Verästelungen des Musikbetriebes durchforstet

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Man könnte meinen, daß über die Musik des frühen 20. Jahrhunderts wirklich alles Wesentliche gesagt worden ist. Monographien über Komponisten, ihre Musik, ihre Ästhetik gibt es in rauhen Mengen. Doch Martin Thruns Studien zum Musikleben sind wirklich neu, einzigartig zumal, außerdem brillant formuliert. Thrun untersucht die sozial-, rezeptions- und institutionsgeschichtlichen Bedingungen, die zur Konstitution der Neuen Musik im deutschen Musikleben bis 1933 geführt haben.Es geht zum Beispiel um Schönbergs "Mißerfolgs-Erfolge", die "öffentliche Wirkungslosigkeit" der…

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Adorno und die Zwölftontechnik

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Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der ZwölftontechnikEinleitungZu Adornos Musikphilosophie liegen bedeutende und umfangreiche systematisch angelegte Studien vor, die hauptsächlich um die "Philosophie der neuen Musik" und/oder die "Ästhetische Theorie" zentriert sind1. Bisher haben Adornos Ästhetik, Musikphilosophie und Musiksoziologie den musikwissenschaftlichen Ehrgeiz sehr viel stärker herausgefordert als konkrete musikgeschichtliche Probleme. Dabei sind Adornos Untersuchungen zur musikalischen Technik und zu einzelnen Komponisten umfangreich und bilden die Grundlage, auf der musikphilosophische Probleme und Fragen der Ästhetik…

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Primärquelle der Geschichte

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Nun liegt er vor, der Briefwechsel zweier Persönlichkeiten, die auf ihre ganz eigene Weise das kulturelle Klima dieses Jahrhunderts mitbestimmten. Alban Berg, der Komponist und Adorno, der ich-weiß-nicht-was-alles. Es ist ein Briefwechsel, bei dem Fragen der Beschaffung von Bleistiftanspitzern nur gelegentlich abgehandelt werden. Es ist ein Briefwechsel, der direkte Einblicke in die Produktionsspähren dieser ausgeprägten Persönlichkeiten gestattet. Dadurch kommt diesem Buch der Wert einen wirklichen Primärquelle zur Erschließung des kulturellen Klimas der 20er und…

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Auf der Suche nach dem Abendland

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"Wie deutsch ist das Abendland?" fragt Vladimir Karbusicky, emeritierter Professor für Systematische Musikwissenschaft der Uni Hamburg und glaubt damit der westlichen Musikwissenschaft und ihrer Musikgeschichtsschreibung eins auszuwischen. Als Zielscheibe seiner Bemühungen dienen ihm, wie schon in vielen seiner anderen Veröffentlichungen, die bösen Dialektiker (Adorno nämlich) und die neuen subjektiven Rationalisten (Eggebrecht, hier vor allem dessen Publikation "Musik im Abendland").Karbusicky kreidet beiden eine deutschzentrierte Auffassung der Musikgeschichte an. Er schreibt: "Es ist erstaunlich, wie wenig…

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Musikpsychologie und Einfühlung

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Musikpsychologische Forschung leidet bekanntlich an dem Problem, entweder vollkommen esoterischen Fragen nachzugehen oder aber Gemeinplätze durch diverse Forschungsinstrumente auf empirischen Boden zu stellen. Und natürlich ist nicht die ganze Innung von dem Verfall ins Belanglose betroffen. Als man endlich die Quinten und Oktaven als Forschungsgegenstand genügend durchleuchtete, sahen sich einige dazu in der Lage, auch mal Musik als musikalischen Gegenstand zu begreifen. Man wandte sich also der Verarbeitung von Musik zu: Die einen nannten…

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