Schlechte Zeiten – Schlechte Zeiten

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Manchmal ist man abends hundemüde und zugleich aufgekratzt. Fernsehen ist dann gegebenenfalls das Medikament der Wahl, wenn man nicht laufend gegen einen Wand rennen mag, um ohnmächtig zu werden. So ein Schlaf ist dann auch das Wahre nicht.

Da es im Fernsehen jedoch nichts Neues nicht gibt, jedes Bild schon tausend Mal gesendet wurde, bietet sich der regionale Sender an, der des Nachts seinen Teletext als Programm ablaufen lässt. Die hochinteressanten Polizeiberichte mit Schlägereien wegen Kleinigkeiten: Beschimpfungen, Anzeigen und Gegenanzeigen.

Doch auch der Kleinanzeigenmarkt wird urplötzlich wieder zum Spiegel der Situation eines schleichenden gesellschaftlichen Umbaus.

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Den Spaß, dass da jemand eine Stelle sucht zum Bestücken von Automaten mit Süßigkeiten und gleichzeitig zum Verkauf drei Tüten mit Kinder Ü-Eiern (ohne Schoki) auffordert, lasse ich aus. Das ist zwar witzig, aber es ist in Wirklichkeit natürlich alles andere als witzig für den oder die, die diesen Weg einschlagen muss. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass es sich um einen Abzocker handelt, auch wenn der- oder diejenige im Besitz einer Mobiltelefon-Telefonnummer ist. Unweigerlich fällt mir dabei die Zeit der Mädchen und Männer ein, in der man Schwefelhölzchen verkaufen musste.

Zwar ist der Kleinanzeigenteil einer Zeitung nicht „die Welt“, aber er ist für einen Turmsitzer zumindest der literarische Abfall auch von Gesellschaft: „konkrete Prosa, konkrete Lyrik.“ Der Komponist Hanns Eisler hatte um 1927/28 einmal ausdrücklich unter dem Titel „Zeitungsausschnitte“ derartige Texte zu einem Liederzyklus vertont. Adorno bemerkte zu diesen Stücken 1929.
Die Lieder mit den niedrigen, banalen, oft infantilen Texten sind keine Parodien; es wird nichts parodiert darin, nicht einmal die staubigen Gefühle, nicht einmal die zerschlissenen Worte, die vorkommen. Der Angriff, den sie unternehmen, gilt dem Recht lyrischer Bekundung als solcher und nimmt seine Gewalt aus der Politik, nicht aus der ästhetischen Reflexion. In einer Situation — so wenigstens die Logik der Lieder –, in der die gesellschaftlichen Verhältnisse derart Macht haben über den einzelnen, daß seine Freiheit Schein und die ästhetische Mitteilung solcher Freiheit, die personale Lyrik, Ideologie ist, kommt der personalen Lyrik weder Wahrheit in sich noch Interesse in der Gesellschaft zu.
[Band 18: Musikalische Schriften V: Eisler: Zeitungsausschnitte. Für Gesang und Klavier, op. 11. Digitale Bibliothek Band 97: Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 15163 (vgl. GS 18, S. 524)]
Später, in den 70er/80er Jahren ging der Wiener Dichter und Komponist Gerhard Rühm an eine ähnliche Thematik heran. In der Ahnung, dass das Studium der Zeitungsprosa und -lyrik mindestens ebenso geeignet ist, etwas von der Gegenwart zur Sprache zu bringen — vor allem vermittelt an das bürgerliche Konzertpublikum, das sich lieber mit Eichendorff, Goethe, George und Hölderlin assoziieren will.

Kleinanzeigen sind Spuren, Spuren von persönlichen (gewiss nicht nur privaten) Katastrophen; Bruchstücke, die vermutlich mehr aussagen über das Ganze als manche Enquete, die meisten Gutachten und das politische Gespräch auf höchster uni- oder multilateraler Ebene. Das Elend des Gewöhnlichen. Das Elend im Gewöhnlichen. Gleichzeitig sind diese Anzeigen wider Willen und wider Intention Manifeste beziehungsweise Pamphlete des Alltags.
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Dummfunk-Gebühren

