Dame des Tages

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Klar ist das affig. Billig und einfach. Einfach dumm, aber was soll ich machen. Sie soll Kanzlerin werden. So will es die Umgangssituation.

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Das ist also der Blick in die Zukunft. „Es muss sich alles einem Ziel unterordnen: Menschen in Arbeit zu bringen,“ so etwa sagte sie es eben in den ZDF-Nachrichten. Das ist alles gar nicht spaßig. Ich bin müde. Aber:

Aber, leider ist es zumindest aus kulturpolitischer Sicht naheliegend, falls es zur Wahl kommt, entweder für die CDU/CSU oder die PDS die Stimme abzugeben. Beide Parteien, und nur diese beiden Parteien, sehen Kulturfragen nicht nur als Nebenphänomene. Reinhard Schulz hatte sich 2002 mal die Mühe gemacht, die Wahlprüfsteine des Deutschen Kulturrats zu untersuchen: Positionen der Parteien unter dem Mikroskop. Richtig Mühe gaben sich nur CDU/CSU und PDS.

Hinzuweisen ist auch auf eine Sendung von ++contrapunkt++. Nach der letzten Wahl wurden da Positionen abgeklopft. Zu Gast waren: Monika Griefahn (SPD), Christian Hoeppner (CDU), Matthias Schüssler (FDP), Luc Jochimsen (PDS), Wolfgang Ullmann (Bündnis 90/Grüne) sowie die Bürgerrechtlerin und Malerin Bärbel Bohley. Kann man nachhören. Es ist so schade, dass Leute wie Ullmann und Bohley nicht mehr in dieser Weise aktiv sind. Schadeschadeschade.

Ach, da war noch was:


Heute die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes wg. Entscheidung um diesen Untersuchungsausschuss. Recht hat es, das Gericht. Genauso gut bräuchte man ja auch nicht mehr wählen gehen. Noch ist nichts entschieden und schon soll etwas entschieden sein. Nein, so nicht. Auch das war affig und verfassungsmäßig peinlich. Lasst uns erst einmal den Kanzler kippen. Denn wie sang der doch: „Gib’ mir mal ‘ne Flasche Bier, sonst streik ich hier.“ Das Bier ist also aus.
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Frage zu Jarrett

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Auf dem Wege meiner Keith-Jarrett-Recherchen fand ich folgendes Phänomen. Seine Solokonzert-Aufnahmen, mindestens seine Live-Aufnahmen, sind allesamt nicht in den USA entstanden. Bremen, Lausanne, Köln, Osaka, Tokio, Wien, Mailand, Paris, Wien, München … Gibt es dafür einen plausiblen Grund? Und kann mir den jemand nennen, oder eine Idee, eine Vermutung, alles wäre mir recht.

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Reisetagebuch

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Mal wieder das Kassettendeck angeschlossen: „Auf und ab, wie die Narren rennen die Menschen den Sommer über auf und ab in diesen Alpen, als ob ein alter Fluch sie hetzte, also man Platzpatronen hinter ihnen anbrennte …“ 1929 schrieb dies Ernst Krenek in seinem Reisetagebuch aus den Alpen. Dieser Liederzyklus gehört mit Sicherheit zu den kuriosesten und feinsten Kommentaren der sog. E-Musik zur alltäglichen Last — oder je nachdem, der Last des Alltäglichen.

Das alles ist hübsch gebettet in eine umgeschraubte Anlehnung an Schuberts Liederschaffen. Es klingt immer wieder an, wird immer wieder ausgehebelt. Schubert modern, irgendwie, und gleichwohl erheblich simpler. Hier singt es der Julius Patzak, eine alte Aufnahme. Er hat den richtigen Ton, die richtige Nuance, ja, die richtige Nase für so einen Klang des Rümpfers über sich und seine Zeitgenossen.

Auf und ab, wie die Narren rennen die Menschen den Sommer über auf und ab in diesen Alpen, als ob ein alter Fluch sie hetzte, als ob man Platzpatronen hinter ihnen anbrennte …“ [MP3]
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Liebling finden

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Darum ist zu fürchten, wenn wir nicht anständig gegen die Götter sind, daß wir noch einmal gespalten werden und herumwandeln wie die Menschen auf den Grabreliefs über die Nase weg durchgesägt, geteilt wie ein Würfel. … wenn wir dem Gotte freund und vertraut sind, werden wird den zu uns gehörigen Liebling ausfindig machen und gewinnen, was heute wenigen gelingt.

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Hochschule für Musik und Theater München

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Das Ex-NSDAP-Hauptquartier ist das Gebäude übrigens auch. Und manche Folge der dämlichen Pro7-Serie „Freude — das Leben geht weiter“ wird hier ebenfalls gedreht. Wir wollen mal nicht den Pfennig umdrehen, nicht wahr?

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Von unten nach oben. Und die Damenwelt entzückt sich … Ach, wo habe ich nur wieder meinen Studentinnenausweis hingelegt, hach, wie peinlich?

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Früher hätte man da wohl auch direkt mit dem Panzer vor des Führers Tür (im Bild rrräächts) vorfahren können. Aber der gute Mamor …

<%image(20050611-muenchen-hochschule4.jpg|500|375|Gang im ersten Stock)%>

Aber bitte nein, nicht spriiingen, bitte nicht. Vooorsicht.

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Fehler, tot – Arzt und Folter, geht das?

