Kulturpolitischer Rückblick

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Ebenfalls in der neuen musikzeitung gibts einen Rückblick auf das Jahr 2004, mit Ausweichungen nach 2003.

Hier ein Ausschnitt:
Man darf sich aber dann doch fragen, wie stand es denn um diese große Familie der Musiker oder an Musikinteressierten? Alles nur Waschlappen und Elendsbeschwörer? Nein, wir sind gut und haben uns lieb. Wirklich? Familienstreitereien, wo man auch hinsieht. Gleich zu Beginn des Jahres gab es einen heftigen und noch nicht beigelegten Streit zwischen der GEMA und den deutschen Phonoverbänden. Es ging um Urheberabgaben bei Tonträgern und mittelbar auch bei Internet-Musik-Download-Plattformen. Einer gab dem anderen die Schuld am Nichtzustandekommen von Verhandlungen. Die Familie der Musiker und Musikinteressierten, der Verkäufer und Käufer, der Kunden und Autoren wurde fragil befragt. Es ging auch im Hintergrund um die Frage: Wer verdankt wem was? Die Verwerter den Künstlern, die Verkäufer den Verwertern den Künstlern oder umgekehrt. Ein unnötiger Streit um den Primat, wer das musikalische Zepter führe. Das beanspruchte nicht gerade leise im Mai die Phonowirtschaft: „Die Phonowirtschaft ist der wichtigste Investor in inländische musikalische Kreativität. Von der Ertragsfähigkeit der inländischen Tonträgerunternehmen hängt deshalb die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit der inländischen Musikszene ab.“ Wenn es denn so wäre. Aber die Familie hat sich doch im Rahmen der Entwicklung der Novellierung des Urheberrechts zusammengefunden. Der alte Sparkassenslogan heißt nun: „Wenn’s ums Geld geht: Urheber.“
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Piano Tune

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Joseph Spence. Einer der größten Gitarristen, hier am Piano. Ein gewagtes Stück zu Silvester.

Kennen gelernt habe ich die Musik von Joseph Spence durch einen Besuch meines Freundes S. R.. Der spielte mir vor eine Tribute-CD auf der Van Dyke Parks eine absolut durchgeknalltes Arrangement herstellte. Stefan meinte, so soll sich seine Musik in Wirklichkeit auch anhören, nur auf Gitarre allein.

Aber der spielte eben auch Klavier und zwar in einer unerhörten Art. [mp3 – 230 KB]. Später mehr.
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Kult II – Bittet um Hilfe

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Per Mail erhielt ich die Bitte, herauszufinden, aus welcher Zeit eine bestimmte Seife stamme. Da ich mich ja nie wasche sondern schimmele, wie der geneigte Leser dieses Journals weiß, kommt einem so eine Bitte reichlich merkwürdig vor. Ist sie aber nicht. Ich erwähnte einmal die Seife Kult recht prominent. Damals hielt ich mich an dem Begriff des „Modernen“ auf. Der bittende Mensch hat mir nun neues Material zukommen lassen.

Kult leitet sich offensichtlich von „Kultiviertheit“ ab und damit einem Begriff, den kein Mensch mehr kennen dürfte, der nicht ein gewisses Alter erreicht haben mag. „Die Seife der kultivierten Welt“ — geht das nun gegen die „stinkenden kommunistischen Sowjetrussen“ oder gegen die „stinkenden imperialistischen Kapitalisten“? Klar, das ist ein Westprodukt:
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7 x 7: Andreas

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Zum Geburtstag noch knapp vor kurz alles Gute, da ich doch nun weiß, dass du hier gelegentlich hineinschaust. Nächstes Jahr: Party!

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Der XX. Parteitag

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<%image(20041218-nauen-nationale-front.jpg|500|302|Leben ohne Angst zu haben)%>
ich halte dich in meinem Arm umfangen,
Wie ein Saatkorn ist die Hoffnung aufgegangen.
Wird sich nun der Traum erfüllen,
derer die ihr Leben gaben für das kaum erträumte Glück.
Leben ohne Angst zu haben, leben ohne Angst zu haben.

Wieder Nauen, ein letztes Bild vielleicht. Die nationale Front blättert ab.

Anfang der 60er Jahre schreibt Eisler seine Ernsten Gesänge. „Weiß der Teufel, warum ich das geschrieben habe!“ Naja, es gab noch eine Hoffnung, die damals Helmut Richter in seine Verse zum XX. Parteitag gefasst hat.

Das korrespondiert mit Adornos Utopie „ohne Angst verschieden sein zu können.“
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Wie online darf der Rundfunk sein?

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In der aktuellen Ausgabe der neuen musikzeitung habe ich mich öfter zu Wort Wort gemeldet. Unter anderem mit einem Beitrag über die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Wie online darf der Rundfunk sein?
Die öffentlich-rechtlichen Sender im Visier der EU

Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bläst gehörig der Wind entgegen. Grund sind nicht nur die Entwicklungen der einzelnen so genannten Kulturprogramme der Sender sondern auch ihre Legitimation in der EU. In der EU scheint man alles auf die Ermöglichung eines fairen Wettbewerbs zu setzen. Konstruktionen aus Subventionen oder Gebühren, so schätzt man es ein, führen zu Verzerrungen im Wettbewerb – zum Nachteil privater Unternehmen.

