Boot

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„Nicht Du stehst unter meinem Einfluß, sondern ich unter Deinem,“ soll Dimitri Schostakowitsch über sie gesagt haben. Galina Ustwolskaja ist bald 90 Jahre und einfach eine der außerordentlichsten Komponistinnen auf diesem Planeten. Radikale Schönhiet in der Schroffheit. Man erschrickt leicht bei dieser Musik, ist gefangen genommen von den absurden Wechseln der Lautstärke. Das ist alles wenig anheimelnd. Aber es ist auch keine bloße Provokation aus dem Nichts. Eher ein ganz präziser Weg zu dem, was man Komposition nennt.

Ich habe da ein paar Aufnahmen wie die Kompositionen I-III, die schon in der irrwitzigen Besetzung alles in den Schatten stellen (I: Piccolo, Tuba, Klavier; II: 8 Kontrabässe, Holzkubus, Klavier; III: 4 Flöten, 4 Fagotte, Klavier).

Die Musik Galina Ustwolskajas ist nicht “avantgardistisch” im landläufigen Sinne und entging wahrscheinlich deshalb einer offenen Verurteilung in der UdSSR; man warf der Komponistin jedoch neben mangelnder Kommunikationsbereitschaft “Dichte” und “Hartnäckigkeit” vor. Erst in den letzten Jahren begannen ihre Kritiker zu begreifen, daß diese vermeintlichen Mängel gerade die besonderen Qualitäten dieser Musik ausmachen. Der Komponist Boris Tischtschenko verglich die “Dichte” ihres Stil mit dem gebündelten Licht des Laserstrahls, der in der Lage ist, Metall zu durchdringen. [Quelle]

Vor allem ist es kantig, blockhaft wie in den Kompositionen I bis III. Fast manisch in sich kreisend, aber eben nicht rund kreisend. Sondern quadratisch. Ja, Malewitsch, das ist so etwas, übertragen auf die Bildende Kunst, und dann in die vierte Dimension übersetzt.

Ich würde gerne ein Beispiel bringen, aber geht nicht; ist ja geistiges Eigentum und musikalisches Eigentum. Und das ist unheimlich wichtig, weswegen man billiger ohne es auskommt. Kann ja nicht jeder Gebühren bekommen wie der Rundfunk.

Gestorben sein soll dagegen Gennadij Ajgi. Der Lyriker tschuwaschischer wurde 1934 geboren.

/Ja. Dieses auch — kommt von dort: nichts ist geschehen, — und heißt nur eins: verschwinden/.

Gennadij Ajgi, Aus den Feldern Rußlands,
Feldvollendung
/Land ohne Leute/
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Weils mir am Herzen liegt

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Ich bin nicht blond. Ich habe keine Kulleraugen. Oh Gott, geht mir der Kerner auf die Nüsse. So ein alter Schleimblozen, der ist so richtig schlimm erst, wenn man den Ton abdreht. Aber seine Faltencreme ist klasse.

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Ärgerlicher Ärger

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<%Podcast(http://www.kritische-masse.de/logger/dlcount.php?id=masse&url=http://www.kritische-masse.de/blog/media/1/norton.mp3|Auto-Podcast mp3)%>
Semmel schwärmt so von Bitdefender und schimpft auf Symantec und T-Online (und Tchibo). Und empfiehlt Bitdefender. Semmel hat in diesen Dingen meistens Recht. Also Bitdefender runter geladen und installiert, blauäugig, ohne zuvor das alte Programm, den Norton im Abo zu deinstallieren.

Milch kaufen gehen. Neustarten. Kriechmaschine, denke ich, da gibt es jetzt den Kampf der beiden Firewalls. Schau ich doch mal zu — und es dauert und dauert. Am Ende kriecht die Maschine langsam den Boden entlang. Eine Jarrett-CD lang. Und die Kinderschutzsoftware von T-Online meckert dazu im Trio. Supi.

Nichts läuft. Alles kriecht. Norten lässt sich nicht deinstallieren, weil er Updaten will. Bitdefender lässt sich nicht deinstallieren, weil er angeblich nicht installiert sei. Die Kinderschutzsoftware lässt gar nicht zu, denn die startet unvorhergesehen erst gar nicht, blockiert aber Norton Autoupdate, der damit partout nicht aufhören will.

Und alles kriecht. Schleicht. Denkste. Haste ja die Norton-Entfernungssoftware vom lieben Semmel erhalten. Doch die tut es nicht, solange das Autoupdate läuft, welches nicht läuft, weil die Kinderschutzsoftware den Zugang ins Netz verhindert. Die lässt sich aber auch nicht deinstallieren, weil sie wegen des Kampfes zwischen Norton und Bitdefender vergessen hat, ihre Konfigurationsdaten ordentlich zu speichern. Rat aus dem Netz geht nicht, weil kein Zugang. Und alles kriecht in Zeitlupe. Menüs blättern nach Minuten auf.

Irgendwann startet doch das Nortonentfernungstool. Aber es hängt irgendwo fest und will irgendwelche Trees nicht löschen können. Abbrechen lässt sich das eigentlich nicht, ist sogar verboten irgendwie.