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Eine meiner Lieblingszeitschriften ist bekanntlich „Bürgerrechte & Polizei – Cilip“. Dabei steht freilich die Frage des Bürgerrechts im Vordergrund, als einem nötigerweise zu schützendem Gut. Dass die Bürgerrechte aus Gründen weitergehender Sicherheitsaspekte seitens des Staates immer weiter ausgehöhlt werden, ist nämlich lange zeit schon zu beobachten. Innerhalb dieser Zeitschrift gibt es die Rubrik „Chronologie“. Hier werden aus den letzten Monaten unterschiedliche Entwicklungen und Umstände aufgelistet. So ein Eintrag lautet zum Beispiel für den 16.12.2004:

Sondereinsatzkommando stürmt falsche Wohnung: Nach einem Hinweis, ein Dresdner Bordell-Betreiber verstecke Rauschgift und Waffen zu Hause, dringt eine Spezialeinheit nachts in die Wohnung eines Nachbarn ein. Bevor der Irrtum entdeckt wird, werden der Nachbar und seine Lebensgefährtin — ein Polizist und eine Angestellte des Innenministeriums — auf dem Boden liegend gefesselt. Ihre beiden Hunde wurden erschossen. Am 23.2.2005 teilt die Staatsanwaltschaft Dresden mit, dass der Einsatz rechtswidrig war. [Bürgerrechte & Polizei / Cilip 80 (1/2005), S. 95
Das ist schon eine ziemlich verdrehte Sache. Polizisten und Mitarbeiter des Innenministeriums als Opfer ihrer eigenen Leute. Es ist schon erstaunlich, wie ungenau manchmal die Behörden arbeiten. Das kann ja jedem so ergehen. Interessant ferner, dass schon drei Monate nach dem Einsatz, seine Rechtswidrigkeit festgestellt wird. Das nenn’ ich mal flott.

Wenn staatlicherseits in Zukunft noch stärker auf Denunziantentum gesetzt werden wird, es gibt ja solche Einrichtungen längst, sei es beim LKA Niedersachsen, so eröffnen sich ganz neue Formen des gesellschaftlichen Mobbings. Erfreulich ist das nicht, nein, das ist es wirklich nicht.

Hauptthema der aktuellen Ausgabe von „Bürgerrechte & Polizei“ ist übrigens „Anti-Terrorismus — eine Zwischenbilanz“. Ein Beitrag beschäftigt sich mit dem Daschner-Urteil: „Folter absolut relativ“. Na, die Aktennotiz Daschners schlägt doch alles, was mir bisher bekannt wurde. Am 1.10.2002:
Zur Rettung des Lebens des entführten Kindes habe ich angeordnet, das [sic!] G. nach vorheriger Androhung, unter ärztlicher Aufsicht, durch Zufügung von Schmerzen (keine Verletzungen) erneut zu befragen ist. [Hervorhebungen von mir]
Das ist natürlich prima, eine humane Foltermethode, darauf haben wir gewartet (Schmerzen ohne Verletzungen). Aber wie geht denn das zusammen: Folter unter ärztlicher Aufsicht. Wer sollte sich denn dafür hergeben wollen? Mengele?
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contrapunkt 23 – Rumänien – Vergessen am Rande Europas?

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contrapunkt – europäischer dialog: Rumänien
9. Juni 2005, 20.00 – 21.30 Uhr, Bayern4Klassik
Live aus dem Schauspielhaus Salzburg, Saal


Glück gehabt! Am 21. Dezember 2004 legte der neue Staatspräsident Traian Basescu seinen Eid vor dem rumänischen Parlament ab. Kein Ex-Kommunist. Das Volk atmet auf. Der Größen- und Autarkiewahn der Ceausescu-Diktatur hat im Land Elend und Verwahrlosung hinterlassen. Noch sind die Wunden des Terror-Regimes nicht verheilt, noch kämpft Rumänien um seine demokratische Wiedergeburt. Armut und Korruption sind auf der Tagesordnung, der Weg zum Rechtsstaat ist steinig. Inmitten einer wuchernden Wirtschaftskriminalität, inmitten von Bestechungs- und Betrugsaffären, von Steuerhinterziehung und Schmuggel arbeitet Rumänien daran, den Komplex des „Zweite-Klasse-Landes“ abzulegen und sich im europäischen Kontext wieder neu zu positionieren: „Liberty-Parade“ am Schwarzen Meer ist die eine Seite. Auf der anderen suchen Künstler und Denker die rumänische Problematik in ihrer ganzen Komplexität zu ergründen und damit wahre Brücken nach Europa zu bauen. 2007 soll Rumänien Mitglied der Europäische Union werden. „contrapunkt“ macht sich auf Spurensuche.
Gäste: Dan Dediu, Komponist; Richard Wagner, Autor und Journalist.
Musik: Live-Musik mit Dan Dediu, Valentina Dediu-Sandu und Ion Bogdan Stefanescu
Moderation: Theo Geißler (Neue Musikzeitung), Frank Kämpfer (Deutschlandfunk)

„contrapunkt“ gibt es übrigens auch als Internet-Live-Stream.
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Soll ins Grundgesetz

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„Der Staat schützt und fördert die Kultur“, das gehe aus dem Zwischenbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ hervor, notiert „Heute im Bundestag.“ Etwas beckmesserisch könnte ich natürlich fragen, schließt sich das nicht aus: Förderung / Schutz?

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