Elektro-Schutzjacke und Spion-Chips

Der Polizei-Newsletter Nr. 59 berichtet wieder einmal über ein paar aktuelle Kuriositäten. Dazu gehört:

Schutz-Jacke teilt Elektroschocks aus
Eine Jacke, die bei Berührung durch Dritte leichte Elektro-Schocks austeilt, entwickelt eine amerikanische Firma (derzeit nur für Frauen). Selbst mit äußerster Willenskraft soll so ein Angreifer den Träger nicht ergreifen können. Auf der Innenseite ist die Jacke (natürlich) isoliert. Sie wird mit einem Schlüssel und einem Schalter am Ärmeln aktiviert und über eine 9-Volt-Batterie mit Strom versorgt. Quelle: Trendletter 7, 2003, S. 12; http://www.no-contact.com (mit eindrucksvollen Videoaufnahmen). TF

An und für sich ist das überraschend einleuchtend. Man muss sich einmal andere Nutzanwendungen vorstellen. Man will ins Konzert, hat keine Karte und viele, viele Leute versperren den Weg zum Kassenhäuschen. Schlüssel am Ärmel drehen und – hoppala – springen alle Leute geschockt zur Seite. Das würde sonst nur ein Stinktier-Parfüm schaffen. Oder, man geht in ein gutes Restaurant und der brave Ober will beim Ausziehen der Jacke behilflich sein. Poing. Ein Riesenspaß. Und erst wenn es regnet und kleine Blitzchen über die Jacke jagen: besser als in jedem Science-Fiction-Film.

Weniger Freude werden Autorfahrer haben mit:

Spion-Chips in Pkws
Schluss mit Falschparken und gefährlichem Überholen: „Spion-Chips” in jedem Auto könnten bald alle Verkehrssünder entlarven. Nach britischen Medienberichten arbeiten derzeit Polizeispezialisten für die Regierung in London an Plänen, die in ganz Europa solche winzigen Chips in jedem Fahrzeug ermöglichen würden. 47 Vergehen soll das System zur “elektronischen Fahrzeugidentifizierungs-Verfolgung” (EVI) ahnden können – vom Autodiebstahl bis zum Fahren ohne Versicherung. Großbritannien müsste nach den Berichten bestehende Systeme zur Verkehrsüberwachung nur minimal verändern. Autoproduzenten wären verpflichtet, die Chips in alle Neufahrzeuge einzubauen, alte Autos würden nachgerüstet. Der Chip registriert etwa ein zu hohes Tempo direkt im Auto und verpetzt den Raser an einen Zentralcomputer. Damit würde jeder Sünder garantiert geschnappt. // TF (Danke an Martin Herrnkind)

Kann denn Verbrechensaufklärung schöner sein? Nur, was das für Folgen für den Arbeitsmarkt hätte, keine Autobahnpolizei mehr nötig, der ganze Kram der Bürokratie erledigt sich von selbst. Und irgendwie ist der Mensch ja auch geistig und physisch dem Auto sehr nahe. Bald leben wir in Frieden und menschliche Denunzianten wie Überwachungswagen werden überflüssig. Il paradiso.

Quelle der Zitate:
Aus dem: Polizei-Newsletter Nr. 59, Dezember 2003

Der Polizei-Newsletter ist ein Kooperationsprodukt von TC TeamConsult, Genf/Zürich (CH) und Freiburg i. Br. (D) und dem Lehrstuhl für Kriminologie (Kriminalpolitik, Polizeiwissenschaft) der Universität Bochum (Prof. Dr. Thomas Feltes). Die Html-Version des Newsletters finden Sie unter http://www.Polizei-Newsletter.de. Dort können auch alle bisher erschienenen Newsletter nachgeschlagen werden und man kann sich für die deutsche, englische, französische und spanische Version ein- und austragen.

(mehr …)

Kommentare deaktiviert für Elektro-Schutzjacke und Spion-Chips

Kalenderblatt: Dezember

Aus dem monatlichen Kalenderblatt der Kultur-Kritik Dezember: weiter: Wäscheklammern klammern sich fest.

Kommentare deaktiviert für Kalenderblatt: Dezember

Ich bin Apfel Dos 3.1

Which OS are You?

Kommentare deaktiviert für Ich bin Apfel Dos 3.1

contrapunkt: kirchenmusik, Andacht ./. Ohnmacht

Kirche in schottlandAm 20.11.2003 übertrug Bayern4Klassik die 17. Ausgabe der Sendung contrapunkt – einer Gemeinschaftssendung von MDR KULTUR und Bayern4Klassik. Thema war Kirchenmusik – Zwischen Andacht und Ohnmacht. Eine spannende Sendung, die leider immer noch aufzeigte, wie schwer wiegend die Wunden der Vergangenheit in die Gegenwart hineinreichen.
(mehr …)

Kommentare deaktiviert für contrapunkt: kirchenmusik, Andacht ./. Ohnmacht

Corinne Douarre: Virages

Ist es Chanson oder ist es nicht? Jein. Für mich hat der Chanson immer den Ruch von französischer Schnoddrigkeit. Irgendwie klingt er automatisch nachgemacht. In eine Zeit transportiert, die eigentlich…

Kommentare deaktiviert für Corinne Douarre: Virages

Zeitkratzer performing Terre Thaemlitz Super-SuperBonus

HiFi-Stereo (!), gelb (!!) mit 3D-Poster und -Brille (!!!). Schräge musikalische Ursuppelei für Platten-Spieler; voll abtauchenswert – Kunst.„,”Eine ganz merkwürdige Platte, die manchmal an der Grenze zur Stille sich bewegt. Das sind ganz feine musikalische Äderchen, die wie im Track “Consciousness” auf der B-Seite eine so angehm weiten Atemzug haben. Das vibriert auf einer weiten Fühlungsamplitude. Schnurren, scharren und dabei noch Rhythmus geben. Eine fantastische Wirkung und ein ganz unwildes Erfühlen von Freiheiten in Phrasen und Klang.
(mehr …)

Kommentare deaktiviert für Zeitkratzer performing Terre Thaemlitz Super-SuperBonus

new art saxophone quartet: Guarda!

