1998 – „kritischen Blick entschärfen“

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Jürgen Habermas hat am 5. Juni 1998 knapp die politische Situation auf einen verteufelten Nenner gebracht: „... seit 1989 scheinen sich immer mehr Politiker zu sagen: Wenn wir die Konflikte schon nicht lösen können, müssen wir wenigstens den kritischen Blick entschärfen, der aus Konflikten Herausforderungen macht.“

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Englisch-Übersetzungen á la Hufner

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Kollege Semmel fragt in letzter Zeit reichlich ulkiges Zeug, so nach deutschen Übersetzungen von englischen Liedtexten. Ich kannte davon null; war ich wohl zu jung oder zu alt.

Aber er brachte mich auf eine Übersetzung, die ich einmal ablieferte in einem Referat über … im Englisch-Unterricht schlimmstenfalls, vielleicht war es auch Musik. Zwar habe ich meine eine ältere Schwester gefragt. Aber die ließ mich ins Unglückl sehenden Auges rennen, wahrscheinlich muss ich sie zuvor fürchterlich geärgert haben. Also das Ding ging dann auf Deutsch so:
Weil die Welt rund ist, dreht sie mich um.
Weil der Wind hoch ist, (durch)bläst er meinen Geist.

Liebe ist alles, Liebe ist neu,
Liebe ist alles, Liebe bist (ist) Du.

Weil der Himmel blau ist, macht er mich schreiend …
Aaaaaah
An so’n Scheiß kann ich mich dann perfekt erinnern, weil er so blöde ist, dass es auf dem Boden kracht. Wer drauf kommt, bekommt zwei Leben geschenkt. Oder, wartet mal, ich schau nach, drei sind noch da.

Und es erinnert mich dies auch an den Versuch, den Mann (Englishteacher) meiner Musiklehrerin zu überreden, mir ein amerikanische Libretto zu übersetzen von Carla Bley „Escalator over the hill“ (Text: Paul Haines und bereits der Untertitel wirrte: „A Chronotransduction“ – hää, eine Zeitdurch/überführung) — mir war der Inhalt so etwas von schleierhaft. Ich bekam dann das Textheft zurück mit der Mitteilung, das sei unübersetzbar und sowieso alles nur später Dada.

Aber wenigstens eine Stelle habe ich in Erinnerung, die mir sehr imponierte, obwohl ich mit Kochen damals dar nichts am Hut hatte:
Nurses dying their hair,
don’t care
if the horse is locked
the house still there.
It doesn’t seem
to matter to them
The traces
of horses
and pineapple
and cheese
so many ingredients
in the soup …
No room for a spoon.

Den Anfang verstehe ich wieder eben nicht, aber der Schluss mit der Suppe, die so voller Zutaten ist, dass nicht einmal mehr ein Löffel rein geht, das finde ich einen feinen Gedanken, sehr nachdenkenswert. Und ein Klangbeispiel für die Freunde ulkiger Musik gibts hinter dem obligatorischen weiter:

Mal reinhören in den Escalator over the hill als mp3 (knapp 2 Minuten und 1,6 MB).
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Wortmüll: Vorratsspeicherung

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Unter der Überschrift „Vertrauen der Bürger in elektronische Kommunikation gestört“ kann man heute im Informationsdienst des Deutschen Bundestages etwas über den Versuch des Rates der Europäischen Union erfahren, Daten auf Vorrat zu speichern. Nun, das könnte man ja noch einigermaßen interessant finden, wenn es sich um die Speicherung von Wissen und Kunst handeln würde. Doch darum geht es nicht. Betroffen seien vielmehr Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze oder Anbieter öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste. Als Hintergrund vermutet die FDP-Fraktion nicht erwiesene Effekte für die Strafverfolgungsbehörden und befürchtet dagegen den Vertrauensverlust der Bürger in E-Kommunikation und Telefon. Das ist ehrenhaft, obgleich das Vertrauen heute schon so erschöpft sein dürfte, dass es auch egal zu sein scheint. Da hilft nur die Kommunikationsüberflutung, die schließlich auch massenhaft passiert.

