Iannis Xenakis: La Légende d‘eer [diatope]
„Pièce electroacoustique pour bande 8 pistes 1977/1978“: ebenfalls so ein Monsterstück für Tonband, das aber einen ganz anderen Aufbau als Persepolis hat. Nicht das dichte Gegrummel von Persepolis sondern viel ziselierter. Xenakis beschreibt sie folgendermaßen:
Persepolis (1971) von Iannis Xenakis ist ursprünglich für eine Outdoor-Aufführung an alten persischen Plätzen gedacht gewesen – ergänzt um zahlreiche multimediale Zusatzbestandteile. Persepolis ist ein Tonbandstück aus „konkreten Klängen“ in der Länge von 56 Minuten. 56 Minuten puren musikalischen Dauerstresses könnte man auch sagen. Es quietschen und kreischen da Klänge auf einer zum Teil extrem lauten Basis. Das Stück scheint kein Ziel zu kennen – und es bricht dann auch fast überraschend ab. Gerade die die letzten sechs Sekunden klingen merkwürdig anders. Wumm.
Das neueste Werk aus der Feder des elektrischen Liedermachers Bernd Begemann. Es ist voller Liebeslieder, die alle im Vergleich zu früheren Liedern dieser Art weniger ab- und hintergründig sind, auch weniger ironische Haltung ist mit dabei. Von der Art der Arrangements her, zielt dieses Album von 11 Tracks (Gesamtdauer: knapp 47 Minuten) auf den Popmarkt. Am Anfang war ich darüber doch sehr enttäuscht, zumal es in manchem Lied jenen unsäglichen Rumsti-Schlagzeug-Stil gibt, mit dem in der Popmusik vor allem alte Stücke neu vercovert werden oder auch Stücke aus de E-Musik eingepoppt werden.
Insbesondere für Freunde von Rhodes und Vibraphon, die sich zugleich auf den Wogen ausgeruhter und enervierender Rhythmen fortbewegen wollen, dürfte dieses Album von Interesse sein. Club-Kultur und Jazz sind ja keine Feinde, doch so richtige Freundschaft scheint immer beide Seiten zu beschädigen oder zu beleidigen. Denn der Zaubervirtuose aus dem Jazz muss hineingewürgt werden in ein bestenfalls electronic-knarzenden und -fiependen Brei, dem dann noch eine gesampelte Miles-Trompete übergestülpt wird.
Nicht das, was man unter solch einem Bandnamen vermutet, aber auch nicht komplett was anderes. Die Truppe, die sich unter dem Namen „Kool Ade Acid Test“ zusammen gefunden hat, stammt topographisch und musikalisch aus verschiedenen Welten unter der Schirmherrschaft von Steven Gaeta (einstens „Universal Congress Of“). Heraus gekommen ist eine dufte CD, deren Stilistik schwerlich zu fassen ist. Am ehesten erinnert das an Sgt. Pepper‘s Heart Club Band, die sich mit „Beck“ und einem Mannheimer-Südstaaten-Brass-Band-Klabum gegenkreuzt.