Phonoverbände: GEMA-Vorstand gefährdet Musikgeschäft der Zukunft

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Jetzt geht der Ärger richtig los. Nachdem schon der Tarifstreit zwischen den Phonoverbänden und der GEMA wegen der Lizenzgebühren für großen Aufruhr gesorgt hat (die nmz berichtete), kracht es jetzt wegen des Lizenzstreites bei der neuen Online-Download-Plattform Phonoline richtig. Der „Offene Brief“ des GEMA-Vorstandsvorsitzenden Kreile an den Bundeskanzler brachte das Fass zum Überlaufen. Die Phonoverbände sagen daraufhin die Einberufung eines „Runden Tisches“ mit Vertretern der Musikverleger, der GEMA und der Phonoverbände ab: „Der Vorstand der Phonoverbände hat vor allem das Vertrauen darin verloren, dass der GEMA-Vorstand noch die Interessen aller seiner Mitglieder vertritt,“ heißt es dazu in der Pressemeldung der Phonoverbände. Die Pressemeldung im Wortlaut:

“Offener Brief” des GEMA-Vorstandes an den Bundeskanzler torpediert PhonoLine

Eine Eskalation in der Auseinandersetzung zwischen den Verbänden der Musikindustrie und der GEMA war Anfang der Woche ein “Offener Brief” der GEMA an den Bundeskanzler. Die GEMA erweckt darin den falschen Eindruck, dass PhonoLine nicht ordnungsgemäß lizenziert sei.

Hintergrund sind Auseinandersetzungen über die Tarifansprüche der GEMA. Deren völlig überzogene Forderungen, insbesondere für den “New Media”-Bereich (Music-on-Demand, Ruftonmelodien), gefährden nachhaltig das Musikgeschäft der Zukunft. Doch nicht nur die Höhe der geforderten Lizenzen ist hierfür ein großes Problem: In Abkehr von bewährten Strukturen will die GEMA von jedem Internet-Händler separate Vergütungen einfordern, statt – wie bisher auch – die Lizenzen mit den verantwortlichen Musikfirmen als Eigentümer des Repertoires zu klären. Außerdem sollen die Rechte nicht mehr nur allein mit der GEMA auszuhandeln sein. Einheitliche Verwertungen werden vielmehr künstlich aufgespalten, um zusätzliche Vergütungen zu sichern. Das Musikgeschäft der Zukunft würde dadurch zu einem teuren, administrativ aufwändigen und unflexiblen Marathon. Mit solchen Fesseln kann ein neuer Verwertungsbereich nicht vernünftig entwickelt werden.

Nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert waren, blieb den Phonoverbänden keine andere Möglichkeit, als das gesetzlich vorgeschriebene Schiedsverfahren einzuleiten. Da dieses Verfahren sich über mehrere Jahre erstrecken kann, hatte der Vorsitzende der Phonoverbände, Gerd Gebhardt, Vertreter der GEMA, der Musikverleger und der Tonträgerhersteller für den kommenden Montag zu einem “Runden Tisch” eingeladen, um das wechselseitige Verständnis der Probleme zu verbessern. Nach den beispiellosen Vorgängen um den “Offenen Brief” sah sich der Vorstand der Phonoverbände gezwungen, den Termin abzusagen.

Mit dem “Offenen Brief” an den Bundeskanzler zum Start der Downloadplattform PhonoLine hat der Vorstand der GEMA das wohl wichtigste Projekt der Musikwirtschaft zur Öffnung des legalen Download-Marktes zu torpedieren versucht. Die Mitglieder der Phonoverbände haben kein Verständnis dafür, dass Investitionen in die Zukunft des Musikmarktes, die insbesondere auch Textdichtern, Komponisten und Verlagen zugute kommen, durch öffentliche Störmaßnahmen nachhaltig gefährdet werden. Die Absage des “Runden Tisches” war unvermeidbar: In der vorgesehenen Runde ist das Treffen nach den Ereignissen dieser Woche zu belastet. Der Vorstand der Phonoverbände hat vor allem das Vertrauen darin verloren, dass der GEMA-Vorstand noch die Interessen aller seiner Mitglieder vertritt.

