-- Die Hubschrauber werden kommen, retten. (mehr …)

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Phonowirtschaft wichtigster Investor in musikalische Kreativität?

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Gestern fand in Berlin die Anhörung zum Fragenkatalog der „Enquete-Komission Kultur in Deutschland“ statt. Aus einer Stellungnahme darf ich wohl zitieren: Dr. Thorsten BRAUN (Syndicus des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft e.V.) Antworten auf den Fragenkatalog der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ für die Öffentliche Anhörung am 3. Mai 2004 zum Thema „Urhebervertragsrecht“ Vorbemerkung: (...) Die Phonowirtschaft ist der wichtigste Investor in inländische musikalische Kreativität. Von der Ertragsfähigkeit der inländischen Tonträgerunternehmen hängt deshalb die Lebens- und…

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nmz Mai 2004 – jetzt online

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Die aktuelle Ausgabe der neuen musikzeitung ist gerade online gestellt worden. Heute daher besonders zu empfehlen:

Nachschlag: Das Ende vom Wehklagen
Janko Röttgers über das Wehe am Klagen der Phonoverbände

Cluster: Erfolgsdruck
Ich selbst über Musik als Kunst unter Zuhilfenahme Kants

Stückwerk. Hymne auf das Ende eines tragischen Tages
Charles Ives und sein „Orchestral Set No. 2“ · Von Wolfgang Rathert

Leitartikel. Tief-Druck
Theo Geißler über den Weg in die Barbarei, selbstverschuldet

Kulturpolitik. Balsam auf die Seelen
Der Bundespräsident zeigt sich „bewegt“ · Von Juan Martin Koch

GNM. Biotechnische Musik und Blockflötengroteske
Zur Wertung der „Musik aus Strom“ bei der GEMA

Nachlese Musikmesse 2004
Allerlei Panels und ein Messerundgang aus pädagogischer Sicht
Weiterer Hinweis:
Morgen taktlos 77: Neue Musik für Kinder
Live aus der Musikhochschule Stuttgart

„Klassische“ neue Musik gerät immer wieder unter Rechtfertigungs-Druck: Ungewohntes wird ungern gehört. Andererseits sagt man gerade Kindern nach, sie seien kühnen Klängen gegenüber unvoreingenommen. Braucht das Land neue Ohren oder neue Hörgewohnheiten? Oder „andere“ neue Musik? Im Rahmen eines Symposions beim 3. Stuttgarter Musikfest für Kinder und Jugendliche geht das Musikmagazin „taktlos“ solchen Fragen live nach. Moderator Theo Geißler klärt zusammen mit der Komponistin Charlotte Seither, dem Jeunesses Musicales-Generalsekretär Ulrich Wüster und anderen kundigen Gästen die künftige offizielle Klang-Ästhetik für Kinder.

5.5.2004: Bayern2Radio 21:30 bis 22:30
Oder per Real-Audio-Stream ::: Info
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Knallen-Oben Kein-Kein! – D Welt Einfach Anzeige Blocker Vorhanden – FREI!

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Auweia, mein Nachbar informierte mich gerade über diese geniala Dada-Übersetzung. It's real. # blockieren knallen-pop-ups und knallen-unter ADS # blockieren Blitz Animation ADS # blockieren jen neu Kurier Service ADS. (daß sein jen grau, "erpressen" ADS) # blockieren nicht-Datenbanksuchroutine ADS spawned durch ander Programm wie MS Aussicht. # stützen mehrfach Benutzer! # schnell Internet suchen. Schau: Knallen-Oben Kein-Kein! - D Welt Einfach Anzeige Blocker Vorhanden - FREI!

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Kalenderblatt: Mai – Aus dem Knie geschossen

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Immer wieder ein Vergnügen, Bilder zu schießen, ohne Blick auf den Sucher oder das Display. Wenn der Digitalomat dann auch so eingestellt ist, dass er keinen Ton von sich gibt, merkt auch niemand was passiert. Hier traf es die Decke in der Halle 3 der Frankfurter Messe. Zwischen Decke und Fotoapparat geriet Hans-Herwig Geyer und klein in der Ecke links Theo Geißler. 30.3.2004 - also vor genau einem Monat. Weitere Kalenderblätter unter kultur-kritik.de

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Kopierschutz und Schadensersatz

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“Wenn ein CD-Spieler in einem Neuwagen keine kopiergeschützte Platten abspielen kann, hat der Käufer keinen Anspruch auf Schadensersatz. Das hat das Amtsgericht Aachen entschieden (Az.: 84 C 210/03).