<%image(20031111-2003-meta-guarda.jpg|150|153|Guarda!)%>

Eine zweite Reise bei Meta Racords. Das new art saxophone quartet ist im Unterengadin unterwegs, nicht wirklich aber mental. Klaus Pfister (ss), René Straub (as), Daniel Chmelik (ts) und Erich Strehler (bs) sind da unterwegs mit “Hörbildern” wie es Pfister nennt. Man ist geneigt, bei vier Saxophonen kann man nichts falsch machen, die klingen einfach sowieso immer gut. Und hier ist es nicht anders.

Herausgekommen ist ein musikalisches Vielerlei, das sich zwischen der quartettlogischen Patternwirtschaft und experimentellen Klangerzeugnissen ausbreitet: mal süffig, mal feingliedrig, also immer differenziert. Dahinter stehen zwar beinahe programmatische Anmutungen großer bildlicher Tragkraft wie “Lai blau – 2700 m Höhe, ein See aus blauem Glas” – doch das schadet in mehrfacher Hinsicht nicht. Wer in den Bergen war, kenn ähnliche Bilder und Gefühle, die sie auslösen. Sie haben etwas Unerreichbares, was nicht so richtig durch rationalisierten Klang einholbar ist [ich persönlich würde da am ehesten noch an Webernsche Musik denken].

Und es schadet auch nicht, weil man dieses meines Erachtens notwenige Misslingen nicht als solches hört. Die Musik bleibt frisch und eigen. Sie ist weit genug auch entfernt von der rauhen Bläue es Julius Hemphill mit seinen Saxophonisten, die in Berlin auf dem Jazzfest anno 1992 oder 1993 die Musik zum Kochen brachten.

new art saxophone quartet: Guarda!
Meta Records, meta 20

(mehr …)

Kommentare deaktiviert für new art saxophone quartet: Guarda!

Mardi Gras.bb: Heat

<%image(20031111-cd-mardi-heat.jpg|150|150|Mardi Gras BB - Heat)%>

Mardi Gras.bb haben schon ein paar hübsche saftige Platten zusammengebracht. Die neue mit dem reizenden Cover verspricht laut Titel “Hitze”. Doch das will dieses Mal nicht so recht klappen.

Das erste Stück ist noch extrem süffig und in der Rhythmus-Programmierung zusammen mit dem realen Klang satt. Ja, this ist heat, durchaus. Doch schon bei den nächsten Nummern ist irgendwie Sand im Getriebe dieser Soundmaschine, ja, das klingt bisweilen etwas eckig.

Die Grundierung stimmt immer noch, aber meines Erachtens ist die Abmischung im Zusammenhang mit den anderen Instrumenten beinahe grob, so dass sich die Off-Beats der Gesangslinien nicht deutlich genug dagegen legen können.

Die Titel versprechen weiterhin Hitze wie “S-E-X-X-Y” [T. 6] und gewiss ist da auch eine musikalische Schwüle mitdrin, vor allem in den Breaks, doch irgendwie zünden die Songs nicht so recht. Fast alle Stücke fangen exzellent an und alle haben Mittendrin ganz fantastische Subtilitäten. Doch Detail und die musikalische Suppe mischen sich nicht so recht zusammen. Die Bläsersets können sich dabei so sharp halten wie sie mögen. Schade, wirklich schade.

Mardi Gras.bb: Heat
Hazelwood

(mehr …)

Kommentare deaktiviert für Mardi Gras.bb: Heat

Broken Beats: The Weather Beats The Rhythm

<%image(20031111-cd-broken-beats.jpg|150|134|Broken Beats)%>

Jetzt liegt die Scheibe schon einige Tage, Wochen bei mir herum und irgendwie fehlen mir die Worte. Von Anfang an hat mir die Musik gefallen. Die Songs sind alle einzigartig und gehen spielerisch mit vorhandenen musikalischen Genres um.

Da denkt man mal, man befinde sich in der Country-Musik, einer wohlweislich dänischen [Track 1: bring it], denn die Musiker stammen aus Dänemark. Danach kommt ein hochkomplexer aber softgrooviger Song [Track 2: the beat], der nach bester Liedherstellung klingt. Das wirkt ebenso stilsicher wie auf eine freundlich bestimmte Weise anspruchslos.

Kopfstimmig und posaunig dann No. 3 “the last song”. Und so geht es weiter und weiter. Eine wunderbare Platte, die zum aufgedrehten Zurücklehnen animiert. Für den Freund feinster Songideen ebenso interessant wie für den Partymacher.

the broken beat: /the weather beats the rhythm/
Hazelwood: HAZ 025

PS: Wenn mans nicht wüsste, käme man nicht darauf, dass es dänische Musiker sind. Die Musik klingt im vorteilshaften Sinne so schlampert, so hinterrotzig … jawohl.
(mehr …)

Kommentare deaktiviert für Broken Beats: The Weather Beats The Rhythm