Kultur? Abschaffen!

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Wer sich heutzutage durch die Feuilletons schleicht, wer des Kabels Fernsehen sieht, wer durch die virtuellen Welten virtueller Computerserver surft, der stößt allenthalben auf Kultur. Kultur, wo man hinschaut, Kultur, wo man hinhört. Studieren kann man das Management derselben, Unternehmen geben sich eine solche. Eine schlanke Taille ist „ästhetisch“ faseln uns die zum Interview gequälten Personen aus Fernsehkanal X zu. Ein dicker Bauch ist „unästhetisch“ wird danach eine amerikanische Studie von der Soundso-University zitiert.
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Sich schwerelos durch einen harten Markt spielen

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Eigene Konzertreihe im Konzerthaus, Ideen zur Hochschulausbildung: das Vogler Quartett setzt AkzenteAls sich die Musik-Biennale 1999 um die Musik der 80er Jahre bemüht hat, lag es auf der Hand, auch eines der extremsten Werke aus dieser Zeit zur Aufführung zu bringen: Morton Feldmans 1983 komponiertes Zweites Streichquartett. Es ist mit einer Dauer von vier bis fünf Stunden eines der längsten Kammermusikwerke überhaupt. Natürlich gibt es kein Quartett, das dieses Stück im „Repertoire" hat.Die Festivalmacher…

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Was heißt Bildung von Menschen?

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Musikunterricht darf nicht zum Gefühlsasyl verkommenAngesichts dessen, was sich seit geraumer Zeit in Europa abspielt, scheint es müßig, sich Gedanken um die Musikpädagogik zu machen. Ob man eine oder doch besser zwei Stunden Musikunterricht in der Schule haben sollte oder, ob Gruppenunterricht dem Einzelunterricht vorzuziehen sei, solcherlei Fragen wirken rein technologisch.Ja, müßte man nicht vielmehr in Anlehnung an Theodor W. Adorno fragen: „Gibt es einen richtigen Musikunterricht im falschen Leben." Das würde viel genauer…

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Die Berufserinnerer

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Denn wie man sich erinnert, so lebt man. Und wir alle leben in einer Erinnerungskultur. Todestage und Geburtstage, Jubiläen und historische Ereignisse werden ans Tageslicht gezerrt (Schubert-, Mozart-, Eisler-, Gershwin, Peter-und-der-Wolf-Jahr). Es werden Mahnungen ausgesprochen und Aktualitäten beschworen. Kurzum: Es wird an alles erinnert. Doch wie man auf die Geschichte blickt, so schaut sie zurück. Die Art und Weise der gegenwärtig praktizierten Erinnerungskultur ist fatal – und sie ist allemal fatalistisch. Man erinnert sich…

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Absurde Sache

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Befreite Kultur statt SponsoringMan muß sich das mal vorstellen. Stand neulich in meinem Rentenbescheid: „Diese Rente wurde gesponsert von der Kugellagerfabrik Pfalzkofen.“ Merkwürdig, könnte man denken. Aber so ungewöhnlich ist das eigentlich nicht. Erstens sponsern die Unternehmen sowieso die Renten (in Form eines Beitrages in den Lohnnebenkosten) und zweitens täten die Unternehmen dann etwas, was tatsächlich ihre Aufgabe wäre. Doch dazu später. Nein, statt dessen machen sie in Kultur zum Beispiel, nennen das Förderung,…

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Komposition und Film

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„Composing for the Films: Adorno, Eisler and the sociology of music"(Historical Journal of Film, Radio and Television, Vol.18, No.4, 1998I. Komposition für den Film – Entstehung, Ästhetik, SoziologieWenn man verallgemeinernd annimmt, daß mit bestimmten historischen Situationen zugleich deren Analysen vom Verfall betroffen sind, so wird auch ein altes Buch veralten. Wenn sich also die Lektüre des alten Buches noch lohnen sollte, so weil in ihm etwas steht, was aktuell geblieben ist oder was zu…

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Harmonie als Kind der Schande

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Die umtriebigen Grazer Wertungsforscher laden alljährlich zu thematischen Symposien ein, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben. Hinter dem poetischen Titel verbirgt sich jedoch erbitterte Theorie. Zwölf Aufsätze umkreisen die „Dialektik des Harmonischen“ ohne sie zu greifen. Ein erster großer Teil besteht aus der Interpretation des Adornoschen Satzes „Kunst ist das Versprechen der Kunst, das gebrochen wird“. Da dieser Satz zugleich dialektischen Wesens ist, ferner in einem auf hohem Niveau dialektisch verfaßten Buche, nämlich der „Ästhetischen Theorie“ steht, kann man über diesen Satz phänomenal fabulieren. Das gelingt Albrecht Wellmer auch eminent eindrucksvoll.
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Alternative Kulturfinanzierung

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Musik:John Cage: Präpariertes Klavier (unter dem Beginn des Textes liegen lassen)Sprecher:Das Gejammer um Werteverluste und Kulturerosionen ist in allen Feuilletons deutlich zu hören. Klar, worüber sollen die noch schreiben, wenn es keine sogenannten Kulturveranstaltungen gäbe. Eine komplette Gruppe von Journalisten müßte sich nach neuen Arbeitsfeldern umsehen oder, was vielleicht einfacher ist, den Begriff der Kultur neu verstehen lernen. Aber lassen wir diesen abseitigen philosophischen Blick in die Eingeweide mal beiseite, es soll jetzt nicht…

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Atonalität in Rock- und Popmusik

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Sprecher:
Die zeitgenössische Musik braucht Kontroversen. Ohne öffentliche Kontroverse wäre sie vermutlich nur eine andere Art des Hochschulsportes. Alle paar Jahre gibt es die großen ästhetischen Streitereien. Schönberg gegen Strawinsky, Serialismus gegen Aleatorik, Neue Einfachheit gegen die Vision einer Negativen Musik. Neuerdings befürchtet man die Unterwanderung der kratzbürstigen Neuen Musik durch Weichspülerwerke aus Osteuropa und Amerika. Infektionsgefahr droht! Die Gefahr hat einen Namen: Tonalität.

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