Trotzdem, ein Neustart könnte die Kinderschutzsoftware doch wieder retten. Auch das war nichts. In langsamsten Tempo das nämliche Bild. Also an den anderen Rechner. Die Kinderschutzsoftware neu laden und zu installieren versuchen. Es geht aber auch auf diese Weise nicht. Ganz langsam geht es nur. Jetzt sind schon vier Stunden rum, die Jarrett-CD höre ich zum fünften Mal hintereinander. Achja, die T-Online-Software hab ich auch komplett zu deinstallieren versucht. Nach einer halben Stunde zeigte der Fortschrittsbalken schon 10% Fortschritt.

Neustart. Jetzt einen Neustart. Denn nebenan am Rechner habe ich gelesen, dass es ja so etwas wie Wiederherstellungszeitpunkt gibt. Nach vierzig weiteren Minuten kommt die Auswahl. Man weiß ja nie. \Windows\system32\Restore\rstrui.exe — warten, alles fährt runter und rauf. Und alles ist wie vor sechs Stunden, nur heile.

Drauf verlassen würd ich mich besser nicht. Alles danach schön erst mal deinstalliert. Kinderschutz weg – Neustart. Norton weg – Neustart. CA-eTrust-Virenscanner weg und gleichzeitig, man wird ja wieder mutig, Bitdefender drauf und drüber – Neustart. Und siehe, es geht doch. Spaß muss sein.

Weitere Norton-Geschichten.
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Ein gutes neues Jahr

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zum guten neuen Jahr. Die Sprachsythese von Mbrola geht erstaunlich gut. So klingt dann der . Außerdem kann ich so mal die Podcast-Tags für nucleus testen. (Aha, zwei auf einmal werden natürlich nicht in einem Beitrag übernommen. Ist ja auch irgendwie logisch.

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Verletzungen im Knie [Satire und Glaube]

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Neulich sind Karikaturen über die Scientology Church aufgetaucht, irgendwo in Chile. Dazu sagte die Chefin der Goethe-Institute: „Wir können uns die Verletzlichkeit anderer Kulturen bzw. Religionen kaum vorstellen.“ Weniger also aus presserechtlicher Sicht, als aus dem Ethos einer verantwortlichen Presse heraus, hält Jutta Limbach die Veröffentlichung der Karikaturen für bedenklich: „Es ist eine Geschmacklosigkeit höchsten Grades, wenn man Menschen dort trifft, wo sie, weil es um das ihnen Heilige geht, am verletzbarsten sind.“ [Abgewandelte…

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Verletzungen im Knie

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Neulich sind Karikaturen über die Scientology Church aufgetaucht, irgendwo in Chile. Dazu sagte die Chefin der Goethe-Institute: „Wir können uns die Verletzlichkeit anderer Kulturen bzw. Religionen kaum vorstellen.“ Weniger also aus presserechtlicher Sicht, als aus dem Ethos einer verantwortlichen Presse heraus, hält Jutta Limbach die Veröffentlichung der Karikaturen für bedenklich: „Es ist eine Geschmacklosigkeit höchsten Grades, wenn man Menschen dort trifft, wo sie, weil es um das ihnen Heilige geht, am verletzbarsten sind.“ [Abgewandelte Pressemeldung!] Taliban, ick hör dir trapsen.

Anscheinend hat sich wieder mal niemand die Mühe gemacht, sich über den Inhalt von Satire Gedanken zu machen. Nein, das Heilige, das jeder für sich bestimmen mag, das ist es. Wie viele Verletzungen es ganz ohne Karikaturen täglich gibt, auf höchster politischer Ebene, sei es von dem Chef der USA oder des Iran, das ist doch pillepalle. Guantanamo Bay und dieses beschränkte Hirn aus dem fernen Land, die sind sich doch eigentlich ziemlich nahe. Gegen Fanatismus ist Satire und Karikatur ein kaum taugliches Mittel.

Das liegt auch daran, dass es den Herrschaften nicht gelingt, glücklich zu werden. Sie haben keine Distanz zu sich selbst, die es ihnen möglich machen würde, sich selbst als lächerlich und als fehlbar zu erkennen. Im übrigen geht es auch gar nicht um Religion. Religion kann man nicht karikieren. Wie auch. Man kann Repräentanten überführen, man kann Statthalter anklagen. So geht es dem Papst, so geht es Calvin, so geht es denen allen. „Mir geht es wie dem Jesus, mir tut das Kreuz so weh.“ Da war man auch echt schockiert hier. „Oh, oh, oh, zum Donnerwetter, alles Leute werden fetter“ sangen Insterburg & Co. „Männer“ blies Grönemeyer in die Popritzen. „Journalisten sind Schmierfinken“ —

Ein großes Ablenkungsmanöver das Ganze. Wie oft werden Menschen verletzt, physisch sowieso, aber auch sprachlich und durch das Gesetz. Da werden von Amts wegen Menschen zu Sachen, zu Objekten der Administration, zu Zahlen zu Statistiken. Dass die Karikaturen aus Dänemark — wenigstens eine finde ich wirklich gut — so einen Tumult auslösen, rührt nur wieder an die Schwäche des Selbstbewusstseins; nämlich derer, die glauben, das müsse man mit eben den Mitteln beantworten, die dort karikiert werden.

