Kleine Musiklehre: Betroffenheitscluster
Betroffenheitscluster: Tontraube mit Vorhalt. Synthese aus barocker Figur und alter neuer Musik. Funktioniert vor allem zur musikalischen Untermalung in Fernsehen und Film.
Betroffenheitscluster: Tontraube mit Vorhalt. Synthese aus barocker Figur und alter neuer Musik. Funktioniert vor allem zur musikalischen Untermalung in Fernsehen und Film.
In Hessen wärmt man die 50er Jahre wieder an und fährt im Spruch- und Fahrwasser eines Felix Oberborbeck, der an der pädagogischen Hochschule Vechta ab 1949 das Ziel ausgab, dass ganz Friesland
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Es ist schon fast sehr lange her, da meinte es ein bundesdeutscher Kanzler gut mit uns und gab die Empfehlung heraus, man müsse den Gürtel enger schnallen. Das sagte er, der locker weit über 100 Kilogramm auf die Waage brachte. Hat sich damals jemand die Mühe gemacht, sich diese Leute anzusehen, die wie die Wurst aus der Pelle schauten, qualvoll quellend. Da würde sogar ein Placido die Platzidität übersteigen. Das also musste verhallen. Man übte sich ja auch anderswo anders. Nämlich in Diäten oder wie es die Wirtschaftsgeneräle nannten: eine Körper-Reform wurde verabreicht. Der Kultur gegenüber verkaufte man es als Gesundsparen. Das klingt zwar nicht schön, aber fast medizinisch korrekt. So adrett, dass mir ein Musikdramaturg die Verwendung dieses Begriffs unter Androhung physischer Gewalt untersagen wollte. Was man denn da gesundspare, das werde nämlich krank. Sparwuchs auch in der Musikkultur ist dennoch up to date. Denn am Sparen kann man nicht zu wenig sparen. Die Zeiten gehen nicht nach Kunst und Bildung sondern nach deren Vernichtung.
Der sozialistische Alt-Ossi Richard Wagner wusste dies genau, als er auf die Barikaden ging. Er verlangte eine Revolution, nicht eine popelige Reform. Nachdem er den unentgeldlichen Zugang zum Theater forderte, mahnte er an: Die Sache des Staates, oder mehr noch der betreffenden Gemeinde, müßte es aber sein, aus gesammelten Kräften die Künstler für ihre Leistungen im Ganzen, nicht im Einzelnen zu entschädigen. Wo die Kräfte hierzu nicht hinreichen, würde es für jetzt und für immer besser sein, ein Theater, welches nur als industrielle Unternehmung seinen Fortbestand finden könnte, gänzlich eingehen zu lassen Nicht enger schnallen, locker machen. Man braucht nicht mehr Kulturmanager sondern mehr befreite, freie Kunst. Okay, geht nicht, will keiner, ist zu aufwendig, macht Arbeit war ja nur so eine Idee; wie damals 1848, als man Theater und Kunst wollte und keine reine Bilanz-Arena.
Kultur macht schließlich nicht nur Spaß sondern macht natürlich auch Arbeit das ist nun einmal Kennzeichen von Kultur (für die Abgeschreckten zwischen 30 und 50: die Sp
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Denn wie man sich erinnert, so lebt man. Und wir alle leben in einer Erinnerungskultur. Todestage und Geburtstage, Jubiläen und historische Ereignisse werden ans Tageslicht gezerrt (Schubert-, Mozart-, Eisler-, Gershwin, Peter-und-der-Wolf-Jahr). Es werden Mahnungen ausgesprochen und Aktualitäten beschworen. Kurzum: Es wird an alles erinnert. Doch wie man auf die Geschichte blickt, so schaut sie zurück. Die Art und Weise der gegenwärtig praktizierten Erinnerungskultur ist fatal – und sie ist allemal fatalistisch. Man erinnert sich…
Befreite Kultur statt SponsoringMan muß sich das mal vorstellen. Stand neulich in meinem Rentenbescheid: „Diese Rente wurde gesponsert von der Kugellagerfabrik Pfalzkofen.“ Merkwürdig, könnte man denken. Aber so ungewöhnlich ist das eigentlich nicht. Erstens sponsern die Unternehmen sowieso die Renten (in Form eines Beitrages in den Lohnnebenkosten) und zweitens täten die Unternehmen dann etwas, was tatsächlich ihre Aufgabe wäre. Doch dazu später. Nein, statt dessen machen sie in Kultur zum Beispiel, nennen das Förderung,…