Im Bundestag notiert:

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WAHL ZUM BUNDESTAG Haushalt/Unterrichtung Berlin: (hib/VOM) Das Bundesfinanzministerium hat eine überplanmäßige Ausgabe bis zur Höhe von 49,8 Millionen Euro bewilligt, um die auf den 18. September vorgezogene Wahl zum Bundestag zu finanzieren. Dies geht aus einer Unterrichtung durch die Bundesregierung (15/5949) hervor. Den Antrag auf diese überplanmäßige Ausgabe hat das Bundesinnenministerium gestellt, heißt es in der Unterrichtung. Eigentlich ja ganz günstig (ähm, ich wollte sagen: geschenkt.) Bundestag, ich doch nicht blöd.

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Sangeslust – Sangesfrust

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Wenn die Klingelton-Generation zu singen beginnt, dann wird sie ehrlich. Pop-Tönchen Sarah Connor versang sich bei ihrer Interpretation der Deutschen Nationalhymne – und zwar nicht nur im Text. Gut, man weiß ja, dass wenig genug Menschen sowohl Text wie Melodie in einigermaßen erträglichem Maße hinbekommen. Doch das hat wohl andere Gründe. Mag sein, dass der Elektro-Smog der Mobiltelefone gentechnische Veränderungen mit biologischen Folgen auslöste, bewiesen ist jedoch gar nichts. Gehen wir mal der Einfachheit halber einfach davon aus, dass eine Behauptung solange stimmt, bis sie widerlegt ist; na bitte. Doch wie es scheint, hat man es auch an den Ohren. Im Stadion, in dem die Trällergurke dies all sang, bemerkte offenbar kaum jemand etwas und bemerkte damit das richtige: So einer Stimmbandmörderin hört man ja auch gar nicht zu; wozu hat so jemand schließlich eine Figur.

Aber auch Spitzensänger sind mitunter außer Rand und Band. Thomas Quasthoff bewirbt NDR Kultur, also diese Schmuse-Sende-Welle, nördlich des Nordpols jeden Geschmacks. Der Berliner Sanges-Professor hat es offenbar ebenso an den Ohren oder schlimmer – oder schlechterdings in der Geldbörse. „Ich höre NDR Kultur“ sonort er da aus Werbeanzeigen des NDR. Der Anzeige ist leider ein Satz entgangen: „Ich höre NDR, aber ich moderiere auf Klassik-Radio“, bei dem er im letzten Jahr weihnachtlich seine Version von Bach-Kantaten persönlich vorstellen durfte, konnte, musste oder wollte. Und es ist der gleiche Quasthoff, der bei der Übergabe des Ehrenringes der Stadt Hildesheim forderte: „Bitte lassen Sie das Sterben von Kultureinrichtungen nicht zu.“ Klar, die anderen sollen es ausbaden. Und da platzt einem dann endgültig das Trommelfell. Wann gibts endlich Klingeltöne zum Sehen?
Aus nmz 7/8-2005, Rubrik Cluster
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Werbemittelschock

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Wer bitte soll den das sein, was dieses Plakat verheißt. Frau Merkel haben ja einige heute auf dem Kieker gehabt, weil die anscheinend gestern irgendwie im Fernsehen präsent gewesen sein soll. Handelt es sich dabei um das, was man da sieht. Mars-Wahlen vielleicht. Machen Rauten eigentlich schlank oder dick? Oder gar nichts. Frau Merkel scheint jedenfalls auf dem besten Wege der Gerundung. Fussball ist ja auch ein Thema. Und die Bayern aus München sind…

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Drei kurze Geschichten von 1990

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Josef H.s Geheimnis. Josef H. war seit einiger Zeit schon arbeitslos. Bisher fiel es ihm selber nicht auf. Er besaß Ersparnisse von denen alle dachten, er bezöge sie von seiner Mutter. Diese Ersparnisse taugten nun nicht mehr zum Leben. Inflation.
Geld ist nichts mehr wert. Vor zwanzig Jahren gewann seine Mutter in einer Lotterie. Eine lebenslange Rente, jeden Monat dreitausend Mark. Seine Mutter starb leider schon kurz nach Erhalt der ersten Lebensrenten. Josef H. liebte seine Mutter und Josef H. liebte das Geld. Josef H. versuchte den Schein zu wahren, daß seine Mutter weiterhin lebte.
»Dadurch hatte ihr Tod einen Sinn«, gab Josef H. dem Hauptkommisar zu Protokoll.

Student Udo K.s vergeblicher Umzug. Udo K. stellte den Lieferwagen vor der Haustür ab. Er mußte nur noch seine sieben Sachen in den Wagen laden. Der Wagen stand im Halteverbot, halb auf der Straße, halb auf dem Bürgersteig. Die Warnblinker schaltete er sicherheitshalber ein. Drei Mitstudenten halfen ihm beim Tragen und Einräumen.
Alles war fertig. Es bedurfte nur noch der Abnahme seiner alten Wohnung. Als auch dieses letzte Hindernis zu aller Zufriedenheit geregelt war, begab er sich die Treppen hinab. Als er vor Haustür trat, knallte ein roter Opel auf den Lieferwagen, so daß dieser Udo K. gegen die Haustür quetschte.
Udo K.s Umzug war schlagartig ein anderer geworden.

Der Kongreß explodiert. In der Universitätsstadt F. fand ein internationaler Kongreß statt. Germanisten aus ganz Deutschland trafen sich. Zu der Abschlußveranstaltung fanden sich alle Teilnehmer und Gäste ein. Dem Doktoranden Hans M. wurde plötzlich übel. Er verließ den Raum eilig und lief geschwind in Richtung Toiletten, wo er sich übergab. Seine Aktentasche verblieb im gut gefüllten Hörsaal.
Wenig später detonierte eine Bombe im Saal. In einem Schreiben bekannte sich die Geisteswissenschaftliche-Armee-Fraktion zu diesem Attentat. Der Bombenleger konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden.
Seit zwei Jahren ist Hans M. Professor für Germanistik in S. Sein Kollege, der gleichaltrige Andreas Z., wurde zur gleichen Zeit am gleichen Ort ebenfalls berufen. Prof. Hans M. und Prof. Andreas Z. gingen sich aus dem Wege.
Der nächste Germanisten-Kongreß fand ohne Abschlußplenum statt.
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