Für Rückfragen: Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, spiesecke@phono.de

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2004 – Norah Jones: Sunrise

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Das Stück ist ja nun wirklich nett. Das Oooo Ooooo Ooooo ist wirklich nett gesetzt. Doch irgendwas ist beunruhigend an dieser Gesellschaft im Video. Die Teletubbie-Sonne, diese undurchsichtige Gemütlichkeit, die Leichtigkeit des Tages. Es ist alles so unböse, dass ein unglaubwürdige Szenerie entsteht. Tanzendes im Teich, mit Birnchen behangene Instrumente - und diese absurde Babyface-Sonne. Der Titel legt die Fährte ohnehin falsch. Sunrise und surprise. And now the night Will throw its cover down…

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Frau Catterfeld philosophiert

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... oder besser, lässt philosophieren. Da hat die Dame einen Titel in den Charts, schaut einen unglücklich-lasziv aus dem Video an. Das Erfurt-Gefühl bahnt sich Bruch. Und im Refrain heißt es dann, mir unverständlich: Du hast mein Herz gebrochen, als du bei ihr warst. Aus Tagen wurden Wochen oder auch ein Jahr. Okay, Herzbruch, weil der Macker sich woanders rumtreibt. Aber bitte. Aus Tagen wurden Wochen oder auch ein Jahr? Etwas vergesslich, was? Ab…

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GEMA-Ansage an Phonoline

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Phonoline soll zur CeBit starten mit höflichem Kanzlergruß. Prima. Das soll anscheinend auch GEMA-Vorstand Kreile gesagt haben. Unglücklich aber ist er darüber, dass die Lizenzfrage für Phonoline noch nicht geklärt sei. Und er verbindet dieses Problem mit der Aufforderung an den Bundeskanzler, doch bitte auf den Wert geistigen Eigentums hinzuweisen. Warten wir es ab, warten wir ab, was der Kanzler von geistigem Eigentum so hält. Vorschlag: Vielleicht sollte Phonoline zunächst einfachheitshalber den sogenannten Klassikmarkt…

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Tobias PM Schneid

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Tobias PM Schneid - jetzt muss ich mal nachtragen - ist ein guter Komponist. Das habe ich früher schon gesagt und ich sage es jetzt ein weiteres Mal.

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Erst das Essen, dann die Ästhetik

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Eine der lustigsten Passagen der Gesprächskultur. Beteiligte: Heinz Lubasz, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas und Tilman Spengler. Ja und Nein, im Prinzip kreiseln alle. MARCUSE Die citoyen ist ja nicht mehr jeder beliebige, citoyens sind die Menschen, die bereits anders geworden sind. LUBASZ Die müssen in der Mehrzahl sein. HABERMAS Im Prinzip alle. LUBASZ Ja. MARCUSE Nein, nicht alle. LUBASZ Doch, im Prinzip alle. SPENGLER Wir kreiseln. HABERMAS Wir kreiseln. Ich finde, wir sollten zur…

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Tim Renner: Wer singt, beißt nicht

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In der SZ vom 6/7.3.2004, Seite 16 schreibt Tim Renner und stimmt damit in die Analysen Janko Röttgers ein. Der physische Träger CD taugt als Haupteinnahmequelle nicht mehr. Vertriebs- und Abnahmewege müssen neu gedacht werden. Nicht einfach für Weltunternehmen. Das mag alles sein, es mag vielleicht auch richtig sein. Meiner Meinung nach sind das aber Phänomene, die nicht in die Tiefe der Probleme reichen. Renner schließt recht emphatisch, fast romantisch, Synergien zwischen Indies und…

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Werte-Diskussion mit Herrn G., Herrn M. und Herrn A.

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Seit einigen Jahren liege ich im Clinch mit Herrn G. über die sinnvolle Verwendung und überhaupt die Bedeutung von sogenannten “Werten” - oder wie aus der Schule “... und Normen.” Ich musste dabei immer an einen Disput zwischen Heinz-Klaus Metzger und Theodor W. Adorno denken, den diese 1957 über das “Altern der neuen Musik” führten. Und der der ging so: METZGER Ja, selbstverständlich bin ich darin mit Ihnen einig. Es scheint mir nur so,…

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Henscheid in München

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Normalerweise bin ich kein Autogramm-Jäger. Aber jetzt musste ich doch einmal anlässlich der letzten taktlos-sendung. Da war nämlich der Herr Henscheid mit dabei. Nach der Sendung klärte er mich darüber auf, dass er eigentlich keine Probleme mit der Deutschen Bahn AG hat, er sprach gelegentlich in Shakespearescher Manier - woran sich die anderen am Tisch gerne beteiligten und gerne sogar zur Reimform neigten. Und er übermittelte mir eine Adorno-Anekdote, die er mir - aus…

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Zwangsbeschallert

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Musik kann schon ein richtiger Weichmacher sein. Blinde werden sehend, Taube hörend und Menschen brav, vor allem aber Letzteres. Da werben die auf der Abschussliste des Berliner Senats stehenden Berliner Symphoniker in U-Bahnen mit dem Slogan „Kinder, die musizieren, kommen nicht auf dumme Gedanken“ (wie zum Beispiel in einen Gurkentransporter ohne Führerschein fahren), das internationale Büro der Jeunesses musicales hat eine Plakatserie hergestellt, auf der die gesellschaftlichen Verlierer hoffnungsfroh auf die Rettung durch Musik…

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