In der HörBar der nmz KW 39
Die letzte Woche hatte ich wieder Dienst. Vier Aufnahmen aus der Welt der Musik zwischen Jazz und Field Recording. Treen – Kaikō Aus den Welten Litauens, Dänemarks, Norwegens und Deutschlands bringen die Musiker:inne ihre Tonbildungs- und Phrasierungserfahrungen mit und kombinieren diese undurchschaubar. Weiterlesen Brunhild Ferrari – Errant Ear Errant Ear ist eine 30-minütige Klangpassage durch das Leben mit Gesprächsfetzen, mit zahllosen Geräuschen der Umgebungen, durch die Brunhild Ferrari streift. Man nimmt den Sound mit,…
„Punkt“ sind Jan Bang und Erik Honoré, verstärkt durch Sidsel Endresen, David Sylvian, Nils Petter Molvær, Arve Henriksen, Audun Kleive, Eivind Aarset und Origami Ios. „Punkt“ produziert mit allen Mitteln der elektronischen Daten- und Musikverarbeitung. Herausgekommen ist dabei eine Art abgesägte Clubbing-Moderne: Punkt! Musik, die sich an durchaus gängigen Stilmitteln der so zu nennenden Popelektronik anlehnt, diese gleichwohl durchmischt mit einer rhythmischen Anspruchsleistung, wie sie sich im besten Jazz orten lässt.
Persönliche Notiz: Zum ersten Mal hörte ich diese CD nach einer gelageähnlichen Besprechung mit Freunden. Spät abends dann zuhause legte ich mich ins Gästebett, weil mein Bett dem Gast überlassen wurde. Das Zimmer ziemlich dunkel, ziemlich stille und dann spielte die CD. Vom ersten Ton an war ich irritiert und schwer begeistert. Die Musik hat das Zimmer in dunkelsten Farbtönen erhellt. Eher ein Schimmer von Licht, aber gewaltig. Das ist Ergriffenheit. Ende der Notiz
Die singen doch gar nicht. – Dem Himmel sei Dank. Es handelt sich um ein schönes Trio aus E-Gitarre, akustischem Bass und Schlagzeug mit Electronics. Doch es klingt wie viel mehr, mal wie nach guter alter Trash-Zeit mit den Mitteln von den Pixies oder Sonic Youth; oder, wer sie noch kennen mag, Blind Idiot God. Letztere klingen am wenigsten ähnlich, aber vom Gestus der Musikauffassung dann doch.