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„Gebühren werden nicht bezahlt, damit die öffentlich-rechtlichen Programme mit „Radio Paradiso“ und „Klassik-Radio“ konkurrieren, sondern damit sie Minderheiten-Programme wagen und eine Freiheit vom Markt bewahren. Wenn sie diese Freiheit nicht nutzen, werden Rundfunkgebühren sinnlos.
WELT am Sonntag, 24. Oktober 2004“ / Das GANZE Werk / Freiheit vom Radio-Markt – von Axel Brüggemann – WELT am Sonntag, 24. Oktober 2004
So hats „das Ganze Werk“ aufgeschnappt. Auch wenn ich mit der WELT nichts am Hut habe, Brüggemann hat es getroffen. Das Gejammer der öffentlich-rechtlichen Hörfunkheinis ist nicht zum Aushalten. Die sind vollkommen verblödet und lassen die aktuelle durch die Länder heruntergeschraubte Erhöhung erst einmal passieren (um überhaupt etwas mehr in die Kasse zu bekommen), um dann wahrscheinlich doch vor das Verfassunggericht in Karlsruhe zu ziehen. Klar, das Verfahren, wie die kommende Erhöhung abgewickelt werden soll, ist problematisch. Wenn der KEF die Finanzbedarfermittlung nicht abgenommen wird, dann sollte man auch so ehrlich sein, diese Institution vor die Türe zu jagen. Dann können die Landes-Vögte endlich wieder ihren Schritte zum Staatsfunk machen. Der Funk benimmt sich selbst dabei wie ein kompletter Trottel (ich nehme mal ausdrücklich Bayern2Radio heraus).

Was mich wirklich erstaunt aber ist, dass die Geldverteilungsgötter im Funkhaus ganz genau wissen, welche Cents in der vermiderten Gebühren-Erhöhung fehlen. Eben mal gerade so ein Orchester (leider ebenfalls der Bayerische Rundfunk). Na klar, es geht nicht um Fussball-Rechte etc. Die Hörfunkdirektoren und Intendanten (aber wie ich jetzt erst feststellen musste, vor allem der Rundfunkrat) wissen genau, was im Rundfunk so überflüssig ist wie eine Haarzählmaschine für den Hausgebrauch. Gerne, macht weiter so, macht euch überflüssig. Schmeißt alle Inhalte aus euren Sendern raus, übernehmt doch gleich das Programm der Privaten (so schlecht sind die nämlich gar nicht, jedenfalls nur wenig schlimmer als ihr). Das hätte die KEF mal ermitteln sollen, wie viel Geld bei den Öffentlich-Rechtlichen eingespart werden kann, wenn man sie durch äquivalente Programme der Privaten substituierte.

So muss man sich sogar auch fragen, ob die Rundfunkräte tatsächlich etwas taugen. Angeblich, so schreibt es Rundfunkrat Peter Jonas, sei die Abschaffung des Rundfunksorchesters umstritten gewesen. Ach, es ist einfach nicht mehr zu begreifen, was da im Funk so abgeht. Ein Gewurschtl und Geschiebe.
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Weber im Zusammenhang (1919/20)

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Der Haltungsturner fragt nach dem Zusammenhang eines in der Kritischen Masse notierten Zitats: Ich mag das nicht im Kommentar beantworten, sondern unter einem eigenen Punkt.

Bei dem Text handelt es sich um den Schlussabschnitt aus der Aufsatzsammlung „Die protestantische Ethik“ und hier genauer der erste Aufsatz „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Max Weber ist längst ein „Klassiker“ der modernen Soziologie und entschprechend dick ist die Sekundärliteratur. Damit kann ich mich nicht messen und rezipiert habe ich die abgeleiteten Werk auch nicht, es sei denn, Webers Analyse des Rationalismus ist Bestandteil anderer Werke gewesen — zum Beispiel in Habermas’ „Theorie des kommunikativen Handels.“

Im groben Umriss, das macht auch das ausführliche Zitat deutlich, geht es um die Entwicklung des Berufsmenschentum. Askese als eine Grundlage der Möglichkeit zur Entwicklung rationalen Handelns, wie sie sich in Handlungsleitungen im Protestantismus ausgebildet hat. Diese Bewegung, ich paraphrasiere das sehr zugespitzt, machte erst Wissenschaft möglich, die Entwicklung der abendländischen Kunst,
Das musikalische Gehör war bei anderen Völkern anscheinend eher feiner entwickelt als heute bei uns; jedenfalls nicht minder fein. Polyphonie verschiedener Art war weithin über die Erde verbreitet, Zusammenwirken einer Mehrheit von Instrumenten und auch das Diskantieren findet sich anderwärts. Alle unsere rationalen Tonintervalle waren auch anderwärts berechnet und bekannt. Aber rationale harmonische Musik (…) dies alles gab es nur im Okzident.
Max Weber: Vorbemerkung (zu seinen Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie), in: Die protestantische Ethik I, Gütersloh 61981, S. 10.
das Beamtentum, den modernen Staat mit seinen vielfach rational verwobenen Elementen. „Es liegt in unserer Hand, was wir aus der Welt machen“, so simpel würde ich herunterrechnen. Die Elemente des Rationalismus bieten dabei die Möglichkeit zur Kritik und Verbesserung. Wir können über unsere Probleme reden, als Probleme, die wir selbst hervorbringen. Das ist in anderen gesellschaftlichen Entwicklungslinien anders, wo äußere Mächte das Leben für uns bestimmen. (Wie gesagt, alles sehr schematisch verkürzt).