Da die kopiergeschützten Tonträger vom allgemeinen CD-Standard abwichen und nur einen geringen Marktanteil hätten, habe der Verkäufer nicht von sich aus auf diese Einschränkung hinweisen müssen, entschieden die Richter.”

via Anwalt-Suchservice

Die Pointe, dass es in der Tat schwierig sein dürfte in einem CD-Spieler “kopiergeschütze Platten” abzuspielen, darf man getrost außer 8 lassen.

Kommentar:

Mich verwundert das Urteil nicht. Denn der Hersteller des Autoradios wird kaum eine Eigenschaft kenntlich gemacht haben, dass dieses Radio/CD auch kopiergeschützte CDs alle abspielen wird. Wie sollte er das auch anbieten können, wo sich Kopierschutz-Mechanismen immer weiter entwickeln. Und die CD-Hersteller sind eigentlich auch fein raus. In der letzten Lieferung der Redaktion der Jazzzeitung waren mittlerweile drei von 10 Exemplaren mit Kopierschutz versehen und auch so gekennzeichnet. Immerhin auf einer findet sich ein Hinweis auch in deutscher Sprache: “Bei einigen Geräten, z.B. Car [naja, fast deutsch] CD-Spielern können Abspielprobleme auftreten.” Im Booklet dieser CD findet sich immerhin auch ein “freundlicher Hinweis” folgender Art:

Please remember that this recording an artwork are protected by copyright law. Since you don’t own the copyright, it’s not yours to distribute. Please don’t use the Internet services, that promote the illegal distributions of copyrighted music, give away illegal copies of discs to others for copying. It’s hurting the artists who created the music. It has the same effect as stealing a disc from a store without paying for it. … To find legal downloads visit www.musicfromemi.com

Das lass ich mal unkommentiert. In diesem Fall wirkt das sowieso komisch. Handelt es sich um folgende Aufnahme: Takashi, Storm Zone – Klaviertrio, die nicht besonders gelungen ist – sauber, aber öde.

Die andere ist noch ärgerlicher: Thanos Mikroutsikos – Gary Burton: music stories – mit so Kammerorchestergedöns und ein paar Duos hintendran, meist unisono von E-Bass und Sax: “piep, dibibibi — pah – diddelididdelididdeli”. Kann man man vergessen. Erinnert bestenfalls an einen unter seiner Würde komponierenden Anthony Braxton (was macht der eigentlich jetzt?).

Um die dritte Aufnahme ists allerdings schade. Trio Töykeät, High Standards. Wirklich Klaviertrio-Musik mit zahllosen Überraschungen, die ganz fein gehört sind und niemals aufgesetzt klingen. Finnland mausert sich auch noch zum Jazzland. Aber eben Copy Controlled – keine Kaufempfehlung, schade, schade, schade. Besprechung fällt also aus.

Alle drei CDs über “Blue Note”, die offenbar zur EMI gehört. Um genau zu sein, alle letzten CDs von “Blue Note”, die ich bekommen habe, waren Copy Controlled.
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Lachenmann contra Bohlen

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Heute in der Zeit ein Interview mit Helmut Lachenmann, einem der sicher klügsten Komponisten unserer Zeit. Das Musikforum des Deutschen Musikrates hatte in seiner ersten Ausgabe E- und U-Musik gegenübergestellt, als Frage. Darin hat Bohlen sich mit Johann Sebastian Bach verglichen, der heute so komponieren täte wie er, Bohlen, schon immer. Lachenmann findet das nun gar nicht gut:

“Wenn ein fast so verdienter wie verdienender Pop-Titan sich mit seinen Produkten schamlos an die Seite der großen Meister stellt, dann schwimmt er auf einer Welle der Oberflächlichkeit, die mich abstößt.”

Nun, schamlos hat Bohlen das nicht gemacht, denn dazu müsste er schon wissen, um was es sich bei den genannten Komponisten handelt. Der Vergleich Bohlens ist rein zufällig, denn mehr Namen wird er wohl kaum kennen oder zuordnen können. Könnte er es nämlich, dann würde er gar nicht auf so einen Gedanken kommen. Aber muss man sich darüber so aufregen, Herr Lachenmann. Nehmen sie doch den Bohlen nicht so wichtig.

Zustimmen möchte ich Lachenmann, wenn er sagt: “Die Kunst ist nicht Ausdruck unseres Lebensgefühls, sondern eher das, was uns fehlt in unserem Lebensgefühl.”

