Verbraucherschutz verbessern

Bei der Bahn muss sich was tun. Mir kam es auch immer schon so vor, dass die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG die Leistungserbringung einseitig geregelt hat. Als Kunde steht man im Fall eines Ärgernisses immer blöde da und ist auf die Kulanz und Freundlichkeit des Personals angewiesen. Darunter gibt es natürlich wirklich nette Menschen. Im Einzelfall muss man aber dennoch streiten und bekommt dann gerne gesagt: Dafür kann “ich” nichts, wenden Sie sich an … Ich habe da meine Vorschriften … etc.

Hier also der Text im Wortlaut, aus dem Bundestag …

***** HEUTE IM BUNDESTAG **** PRESSEDIENST DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES *****

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Berlin: Mo, 05.05.2003 Redaktionsschluss: 15:40 Uhr (091)

Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (Anhörung)

VERBRAUCHERSCHUTZ BEI HAFTUNG IM ÖFFENTLICHEN PERSONENVERKEHR VERBESSERN

Berlin: (hib/POT) Die Verbesserung von Fahrgastrechten und die Haftung bei Verspätungen, Zugausfällen und Leistungsstörungen standen im Mittelpunkt einer Anhörung des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zu den “verbraucherpolitischen Aspekten im öffentlichen Personenverkehr” am Montagmittag.

Der Verkehrsclub Deutschland kritisierte, dass nach Paragraph 17 der Eisenbahnverkehrsordnung Entschädigungsansprüche im Eisenbahnverkehr wegen des Ausfalls oder der Verspätung von Zügen nach wie vor generell ausgeschlossen seien.

Die am 15. Dezember 2002 in Kraft getretenen neuen Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG hätten zwar zu einer leichten Verbesserung für die Verbraucher geführt. Nach wie vor handele es sich jedoch um freiwillige Kulanzleistungen, die durch verbindliche Rechtsansprüche ersetzt werden müssten.

Zu erbringende Leistungen müssten klar und eindeutig definiert und – davon ausgehend – die Grenzen für Erfüllung, Nacherfüllung und Nichterfüllung festgelegt werden. Der Fahrgastverband Pro Bahn sowie die Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützten diese Einschätzung.

Der Fahrgastverband Pro Bahn plädierte dafür, die Kundenrechte im Rahmen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) für alle öffentlichen Verkehrsunternehmen zu vereinheitlichen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte in diesem Zusammenhang das Beschwerdemanagement der Deutschen Bahn und mahnte eine Schlichtungsstelle auf Bundesebene an.

Dagegen sprach sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmer dagegen aus, die Fahrgastrechte im Bürgerlichen Gesetzbuch festzuschreiben. Sinnvoller sei es, diese in den Beförderungsbedingungen festzulegen, da auch hiermit ein Rechtsanspruch begründet würde, aber auf geänderte Bedingungen flexibler reagiert werden könnte.

Der Vertreter der Deutschen Bahn AG wies darauf hin, dass die Kunden durch die seit Dezember 2002 geltenden neuen Beförderungsbedingungen einen Rechtsanspruch auf Entschädigungsleistungen hätten, die vorher im Kulanzweg gewährt worden seien.

Danach könne ein Reisender, der wegen Ausfalls oder Verspätung eines Zuges oder wegen Versäumnis des Anschlusszuges seine Reise nicht bis ein Uhr des Folgetages mit einem anderen fahrplanmäßigen Verkehrsmittel fortsetzen kann oder dem eine solche Fortsetzung unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar ist, von der Bahn die angemessenen Kosten der Übernachtung oder die Kosten der Fortsetzung der Reise mit einem anderen Verkehrsmittel (zum Beispiel Taxi) verlangen. Der Kunde müsse dabei kein Verschulden der Deutschen Bahn für den Zugausfall, die Verspätung oder das Anschlussversäumnis nachweisen.