Natürlich soll man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn sich schon aus der Erfahrung heraus nachweisen lässt, dass die ganzen Strafverfolgungsbehörden faktisch fast gar nichts erreichen — und erst recht nicht präventiv. Nachher ist man gelegentlich schlauer, aber dazu braucht man nicht das ganze Volk bespitzeln. Ein solches Instrument in normalen Händen ist furchtbar, aber in den sog. falschen Händen ist es verheerend. Denn dann muss man es ja nicht auf Strafverfolgung beschränken.

Berlin: (hib/BOB) Ein Entwurf des Rates der Europäischen Union (EU) schlägt die Einführung von europaweit harmonisierten Regeln zur Vorratsspeicherung von Daten vor. Betroffen sind Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze oder Anbieter öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste.

Die FDP-Fraktion weist in ihrer Vorbemerkung zu einer Kleinen Anfrage (15/3773) darauf hin, dass die erheblichen Auswirkungen für Bürger und Unternehmer in keinem Verhältnis zu einem nicht erwiesen Effekt für Strafverfolgungsbehörden stünden.

So würde das Vertrauen der Bürger in E-Kommunikation und Telefon nachhaltig gestört, wenn das gesamte Kommunikationsverhalten unter Umständen auf Jahre hinaus abrufbar wäre. Welche Maßnahmen die Regierung als Reaktion auf den Entwurf eines Rahmenbeschlusses der EU-Rates über die Vorratsspeicherung von Daten plant, wollen die Liberalen deshalb unter anderem wissen.

Wie die Regierung die Möglichkeit einschätzt, dass Kriminelle die mit der Vorratsspeicherung beabsichtigten Ermittlungsergebnisse gezielt vereiteln, wollen die Abgeordneten auch in Erfahrung bringen.
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Wortmüll: Vorratsspeicherung von Daten

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Unter der Überschrift "Vertrauen der Bürger in elektronische Kommunikation gestört" kann man heute im Informationsdienst des Deutschen Bundestages etwas über den Versuch des Rates der Europäischen Union erfahren, Daten auf Vorrat zu speichern. Nun, das könnte man ja noch einigermaßen interessant finden, wenn es sich um die Speicherung von Wissen und Kunst handeln würde. Doch darum geht es nicht. Betroffen seien vielmehr Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze oder Anbieter öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste. Als Hintergrund vermutet…

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1992 – Le Quan Ninh: Fingertanz auf dem Becken

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Ein außerordentliches Konzert damals in der Akademie der Künste Berlin. Zusammen mit Peter Kowald, der letztes Jahr leider verstarb. Le Quan Ninh, ein Schlagzeuger, ein Perkussionist voller Aufmerksamkeit und Ruhe; einer, der nicht unter dem permanenten Schlagzwang steht sondern noch im Schweigen Musik macht.

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taktlos # 81 – Töteralismus – Die Sendung

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,Vorgestern abend ging taktlos, das musikmagazin des Bayerischen Rundfunks und der neuen musikzeitung zum 81. mal live on air. Das Thema war zunächst wirklich unsexy: Kultur in der Zwick-Mühle von Bund und Land — eine Föderalismusdebatte. Wen interessiert das? Ähnlich abstrakt hätte die Sendung dann auch sein können. Sie war es aber nicht. Das lag an einer ulkigen Konstellation der Gäste: Das sind, links, Thomas Goppel, Staatsminister für Kunst, Forschung und Wissenschaft in Bayern…

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Musiker nicht intelligenter

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Das war ja klar. Das konnte ich auch an mir selbst beobachten. Da schau her: Anders als von manchen Fachleuten angenommen wird die Intelligenz durch eine musikalische Ausbildung offensichtlich nicht gesteigert. Zu diesem Resultat sind Psychologen der Universität Göttingen in einer aktuellen Studie gekommen. „Wir waren selbst überrascht“, sagte Prof. Martin Rammsayer, der die Untersuchung bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPS) in Göttingen vorstellte. Es gebe keine bedeutsamen Intelligenzunterschiede zwischen Musikern…

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