Ja, ja, ja. Aber wen interessiert das heute noch? Gefühl ist alles, ob es nun Leben ist oder nicht. Das Leben lebt nicht, steht irgendwo bei Adorno, der damit Ferdinand Kürnberger aus dem Roman „Der Amerikamüde“ zitiert. Kunst und Leben war schon einmal das Thema ästhetischer Diskussionen in den 60er und 70er Jahren. Und tat daran gut. Denn Kunst war damals nicht schlechtweg „das Andere“ sondern vielfach „das Eigene und Eitle.“ Im Nachhinein ist das begreiflich, waren doch die modernen Gesellschaften auf dem Weg, alles Subjekt auszulöschen. Wer konnte denn damals überhaupt noch „Ich“ sagen? Und das mit Grund? Tja, eben.

Was spannend ist an dieser These Lachenmanns: Sie exponiert Kunst nicht als Dienerin des täglichen Geschäfts, hier wird Mode (und das Modische) wieder abgetrennt und eine Funktion der Kunst hochgehalten, die längst überholt schien. Kunst ist ein Fehler im Ganzen, nicht seine Korrektur. Sie verschafft dem Kunsterfahrenden etwas, was er anders nicht bekommen kann: Verunsicherung, Positionsverschiebung – nicht das gelobte Land, nicht Erlösung wie Nietzsche es Wagner unterstellt hat, nicht Erbauung. Eigentlich erhält man eben nichts, worauf man sich verlassen könnte. Kunst ist darin komplett experimentell. Aber das einmal nicht als Defizit sondern als Chance oder vage Hoffnung zu begreifen, dazu fehlt es, scheints, an Mumm. Lieber die Vielfalt der Einfältigkeiten loben und jede Kritik daran als nachstalinistische Gefühlsdiktatur anprangern, so wird doch heute verhandelt in der Kultur der Lebensgefühls-Welt.

Schließlich stellt Lachenmann eine Forderung auf: “Die Demokratie braucht eine Sensibilität gegenüber der Gefahr des Terrors der Mehrheit.”

Schwierig, vielleicht naiv: alles hängt daran, was man hier unter Mehrheit zu verstehen habe. So kann man den Satz nicht unterschreiben.
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Umsetzung des neuen Urhebervertragsrecht “schwierig und zäh”

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Der Streit ging lange hin und her. Eigentlich sollten besonders Übersetzer profitieren. Doch offenbar passiert hier nichts: Das Urhebervertragsrecht kommt nicht in die Pötte. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (15/2937) auf eine Kleine Anfrage der FDP (15/2883) mit.

Berlin: (hib/BOB) Bisher ist in keiner Branche seit dem Inkrafttreten des neuen Urhebervertragsrechts eine Einigung über gemeinsame Vergütungsregeln zustande gekommen. Die Verhandlungen gestalten sich – wie erwartet – “schwierig und zäh”, so dass es bis zu Abschlüssen noch etwas dauern wird.

Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (15/2937) (hier zum Download als pdf) auf eine Kleine Anfrage der FDP (15/2883) mit. Angesichts der anfangs sehr kontroversen Debatte um das Urhebervertragsrecht und, weil mit ihm Neuland betreten werde, sei absehbar gewesen, dass sich die tatsächliche Bestimmung der angemessenen Vergütung durch Urheber und Verwerter mindestens ebenso schwierig gestalten werde wie das Gesetzgebungsverfahren selbst. Es könne angesichts dessen nicht verwundern, dass sich die Beteiligten noch nicht einmal zwei Jahren nach dem Inkrafttreten des Gesetzes auf gemeinsame Vergütungsregeln einigen könnten.

Die Gründe seien vielfältig: Ein Grund liege sicherlich in den entgegengesetzten Ausgangspositionen. Die Urheber wollten zum Teil eine Erhöhung ihrer Vergütungssätze, die Verwerter wollten möglichst wenig zahlen.

Die allgemein nicht gute finanzielle Lage vieler Verwerter mache es ihnen nicht leicht, höhere Kosten zu akzeptieren. Außerdem hätten, wie dies etwa bei den Verlagen geschehen sei, Vereinigungen gegründet werden müssen, die Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregelungen zu führen berechtigt seien.

Deshalb sei es auch für eine Zwischenbilanz noch zu früh. Entscheidend sei, dass Urheber und Verwerter die gesetzliche Vorgabe befolgten und ernsthaft miteinander verhandelten, so die Bundesregierung.

Herausgeber: Deutscher Bundestag * Pressezentrum

Platz der Republik 1 * 11011 Berlin

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