Ausgeträumt

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Aus diesem Grund (also aus keinem) ein weiterer Mitschnitt der Steinkirchener Orgel von Arp-Schnitger. Eine Ciacona in e von Dietrich Buxtehude (1637-1707). Große Musik (4.4 MB bei 5:44 Minuten). Die kann es locker mit dem Pachelbelschen Kanon aufnehmen. Sie hat den ungemeinen Vorteil, nicht so bekannt zu sein, dafür aber herzzerreissender und trotziger.

WeiterlesenAusgeträumt

Der Untergang des Imperiums.

  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Der Untergang des Imperiums. So ein Dorf ist schon ein eigenartiger Organismus. Das jedenfalls meinte Jonas und er mußte es wissen. Er erzählte mir einmal von dem Bäcker unten im Dorfe. Ich kannte den Laden auch. Noch heute steht er dort mit dem Schild „Razumowsky“, gelb auf schwarz, tschibofarben. Dann vor vier Monaten gingen die Rolläden nicht mehr hoch. Zuerst dachte man wohl noch an Urlaub.

Man kennt es aus anderen Dörfern. Noch vor 70 Jahren besaßen sie einen Supermarkt, einen dezentralisierten nämlich. Bäcker, Fleischer, Colonialwaren, Kiosk, Kneipen, Brauerei, Obst und Gemüse, Blumen, Haushaltswaren und Süßigkeiten, und Tante-Emma-Läden. Man schlich durch das Dorf. An jeder Ecke bekam man Neuigkeiten erzählt. Kontakte, gewünschte wie unerwünschte, sie waren wie natürlich. Jonas sagte: „Obwohl alles weiter auseinander war, waren die Menschen sich näher.“ Er vergaß aber nicht zu sagen: „Auch der soziale Ausschluß von einzelnen konnte hermetischer sein. Freundlichkeit und Feindlichkeit lagen nur eine Straßenseite weit auseinander.“

Das alles hat sich tiefgreifend geändert. Der Supermarkt ist jetzt ein einziger fremder Klotz im Dorfe. Nicht, daß man ihm auswiche. Nicht, daß man ihn haßte. Wenn es ihn nicht mehr gibt, hier, dann ist’s aus. Der Supermarkt wird natürlich geleitet von einem Dörfling. Ein sehr freundlicher Herr, kulant zudem. Er muß es sein. Sein Monopol im Dorf muß sich durchs Dorf vergewissern. Das hält ihn nicht davon ab, auch auf Bedürfnisse einzugehen, die ohnehin befriedigt werden.

Und damit kommen wir zu unserem Bäcker zurück. Er war nicht der einzige. Ein anderer, „Boretz“ sein Name, backt noch heute. Aber, der „Razumowsky“ hatte außerdem noch ein Café. Jonas erzählte mir einmal, wie es war als er hierher zog. Er bekam eine Wohnung angeboten für sich und seinen Freund. Eisiger Winter herrschte und er war mit dem Moped unterwegs. Sein Freund nutzte die Busverbindung. Ja, also die Wohnung hat nicht gefallen. Doch es gab noch Grund sich mit dem Freund zu unterhalten. Was war da nicht schöner, als sich in ein warmes Café zu setzen, einen Kuchen zu futtern und etwas Heißes zu schlürfen. Angenehm, sehr angenehm. Jonas gab zu, daß er nie wieder das Café besuchte, seit er hier wohnt. Doch denke man auch einmal an die warmen Sonntage im August. Wo bekommt man wohl den Kuchen her: Razumowsky. Es war ein großer Laden wegen des Cafés.
Allerdings machten beide Bäcker einen Fehler. Montags waren sie geschlossen. Der Samstag erforderte also großes Fingerspitzengefühl, wollte man auch am Montag noch Brot haben.

Nun kam der Supermarkt ins Spiel. Plötzlich renovierte er. Viele Spiegel. Das Obst- und Gemüseangebot verdoppelte sich quasi über Nacht. Und, was soll ich sagen: Ein neuer Bäcker war plötzlich mit von der Partie. Ja, nun können sie sich vorstellen, daß dieser Bäcker, reichlich Zuspruch fand. Sicherlich nicht bei den Razumowskys und Boretz’.