Aber gehören Aufbau und Pflege eines Online-Angebotes zur eigentlichen Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, darf man die dadurch entstehenden Kosten den Gebührenzahlern aufbürden und im Gegenzug dann auch noch Computer mit Onlinemöglichkeit gebührenpflichtig machen? Letzteres wirkt absurd, scheint aber dennoch zur Realität zu werden. Niemand zwingt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zum Anbieten seiner Informationen im Internet. Das andere bezweifelt der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT). Sie haben dafür auch gute Gründe gefunden. Insgesamt 4242 verschiedene Artikel kann man beispielsweise über die diversen Shopangebote des WDR erstehen, unter anderem Musik-CDs, Hörspiel-CDs, Münzen, Batteriesets, Netzadapter, Ferngläser, Taschenlampen und Isolierflaschen. Gehört das wirklich zum Bildungs-, Unterhaltungs-, Informations- und Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks? Das verneinte sogar Kulturstaatsministerin Christina Weiss auf einer Pressekonferenz zu den Entwicklungsmöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im digitalen Zeitalter Anfang November: „Die Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Veranstalter sind werbefrei und dürfen nicht zu E-Commerce-Zwecken genutzt werden. Ich gehe davon aus und empfehle dringend, dass diese Beschränkungen auch tatsächlich eingehalten werden.“

Selbst unter Berücksichtigung dieser Rückrufaktion der Kulturstaatsministerin bleibt die Frage, wie weit sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk über das Internet verbreiten darf. Denn auch im Bereich der Presse- und Informationsdienste könnte man feststellen, dass der gebührenfinanzierte Rundfunk dann nicht nur zur Konkurrenz für private Rundfunkanstalten sondern auch für andere Presseunternehmen wie Zeitungen und Zeitschriften wird. Zu diesem Thema äußerte sich Kulturstaatsministerin Christina Weiss: „Zwar sind die öffentlich-rechtlichen Anbieter nicht die alleinigen Lordsiegelbewahrer für verlässliche und vielfältige Informationen, aber sie müssen die Möglichkeit der Teilhabe an den neuen Verbreitungswegen haben. Nur so können sie ihren Kultur- und Bildungsauftrag erfüllen.“ Man könnte zynisch einwenden, vielleicht sogar nur noch dort, wo, wie bei NDR Kultur beispielhaft, man diesen Auftrag im Rundfunk schon weggespart hat. Eine weitere Kritik äußerte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), denn bisher sahen sich die Anstalten offenbar nicht in der Lage, objektivierte Daten zum Umfang ihres Online-Angebots vorzulegen.

Und es stellt sich noch eine dritte Frage. Was gehen diese Entwicklungen die Kulturstaatsministerin eigentlich überhaupt an? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist Ländersache und aus gutem Grund als staatsfern, nicht gar als staatsfrei konstituiert. Er soll gerade von politischer Einflussnahme befreit sein. Man weiß, dass dies eine eitle Hoffung ist und mit der Realität nichts zu tun hat. Intendanten- und andere Entscheidungsträgerposten werden immer noch im wesentlichen nach Parteibuch vergeben und nur nebenbei auch nach Kompetenz. Da wirkt der Vorwurf der Kulturstaatsministerin gegenüber der Brüsseler Kommission beinahe wie „konkrete Poesie“: „Es steht der Kommission nicht zu, sich über den Umweg des Wettbewerbsrechts eine ,Kompetenz-Kompetenz’ für den Medienbereich zu schaffen.“ Aber steht deshalb dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch das Internet zu? Der Rundfunkstaatsvertrag bestimmt in §2 nämlich sehr eng: „Rundfunk ist die für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung und Verbreitung von Darbietungen aller Art in Wort, in Ton und in Bild unter Benutzung elektromagnetischer Schwingungen ohne Verbindungsleitung oder längs oder mittels eines Leiters.“

Martin Hufner
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Die Nachrichter

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Im Rahmen der Forschungsarbeit zu contrapunkt kam mir eine alte Aufnahme in die Finger, die einiges sagt und auch sonst ganz witzig ist.
Wenn man gut singen kann, singt man ein Lied,
wenn man weniger gut singen kann, singt man ein Chanson,
wenn man gar nicht singen kann, singt man einen Song.
…
Es tut sich etwas in der Politik,
es tut sich was ziemlich laut.
Und die Stimmen sind scharf und die Luft die ist dick,
man hetzt weiße Mäuse und Haut.
Und wenn man so viel von Veränderung spricht,
dann weiß man ja doch, die kommt nie.
Die Tagesfragen berühren mich nicht,
die Fragen, die ich tu sind die: …


Das ganze spielte vor gut 70/80 Jahren. Wer hat denn das Kind mit dem Hammer geweckt? [mp3 – 1,5 MB] Zugegeben, ich bin da kein Fan von dem Kramen in den alten Chansong-Dingen. Das anarchistische Potential ist da zwar ganz gut entwickelt, wie hier bei den Nachrichtern, aber die Patina, die man über diese Musik gießt aus dem Wissen, dass damals alles besser (oder schlechter) war, der Rührung auch, die ist mir doch einigermaßen suspekt.
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Weihnachten anno dunnemals

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Omma (väterlicherseits) sitzt im Hintergrund und freut sich auch. Lametta? Ich bin so ein Feind von dem Zeuchs geworden. Die Kerzen, damals noch in Feinstarbeit auf „Gerade“ gestellt. Nichts brannte niemals an. Das Klavier wanderte später zu den Nachbarn. Gespielt habe ich nicht, das konnte ich nicht.Aber dieses Weihnachten war wohl ziemlich spitzenmäßig.

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Lob der Mama – Agitator des Herzens

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Familiäres Treffen in Wolfsburg im September, ein Geschenk der Kinder an ihre Frau Mama zu ihrer „Goldenen Hochzeit“. Sie begleitet uns fünf Kinder zwischen 40 und 49 Jahre lang und ist weitestgehend „cool“ geblieben. Alle machen was anderes, alle wohnen woanders, alle sind die auf ihre Weise geraten. Die Mama ist Ruhepol und Agitator dennoch. Agitator des Herzens.

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