Und weiter gehts mit Musike
Das erste Deutsche KulTUrbLoG ist proud to present was altes. Die Stimme des Obertrottels von taktlos hat sich vor einem Monat des Singens angenommen. Heftig! Findet jedenfalls der Geschäftsführer der Kritischen Masse, Falsch Hufziger: „Wenn dem Singen so viel Ehre wird zuteil, so ist das einen Ochsenschwanz wert.“ Das Beste ist natürlich die Mufik.
Kalibrierung der Gesellschaft – Wiedervorlage
Man kann seinen Monitor mit einigen Mitteln kalibrieren. Dazu nimmt man wohl am besten ein System, welches einen Sensor hat, der die Farben prüft. Rot ist dann Rot, Grün Grün, Blau Blau und Grau Grau. Was das Kalibrieren nicht bringt, ist, ob das was auf dem Bildschirm an Bildern sich zeigt, ein gutes Bild ist. Es ist nur ein technisches Mittel, ein quantitatives Mittel, kein qualitatives.
Das weiß jeder, der dieses Mittel nutzt, oder er sollte es wissen. Das Kalibrierungssystem macht keine Inhalte. Wenn man sich auf die Situation der Gesellschaft bezieht kann man die Politik, so wie sie heute betrieben wird auf diese Funktion reduziert sehen. Nur dass es hier nicht um Monitore oder andere Ausgabegeräte geht sondern um lebendige Subjekte. Schon an der Kalibrierung hapert es, aber alle Arbeit bezieht sich nur auf die technische Abwicklung und Optimierung des Zustandes — natürlich sind dahinter auch Inhalte verborgen, aber sie scheinen immer mehr zweitrangig. Verwaltung geht vor Idee. Warum etwas so oder so organisiert werden soll, was überhaupt organisert werden soll, das bleibt meistens eine Leerstelle.
Es fehlt in der Regel der erste Schritt, der danach fragt, wie soll denn überhapt Gesellschaft aussehen. Statt dessen: Wie kann sie funktionieren. Wie ist zu verwalten, was nicht funktioniert? Ein Großteil der Gesetze, die in der Regel das Ergebnis von Politik sind, kümmern sich nur um die andauernde Kalibrierung der Gesellschaft. Aber nicht als einer Gesellschaft von menschlichen Subjekten sondern als einer von technischen Problemen. Von Fallbeispielen, von Gegen-Ständen.
Das ist falsch und führt zu den bekannten Schwierigkeiten, die solange dauerhaft sind, wie dieses Denken vorherrscht. Der Status quo wird fortgeschrieben.
Eigentlich ist das ein alter Käse. „Familiären Defiziten und emotionaler Unterernährung ist nicht durch staatliche Subventionen und sozialarbeiterische oder therapeutische Reperaturversuche beizukommen“, schrieben 1993 Götz Eisenberg und Reimer Gronemeyer in „Jugend und Gewalt“. „Dennoch herrscht heute die Tendenz vor, alles in Funktionen zu zerlegen, als prinzipiell lösbares soziales Problem zu formulieren und für jedes Defizit einen Experten auszubilden, der es mit den ausgefuchstesn Methoden seiner Disziplin beheben soll.“
Viele Dinge funktionieren so einfach nicht. „Solche Bereiche, in denen eine andere Logik als die der ‘gefühllosen Barzahlung’ gelten muß, sind zum Beispiel: familiäre Beziehungen, Krankenpflege, Kinderaufzucht und Hilfstätigkeiten. Zuneingung, Zärtlichkeit, Sympathie und Einfühlung lassen sich nicht monetarisieren und in bezahlte Dienstleistungen verwandeln“, heißt es da weiter.
Schon daher müssen Gesundheitsreform, Schulbildung, Altenpflege scheitern, wie es es Pepa kurz dargestellt hat. Gesellschaft, das ist nicht in erster Linie eine Haushaltsdebatte im Bundestag, nicht das Aufbürsten von Kunst und Kulltur kraft Verband und Rat. All diese Kalibrierungsversuche bleiben was sie sind. Technokratische Lösungen, wo es viel tiefer innen kriselt. Sie sind Hilfsmittel, die hinzukommen. Sie sind nicht die Zwecke. Die ganze rechte Musikszene wächst und wächst. Musikmachen ist nicht gut an sich. Und man muss schon ziemlich kurz- und engstirnig sein, wenn man meint, wie es eine Yamaha-Werbung tut, dass durch Musik die Bemalung von Schulgebäuden eingedämmt werden würde. Nicht Musik macht Menschen gut, Menschen machen Menschen gut. Und auch das nur, wenn sie dazu in der Lage sind, wenn sie selbst nicht Gegenstände einer rein technischen Rationalität sind. Wenn man aer Menschen um ihre Menschwerdung bringt, dann kann man alles vergessen und so viel Geld und Gesetze einsetzen wie man will. Das wird nichts zum Guten wenden.
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KuLTuRBloG ist sauer
Der Buster nimmt mich auf den Arm. Das ist gemein. Aber man wird ihm müssen zustimmen. Doch das KulTuRBlog ist auch unzufrieden. Der Meinung seines in den Urlaub scheidenden Geschäftführers und Generalsekretärs zu Folge seien einige Dinge in dieser Zeit zur Wiedervorlage nötig. Mattna Huffin: „Es geht nicht an, dass diese Zeit über Dinge der substantiellsten Tiefe hinweggehe, während man in Tritt und Trott vor sich her spiele. Die Zeit zur Reorientierung ist reif.…
Kalenderblatt Oktober 2006
!~~1/2006-10-01.jpg|Nebel~~! und Tagesmax!
Idomeneo IV – Dampf!
Absurd. Jetzt lese ich in der kassik-newsgroup: Eine im Ausland lebende deutsche Theaterfreundin hat recht allgemeine Bedenken gegen die Inszenierung geäußert und an den Karikaturenstreit erinnert, so nun die Einlassung der Berliner Polizei. Das war der anonyme Anruf, der ja durchaus von einer der anonymen Damen etwas aus dem Merkerkreis hätte kommen können. Dieser schwerwiegende Hinweis veranlasste das LKA ein Risiko mit unkalkulierbaren Ausgang zu konstatieren. Besser kann man doch eine Operninszenierung nicht beschreiben.…
Idomeneo III
So schön, so einfach, so rührend: Dieser Marsch aus dem dritten Akt des „Idomeneo“. Könnte ich mir stundenlang anhören. Habe ich heute stundenlang gehört. Bei all dem Trubel um die abgesetzte Inszenierung in Berlin, da vergisst man doch schnell, dass so ein Werk auch voller schönster Musik ist. So etwas könnte ich mir glatt zur eigenen Beerdigung wünschen. Und bis heute kannte ich das Stück ja nicht einmal.
Idomeneo II
Nachtrag: Den Rest des Tages hatte ich verpasst. Es gibt ja fast niemanden, der sich nicht dazu geäußert hätte. Die Zeitungen sind voll, selbst der Kulturstaatsminister Neumann stimmt in die Kritik mit ein. Das lässt mich hellhörig werden. Vor allem gegenüber der promten Betonung der sogenannten Kunstfreiheit. Ist die denn in Gefahr. Manchmal denke ich, schön wär es. Aber mit Kunst hat all das doch gar nichts zu tun. Es handelt sich nur um…
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