Der edle Razumowsky hat bestimmt noch ein Jahr lang oder zwei Paroli bieten können. Aber selbst die treuesten Kunden wandten sich ab. „Der kürzere Weg war ihnen der bessere,“ meinte Jonas. „Und daher wird aus Bequemlichkeit Gewohnheit. Schließlich Konformität.“
(mehr …)

WeiterlesenDer Untergang des Imperiums.

Zwischendurch: Hommage a Mark Rothko

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Zerfall bei Leipzig

Als meine Lomo noch funktionierte. Aus dem Zug fotografiert, bei Leipzig, auf der Rückfahrt von Berlin nach Regensburg. Das Wetter ist trübe, die Gegend öde und zerfallen.

Heute dann auf ARTE einen Bericht über Mark Rothko gesehen. Ach, wenn man doch noch einmal so einen kompletten Rothko sehen könnte, in Houston oder London. In Berlins Nationalgalerie stand ich auch schon mal vor einem seiner Bilder, mindestens eine Weile. Faszinierend. Die unscharfen Kanten.

(mehr …)

WeiterlesenZwischendurch: Hommage a Mark Rothko

Freie Noten …

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

 So ganz weiß ich noch nicht, in welchem Format man das am datengünstigsten ausliefern kann. Das will noch getestet sein.

WeiterlesenFreie Noten …

Musikverlage jammern wieder

  • Lesedauer:4 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Man hat sie schon fast vergessen, die Musikverlage und -verleger. Anlässlich der Jahresversammlung ihres Verbandes. Musikverleger schlagen Alarm: Erst die CD, jetzt die Noten - Millionen von Musikstücken werden illegal kopiert und heruntergeladen! Während Musikstücke häufig illegal gebrannt bzw. aus dem Internet heruntergeladen werden, kopieren viele Chöre und Orchester ihre Noten einfach selber, ohne zu wissen, dass sie sich damit rechtswidrig verhalten. So fehlt das Unrechtsbewusstsein dafür vielfach. Dieses millionenfache illegale Kopieren fügt den…

WeiterlesenMusikverlage jammern wieder

Musikverlage jammern wieder

  • Lesedauer:8 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Man hat sie schon fast vergessen, die Musikverlage und -verleger. Anlässlich der Jahresversammlung ihres Verbandes. Musikverleger schlagen Alarm:
Erst die CD, jetzt die Noten – Millionen von Musikstücken werden illegal kopiert und heruntergeladen!

Während Musikstücke häufig illegal gebrannt bzw. aus dem Internet heruntergeladen werden, kopieren viele Chöre und Orchester ihre Noten einfach selber, ohne zu wissen, dass sie sich damit rechtswidrig verhalten. So fehlt das Unrechtsbewusstsein dafür vielfach. Dieses millionenfache illegale Kopieren fügt den Komponisten und Textdichtern Schaden in Millionen Euro-Höhe zu und gefährdet die musikalische Vielfalt in Deutschland.
Die Rechnung geht so, zwar wird gegebenenfalls mehr Vielfalt durch illegales Kopieren erzeugt, weil aber den Verlegern daraus keine Einnahmen erwachsen, können die nicht investieren und fahren ihre Produktion zurück. Dadurch kommt weniger in den Musikmarkt an Noten rein und folglich sinkt die Vielfalt. Böse sind dabei in erster Linie Orchester und Chöre. So was macht man nicht.

Dazu sollte der geneigte Weblog-Leser wissen. Mit den Noten ist das so eine Sache. Ich wollte mir auch einmal Noten kaufen, ja kaufen. Ein Chorstück von Anton Webern und das lag auch aus und hätte etwa 3 Mark gekostet. Schön. War aber gar nicht so einfach zu kaufen. Denn der Musikalienhändler sagte mir, das könne man nur im Chorsatz erwerben. Nur: Wozu brauche ich acht oder sechzehn Exemplare, wo ich doch nur einer bin. Er meinte, man wolle vermeiden, dass die Noten dann aus einem Exemplar kopiert würden. So kamen wir nicht weiter. Dann bot er mir an, dass er mir einen Kopierschutzstempel hineinmachen könne. Dann könne ich doch immer noch musikwissenschaftliche Studien damit betreiben. Aber ich wollte nun auch nicht unbedingt beschädigte Noten kaufen. Also ließ ich es bleiben.