Auf Nachfrage räumte der Unternehmensvertreter ein, dass die neuen Beförderungsbedingungen in der Öffentlichkeit noch besser kommuniziert werden müssten. Durch die gleichzeitige Einführung des neuen Preissystems seien die neuen Beförderungsbedingungen noch nicht bekannt genug.

Aufgrund der systembedingten Besonderheiten des Zugverkehrs sei eine Ausnahme von den ansonsten im BGB geltenden Haftungsregelungen auch weiterhin zwingend notwendig, erklärte die Deutsche Bahn AG weiter.

Alles andere würde erheblich wirtschaftliche Auswirkungen für das Unternehmen nach sich ziehen. Der Vertreter der Deutschen Bahn hob die Bedeutung eines Verbraucherschutzes “mit Augenmaß” hervor, warnte jedoch zugleich vor einem “überzogenen Verbraucherschutz”, der zu Kostensteigerungen führen würde.

Im Übrigen sei zu beachten, dass die Deutschen Bahn im Vergleich zum Individualverkehr konkurrenzfähig bleiben müsse. Das Unternehmen beharre nicht auf überkommenen Sonderregelungen, sondern plädiere lediglich für Chancengleichheit mit den Wettbewerbern.

Die Connex Regiobahn GmbH sprach sich in diesem Zusammenhang für ein einheitliches Informationssystem aus, das allen Bahnkunden zur Verfügung steht und alle Bahnanbieter berücksichtigt. Hierzu sollte wie in anderen Wirtschaftsbereichen eine neutrale Institution geschaffen werden, regte Connex Regiobahn an.

Auf die Frage nach der Ausgestaltung von Fahrgastrechten in anderen europäischen Staaten wies die Verbraucherzentrale Bundesverband auf die beispielhafte Regelung in den Niederlanden hin. Hier würden bei einer Zugverspätung von 30 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises erstattet, bei einer Verspätung von mehr als einer Stunde sogar der volle Fahrpreis.

Die Kosten für eine gesetzliche Regelung der Haftung seien im Übrigen marginal. Bei den niederländischen Eisenbahnen würden lediglich 0,3 Prozent des Umsatzes im Personenverkehr für eine angemessene Haftung aufgewendet, erklärte der Fahrgastverband Pro Bahn ergänzend.

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Baden Powell: Lembrenças

Da spielt jemand sehr zurückgezogen Gitarre, jenseitig. Selten haben sich Klarheit und Schwermut so schön vereint. Baden Bowell, Lembrenças / Trama TESN/114-2 Siehe auch: Jazzzeitung

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Sidsel Endresen, Bugge Wesseltoft: Out here. In there

Ja, ich weiß, die Platte ist schon etwas alt - aber ich habe sie mir heute nochmals beim Durchkramen herausgefischt. Und es ist schon erstaunlich, welche Breite zwei Musiker zusammen zum Klingen bringen. Klar, das könnte auch in irgendwelchen Yuppie-Schuppen laufen und dann lässt man sich die Cocktail-Kirsche zwischen den Hautfalten verkrümeln. Muss ja nicht sein Was ich wirklich faszinierende finde an dieser Platte, ist, dass sie wirklich schön gehört ist, mit minimalen Mitteln…

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O Universo Musical de Baden Powell

Doppel-CD des Gitarristen aus Brasilien, welches einen schönen Querschnitt durch seine musikalische Laufbahn (1964-1977) aufzeigt. Kaum ein Track, den man übergehen müsste. O Universo Musical de Baden Powell / Universal 017 301-2

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Superpreachers: Stereophonic Sometimes

Gute Uptempo-Stücke, die fein und raffiniert gemixt sind. Teilweise allerdings etwas langweilig und ein bisschen technikverspielt. Überrumpelt beim ersten Hören, wird dann schwächer. Superpreachers, Stereophonic Sometimes / Hazelwood HAZ 023