Sieht Weber das von seinem Ursprung her noch als eine Entscheidung [von Subjekten (zu stark), von Personen (naja), von Individuen (das wollen sie ja erst werden); schwierig], so sind wir in diesen Geist hineingeborenen dem einfach ausgesetzt [dem Schein und Selbstschein nach Individuen]. Es gibt keine Möglichkeit zum Abschied vom Rationalismus. Damit wird aber „Rationalismus“ aus ihrer positiven Bestimmung zu einem Verhängnis. Weber nennt dies das „stahlharte Gehäuse [der Hörigkeit]“.

Gleichzeitig diagnostiziert Weber, dass dadurch aber alle Gegenstände der Lebenswelt sich zu „Gütern“ verwandeln. Güter sind handelbar und sind „nur noch“ handelbar. Sie haben keinen Wert für sich, sondern nur im Zusammenhang mit Handlungen. Das ist eine Entwicklung zunehmender Versachlichung.

Was so erstaunlich ist bei Webers Text, ist, dass er sich hier — man möchte fast sagen — zu wissenschaftlicher Prosa hineißen lässt. Einer, der sehr sparsam umgeht mit moralischen Werturteilen, zieht eine in der Tat prophetische Bilanz. Er sieht das auch sofort und federd ab: „Doch wir geraten damit auf das Gebiet der Wert- und Glaubensurteile, mit welchen diese rein historische Darstellung nicht belastet werden soll.“ So ist aber dennoch die Passage typisches Beispiel einer sich entwickelnden Kulturkritik, wie sie später Adorno auf die Spitze getrieben hat, wie sie sich aber auch gerade in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhundert an vielen Stellen äußerte (Jaspers, Gehlen, Amery, Arendt, Russell, Sonnemann, Anders …), vor allem in der Konsequenz, dass in einer „aufgeklärten“ Welt etwas wie der Nationalsozialismus mit seiner rationalen Tötungsmaschinerie und Enthirnung der Subjekte überhaupt sich ereignen konnte.

Man vergisst dies in der heutigen Zeit, wo sich der Kapitalismus immer wieder neu als gesellschaftliches Lösunngsmodell anbietet als alleinseligmachendes gesellschaftliches Prinzip. Marx und Engels hatten diese positive Aura im 19. Jahrhundert heftig kritisiert. Die neuen Kriege am in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenso wie die emotional verdrängte Wirtschaftskatastrophe der „schwarzen Tage“ beim New Yorker Börsencrash vor ziemlich genau 75 Jahren sind ebenso Effekte dieser Entwicklung. Auch das nur zur Erinnerung — man vergisst dergleichen gerne und sehr schnell.

Nun aber der wirklich aufregende Text Webers im Zusammenhang:

Der Puritaner wollte Berufsmensch sein, — wir müssen es sein. Denn indem die Askese aus den Mönchszellen heraus in das Berufsleben übertragen wurde und die innerweltliche Sittlichkeit jenen mächtigen Kosmos der modernen, an die technischen und ökonomischen Voraussetzungen mechanisch-maschineller Produktion gebundenen, Wirtschaftsordnung zu erbauen, der heute den Lebensstil aller Einzelnen, die in dieses Triebwerk hineingeboren werden –- nicht nur der direkt ökonomischen Erwerbstätigen –, mit überwältigendem Zwange bestimmt und vielleicht bestimmen wird, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist. Nur wie »ein dünner Mantel, den man jederzeit abwerfen könnte«, sollte nach baxters Ansicht die Sorge um die äußeren Güter um die Schultern seiner Heiligen liegen. Aber aus dem Mantel ließ das Verhängnis ein stahlhartes Gehäuse werden. Indem die Askese die Welt umzubauen und in der Welt sich auszuwirken unternahm, gewannen die äußeren Güter dieser Welt zunehmende und schließlich unentrinnbare Macht über den Menschen, wie niemals zuvor in der Geschichte. Heute ist ihr Geist — ob endgültig, wer weiß es? — aus diesem Gehäuse entwichen. Der siegreiche Kapitalismus jedenfalls bedarf, seit er auf mechanischer Grundlage ruht, dieser Stütze nicht mehr. Auch die rosige Stimmung ihrer lachenden Erbin: der Aufklärung, scheint endgültig im Verbleichen, und als ein Gespenst ehemals religiöser Glaubensinhalte geht der Gedanke der »Berufspflicht« in unserm Leben um. Wo die »Berufserfüllung« nicht direkt zu den höchsten geistigen Kulturwerten in Beziehung gesetzt werden kann — oder wo nicht umgekehrt: sie auch subjektiv einfach als ökonomischer Zwang empfunden werden muß –, da verzichtet der Einzelne heute meist auf ihre Ausdeutung überhaupt. Auf dem Gebiet seiner höchsten Entfesselung, in den Vereinigten Staaten, neigt das seines religiös-ethischen Sinnes entkleidete Erwerbsstreben heute dazu, sich mit rein agonalen Leidenschaften zu assoziieren, die ihm nicht selten geradezu den Charakter des Sports aufprägen. Niemand weiß noch, wer künftig in jenem Gehäuse wohnen wird und ob am Ende dieser ungeheuren Entwicklung ganz neue Prophetien oder eine mächtige Wiedergeburt alter Gedanken und Ideale stehen werden, oder aber – wenn keins von beiden — mechanisierte Versteinerung, mit einer Art von klampfhaftem Sich-wichtignehmen verbrämt. Dann allerdings könnte für die »letzten Menschen« dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: »Fachmenschen ohne Geist, Genußmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.«*