Es ist hier keine Frage des Glaubens angesprochen, denn Glauben ist unverletztlich, er mag noch so tödlich sein (für den der glaubt — Stephanus). Aber der wirkte aus der Kraft des Glaubens und die machte ihn an sich unverletzbar. Das lässt sich nicht karikieren.

Aber wenn der Glaube an den Glauben, der Glaube an Demokratie (meinetwegen) dazu führt, dass er wider sich selbst sich kehrt, dann darf, kann und muss man vielleicht sogar sprechen.

Da sehe ich sogenannte oder selbsterannte Linke, die nun aufstehen und in einer Kriech- und Schleimorgie plötzlich von tiefreligiösen Gefühlen faseln, die durch diese Karikaturen oder Zeichnungen verletzt worden seien. Diese Menschen, die genau in dem Moment sich mit jemand solidarisieren, welche überhaupt nicht das repräsentieren, was man als Gläubiger glauben würde. Denn der Glaube steht über so einer Karikatur. Eigentlich sollten sie schlauer sein. Der gläubige Christ wird sich immer gegen eine Instrumentalisierung seines Glaubens wenden; zum Beispiel wenn der Chef der USA mit „Gottes Segen“ sich wähnt oder ihn erbittet. Aber es wird ihn kalt lassen, irgendwie. Oder er wird dagegen sich auflehnen.

Was, in welchem Namen, auf auf der ganzen Welt durchgeführt wird, ist meistens der reinste Humbug. Ob im Namen der Demokratie, des Volkes (Freisler) oder des Glaubens (die heilige inquisition, der heilige Krieg, Gotteskrieger), das hat nicht viel mit Glauben zu tun. Aber mit Aberglauben. Ja, mit diesem.
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Mal was anderes

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Es ist ja nicht so, dass ich übermäßig Zeit hätte. Aber so eine halbe Stunde ist immer mal Zeit. Da habe ich mir so gedacht, installiere doch das WordPress-Zeug. Das benutzen doch auch so viele andere Leute. Sowas habe ich früher mit alten Versionen auch gemacht.

Dann fand ich aber Nucleus, das auch hier läuft, immer besser. Multiblog (braucht man zwar nicht unbedingt), zeitversetztes Veröffentlichen, die zahlreichen Plugins für alles und nichts. Und so weiter.

Aber ich muss sagen, das neue WordPress hat immens aufgeholt. Askismet zum Beispiel. Weiß zwar nicht, was das so bringt, aber das könnte ganz nützlich sein.

Damals, so vor ein, zwei Jahren, haben ja viele mir bekannte Blogger zu WordPress gewechselt und ich dachte mir dabei. Oha, das ist was, dieses blöde Nucleus scheint ausgelaufen zu sein. Damals habe ich das nicht verstanden, wie man so einen „Run“ auf WordPress machte. Es schien vor allem hip. Und plötzlich war alles kubrick-theme-mäßig.

Aber, wie immer auch, ich bleibe bei Nucleus, schon, weil das eben nicht so im Stream liegt. Aber spaßeshalber wird auf Urteilskraft, schon weil das ein so schöner Name ist, eine WordPress laufen. Mal sehen, ob ich da was reintue und wie ich das pflegen werde.

Der wahre Grund ist aber, dass ich einmal Semmels Statz einsetzen wollte. Funktioniert, ist schön. Feine Sache
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Le monde

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Ich wandre aus. Es reicht!

Auch eine Art, Valentinstag (was der Käse soll? — jetzt weiß ichs, bei Tchibo ist der Kaffee komplett auf 4 € runtergesetzt, da greif ich doch mal beherzt beim Brazil zu, der ist so stark und so mild, wie die Tchibo-Männer aus der Werbemail und den Prospekten, ich weiß ja auch nicht, warum die in den Hosen immer besser auszusehen pflegen als ich; auch ohne vermutlich, aber das ginge jetzt doch wohl eindeutig zu weit, würd’ ich mal sagen, aber ein Hommage an den Tchibo-Mann, an sich und überhauptz, ist gelegentlich fällig, das ist versprochen, solange mir das Leben freilich hold bleibt, was man nie ahnen kann; der Teufel dreht immer so seine Kurven, manchmal explodiert vielleicht auch ein Zug, wer weiß das schon) zu feiern:

(…)
Der Mond fiel auf die Erde drauf,
Mit kosmischem Geknalle,
Der Horizont schob sich zuhauf,
Jetzt sitz ich in der Falle.

Mir platzz das dritte Äderchen,
Das Blut spritzt aus den Ohren.
Ich denk’ mir, liebes Väterchen,
Gleich kommt es aus den Poren.

Und während mir die Haut abgeht
Und ich mich sanft verkrümme,
Und links und rechts die Welt vergeht,
Da hör’ ich eine Stimme:

Liebster, sag mir liebst du mich,
Sag mir, laß michs wissen.
Ich, du weißt es, liebe dich,
Und ich will dich küssen.

Konrad Bayer aus dem Gedächtnis

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