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Johnny La Marama

Ein neues Werk aus dem Hause meta records, die unlängst nach Berlin umgezogen. Leider haben sie ihr schönen Booklet-System aufgegeben. Graphisch war es hocheindrucksvoll. Nun leider das Jewel-Case. Leider. Doch zur Musik:

Chris Dalgren (bass), Kalle Kalima (guitar) und Eric Schaefer (drums) zeigen auf dieser Scheibe, dass man immer noch mit guten Gründen “frei” spielen kann. Das Trio spielt neun durchaus recht unterschiedliche Tracks ein, deren Beziehung zwischen frei und gebunden schwer zu durchschauen ist. Es ist also die Musik nicht einfach “schräg”, aber sie ist eben auch nicht so billig totarrangiert. Beschreiben fällt wirklich schwer. Man spürt aber eben doch in jeder Faser, dass es Triomusik auf höchstem Niveau ist, die zudem auch neu klingt. Aber, ich kenne ja auch nicht alle Musik der Welt.

Johnny La Marama – meta records 015 – Metarecords (da gibts auch mehr Infos zu Gruppe und Musik – anfangs fand ich die Idee gut, es im Booklet mit dem Verweis zu halten, heute find ich es ein wenig schade, meine Meinung)
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Louis Andriessen: De Staat

Ein Hochwerk der repetitiven Musik aus den 70er Jahren. Mit viel Bläsern, etwas Bratschen und Gesang. Voll homophon und mit einem musikalischen Druck, den es in der repetitiven Musik selten gibt. Eine musikalische Abrechnung mit Platos Staat in knapp 35 Minuten. Ratatatata – und keineswegs so lieblich, wie man gemeinhin die sogenannte Minimalmusic kennt.

Louis Andriessen: De Staat (Schoenberg Ensemble, Ltg: Reinbeert des Leeuw) – Nonesuch 7559 79251-2

Interessant dabei auch, dass Andriessen dieses Stück als Beitrag zur Diskussion zum Stand der Musik in der Politik vestanden wissen will. Plato, mit seiner Angst vor einer Beschädigung des Gesellschaft (Gemeinschaft) durch Musik, wird aufs Korn genommen. “De Staat” ist zwar nicht direkt die Gesellschaft beschädigend. Angst vor der Musik – ein bisschen kann man sie auch beim Hören bekommen, dazu sollte man sie aber nicht zu leise hören.
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Joni Mitchell: Travelogue

Dicke Doppel-CD mit großer Besetzung, darunter auch Jazz-Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter oder Kenny Wheeler. Eine Musik kommt dabei raus, die ganz unterm Tonfall von Joni Mitchell steht - und irgendwie auch amerikanisch-selbstdistanziert zu sich selbst steht. Ich mag das ja, anderen mag das wehleidig erscheinen. Mindestens muss man ihrer vielleicht letzten Platte zugestehen, dass kein dummes Schlagzeug im Hintergrund rumdrummt. Da geht einem eher mal die Oboe auf den Geist. Nein, dass…

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Omar Sosa: Ayguna

Spannendes Duo des Pianisten Omar Sosa mit dem Perkussionsisten Gustavo Ovalles. Ohne Anbiederung frei im musikalischen Raum schwebend. Mal leicht, mal komplex. Ein Live-Concert, welches seine Spontaneität behalten hat. Omar Sosa, Ayguna / Skip SKP 9034-2

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Weblog dank Strato-Panne gelöscht

Leider ist passiert, was nicht passieren dürfte. Meine Datenbank mit meinen Beiträgen ist gelöscht worden. Mal sehen, ob ich mein letztes Backup wiederfinden kann. Nein, leider ist kein nettes Backup da gewesen. Dumm gelaufen und eigentlich müsste ichs ja besser wissen. Jetzt habe ich wenigstens die Skins wieder etwas restauriert und werde eben langsam wieder nachfüllen.

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