Doch wir geraten damit auf das Gebiet der Wert- und Glaubensurteile, mit welchen diese rein historische Darstellung nicht belastet werden soll. Die Aufgabe wäre vielmehr: die in der vorstehenden Skizze ja nur angeschnittene Bedeutung des asketischen Rationalismus nun auch für den Inhalt der sozialpolitischen Ethik, also für die Art der Organisation und der Funktionen der sozialen Gemeinschaften vom Konventikel bis zum Staat aufzuzeigen. Alsdann müßte seine Beziehung zu dem humanistischen Rationalismus und dessen Lebensidealen und Kultureinflüssen, femer zur Entwicklung des philosophischen und wissenschaftlichen Empirismus, zu der technischen Entwicklung und zu den geistigen Kulturgütern analysiert werden. Dann endlich wäre sein geschichtliches Werden von den mittelalterlichen Ansätzen einer innerweltlichen Askese an und seine Auflösung in den reinen Utilitarismus historisch und durch die einzelnen Verbreitungsgebiete der asketischen Religiosität hindurch zu verfolgen. Daraus erst könnte sich das Maß der Kulturbedeutung des asketischen Protestantismus im Verhältnis zu anderen plastischen Elementen der modernen Kultur ergeben.
Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, in: Die protestantische Ethik I, Gütersloh 61981, S. 188 f..
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Murks in Karlsruhe

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Da hat man ein Verfassungsgericht in Karlsruhe und dann so ein Murks auf dem Bahnsteig. Aber es hat seinen eigenen ästhetischen Reiz. Keine Frage.

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Adorno 1946/47

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Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren. Quelle: [Band 4: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Monogramme. Digitale Bibliothek Band 97: Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 2024 (vgl. GS 4, S. 218)]

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Max Weber (um 1910)

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… Dann allerdings könnte für die ‘letzten Menschen’ dieser Kulturentwicklung das Wort zur Wahrheit werden: ‘Fachmenschen ohne Geist, Genußmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.’

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Jewgeni Samjatin: Wir (1920)

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Nachdem der Einzige Staat den Hunger besiegt hatte, führte er einen Krieg gegen den zweiten Beherrscher der Welt, die Liebe. Schließlich war auch dieser Feind geschlagen, das heißt, organisiert, mathematisch festgelegt, und vor rund 300 Jahren trat unsere Lex sexualis in Kraft. Jede Nummer hat ein Recht auf eine beliebige Nummer als Geschlechtspartner. Alles weitere war dann nur noch Technik. In den Laboratorien des Amtes für sexuelle Fragen wird man sorgfältig untersucht, der Gehalt…

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Cluster: Kultur-Arbeit

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Schaut man sich so durch die diversen Castingshows des Fernsehens hindurch, wie sich junge Menschen daran abplagen, ein Star zu werden, taucht die Forderung: „Daran musst du noch arbeiten“ oder die Selbstverpflichtung: „Daran werde ich noch arbeiten“ so sicher auf wie das Amen in der Kirche. Der angestammte Musikus alter Machart kannte da noch den ehrwürdigen Begriff des „Übens“ – und wie war das furchtbar: Etüden hin, Skalen und Akkorde rauf und runter und…

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Pour Semmel

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