Kritik und Foto

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Gerade habe ich im Blog von kwerfeldein (Foto-Magazin) einen Text über das ultimative Foto gelesen, das es ja nicht gibt. Insofern ist Kritik eine natürliche Sache. Das ist in anderen Bereichen der Kunst nicht anders. Kritik gehört zur Kunst. Martin Gommel führt dabei einen Haufen von „kritischen Bemerkungen“ an, die sich in Kommentaren zu Fotos im Blog befinden. Und er zeigt an, dass es mit dem Niveau der Kritik selbst nicht unbedingt zum besten gestellt ist. Dem will ich nicht widersprechen. So…

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Fotografie ist keine Kunst

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

Warum eigentlich sowieso alles ziemlich wurscht ist, weil sich alles schneller ändert, als man denken kann. Negative züchten sich noch bevor sie sich manifestieren. Photographie ist keine Kunst. Mit den neuen Medien ist Photographie überall und immer. Wir überschwemmen die Welt mit Abbildern von Kurzmomenten. Die Chemie allein wandelte sich in digitale Arbeitsprozesse der Manipulation, die ihre Herkunft nicht unterschlagen haben: Abwedeln, Retuschieren, Härtegrade des photographischen Papiers simulieren … Über das Internet vervielfältigt sich jeder Moment in bis zu millionenfacher Reproduktion. Und…

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Symphonie der Farben

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

Dieser Aschenbecher gehört womöglich zu den jämmerlichsten seiner Art. Am Rande einer Begräbnisfeierlichkeit fanden sich diese ertrunkenen Raucherstummel in der Symphonie eines Farbzweiklangs. Da flossen der Tränen reichlich vom Himmel herab. Drinnen besann man sich des Trauerns frei, während draußen die ganze Welt zu jammern schien. Todestrieb der Zigaretten. Vom Tobaccoland ins Niemandsland. Ich glaube, es war Thomas Meinecke, der einmal Künstlichkeit gegen Authentizität verteidigt hat. Der Drang nach Authentizität bringe einen um die Möglichkeit, seine Position zu verlassen. Das Schauspielern, das…

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Wie einmal die Atomkraft die Seelen der Kinder einer großkotzigen Kleinstadt rettete

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

In meinem kleinen Städtchen ist die Bevölkerung von ausgesuchter Klugheit. Wir haben hier die angeblich kinderstärkste Population innerhalb Deutschlands. Hierher hat es viele Berliner verschlagen. Viele Ostler hat es dagegen heraus geschlagen. Sie mussten wegen Alt-Ansprüchen oft ihre Buden räumen. In Kleinmachnow liegt so manches Kriegsbeil offen auf der Straße. Obwohl? Jetzt auch nicht mehr. Man hat sich ausgetauscht. Nicht im Sinne von Kommunikation, sondern im Sinne örtlichen Bewohner. Statt Trabbis oder Wartburgs fahren oder stehen hier Suffs. Als Zweitwagen wohlgemerkt. Man…

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Zeitalter, das unser Leben frikassiert – Friedell 1928

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„Im Gegensatz zur späteren Zeit, war die bürgerliche Durchschnittsfrau damals meist tätiger als der Mann, dafür aber an geistigen Dingen fast uninteressiert, während dieser, infolge der vielen freien Zeit, die ihm zur Verfügung stand, allen Fragen der Bildung eine weit höhere Anteilnahme entgegenzubringen vermochte als heutzutage. Und dazu kam noch der relative Mangel an Ablenkungen und Zerstreuungen, an Lärm jeglicher Art, von dem unser ganzes heutiges Dasein bis in die Stunden der Erholung hinein erfüllt ist: keine täglichen Riesenzeitungen und Massenversammlungen, stündlichen…

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Menschen als Zweck oder Mittel

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

"Bildung wird man heute, da sich jeder gebildet vorkommt und keiner recht weiß, was sie ist, im Ermangelung eines verpflichtenden Bildungsideals, ironisch abtun. Wenn aber Menschlichkeit eine Haltung und Aufgabe sein soll, die im Klima der industriellen Superlative des Catch-as-catch-can schlecht gedeiht, weil sie kein Bild mehr hat, an dem sie sich orientiert, weder ein christliches noch ein profanes, weder ein religiös fundiertes noch ein ästhetisches, wird sie sich nur durch die Weckung und Pflege jener Qualitäten des Herzens bestätigen und betätigen…

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Piraten adé – Zukunft statt Piraten …

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

Manchmal ärgert man sich, dass man nicht in eine Partei eingetreten ist, weil man dann auch nicht austreten kann. Was sich die Piraten in Bonn jetzt probieren, ist affig. Sie wählen die falschen Mittel für den falschen Zweck. Ein Bürgerbegehren zur Abschaffung der Oper dort? [Link obsolet: Facebook-Seite dazu gibt es nicht mehr.] Gehts noch. Geht es hier um Leben oder Tod etwa. Oder um Bevormundung und Gängelung? Es geht nicht einmal um eine seltene Fledermaus-Art. Es gibt zwei Wege, das Mittel…

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Adornos Butler

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

Der Preis ist durch. Er hat Schaden hinterlassen. Der Streit um den diesjährigen Adorno-Preis ist ziemlich unlustig. Man muss den Eindruck gewinnen, dass wohl einfach wenig Information viel gestreut wurde. Der Aufstand des Generalsekretärs des Zentralrat der Juden in Deutschland bequemt sich aus Judith Butler einen philosophischen Dämon zu machen, weil diese irgendwann mal irgendwas zu Hamas und Hisbollah gesagt hat. Wie öde und wie uninteressant. Ich will nicht im Detail erklären müssen, dass zur Linken natürlich auch Gruppierungen hinzugerechnet werden können,…

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Medienkompetenz, die

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Medienkompetenz, die: Kompetenz der Medien, auf Medien einzuwirken. Die Medien fühlen sich zuständig für den Menschen. Medien brauchen Kompetenz, nicht Menschen, wie vielfach angenommen wird. Überhaupt wird die Bedeutung der Kompetenz überbewertet. Ich bin kompetent in Kloreinigung und Rülpsen. Mein Nachbar kennt sich gut aus mit Autos. Ich habe früher nur Quartett gespielt und hatte Matchboxautos. Ich wusste, was es gab. Kompetenz im Umgang mit Computern fordern immer wieder mal ziemlich viele. Man werde abgehängt, wenn man sich nicht früh genug daran…

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Die Rede ins Leere

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

Langsam wird mir immer klarer, dass die ganze Medientheorie gar nicht weitergekommen ist. Es ist nichts passiert. Die alte Rede des Übergangs der Medien von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat ist rein ein technischer Prozess gewesen, der allein formal erfolgte. Die Sprache rauscht mehr denn je an den Beteiligten der Medien vorbei. Das Aneinandervorbeireden ist geradezu zum Standard geworden. Verbunden mit der wachsenden Eitelkeit derer, die sich jetzt als Sender verstehen. Rein historisch lässt sich dies am Verlust des Zitats erkennen. Eine…

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