Auf der Musikmesse in Frankfurt habe ich bei einigen Verlagen nachgefragt, ob die wüssten, das Musikalienhändler so verfahren würden. “Ja, das wissen wir und unterstützen dies auch.” So die Universal-Edition aus Wien, die auch die Webern-Noten im Verlag hat. Ich war zunächst erstaunt, denn schließlich wird ja Anton Webern bekanntlich so häufig an allen Stellen gesungen aus illegal kopierten Noten.

Oder weiß der geneigte Leser, was es heute kostet Orchestermusik aufzuführen? Kaufen kann man derartige Noten nur in seltenen Fällen, die werden geliehen. Man spielt daraus und gibt sie hernach wieder an den Verlag zurück (der die Noten natürlich auch nicht mehr druckt sondern selbst kopiert). Materialleihgebühren fallen dann an und gegebenenfalls weitere zusätzliche Kosten für Erstaufführungen, Uraufführungen …. Als ich noch Lektor war, habe ich das alles mal einkassieren dürfen. Ich habe das nicht verstanden, aber das ging zum Beispiel auch so, wenn ein Orchesterstück (aufgezeichnet) noch einmal gesendet wurde im Rundfunk, dann musste der Materialleihgebühren entrichten. Der hatte zwar längst die Noten nicht mehr geliehen, aber so macht man das eben.

Bei Opernproduktionen im Rundfunk ist das mittlerweile ein Faktor, der sich im Zweifel nicht mehr rechnet. Da stehen Summen zu Buche, die in keinem Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen. Der Rundfunk macht natürlich keine Sachen unter der Hand. Im Zweifel macht er dann eben nichts. Was nicht gesendet wird, das kostet auch nichts. “Musikalische Vielfalt” wird so gesichert.

Ganz schief gewickelt ist aber doch die Aussage der Pressemitteilung:
Häufig werde auch vergessen, dass es verboten ist, bei öffentlichen Aufführungen aller Art aus kopierten Noten zu spielen und zu singen.
Na klar: Auswendig ist nicht erlaubt, privat ist nicht erlaubt, gar nichts ist erlaubt. Und Noten, deren rechtlicher Schutz abgelaufen ist, darf man natürlich kopieren; aber nicht dann, wenn das Stichbild schon wieder geschützt ist. Aber auswendig spielen darf man die dann doch wieder. So einfach ist es – und so umständlich. So fehlt das Unrechtsbewusstsein dafür vielfach,“ steht da. Es fehlt nicht an Unrechtsbewusstsein, sondern an Rechtsbewusstsein – und zwar auf beiden Seiten der Leitung.

Meine Noten dürfen übrigens seit 1988 kopiert werden, aber eigentlich das auch nicht, denn bei meinen ”14 kurzen Liedern für gesang, klavier, flöte, violine, tenorsaxophon, steine in variierenden besetzungen“ werden auch Texte verwendet, deren Nutzungsrechte ich mir nicht eingeholt habe. Damit bleiben noch 3 Lieder erlaubt (mit Texten von Hölderlin, Trakl und Lichtenstein).

”Weh dem, der Symbole sieht.“ (Samuel Beckett) kann ich hier als Zitat mal einfügen. In die Noten dürfte ich es nicht.

Nachtrag: taktlos hat sich schon einmal (sogar zweimal) mit Musikverlagen beschäftigt. Mein Beitrag: ”Zwischenfall im Verlag“ ist in der alten ”Enzyklopädie der Kritischen Masse"
(mehr …)

WeiterlesenMusikverlage jammern wieder

Anzahl der Atomexplosionen in Deutschland rückläufig

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Das weiß q/depesche [2004-06-23T23:33:23] zu berichten. Absurd? Keinesfalls.

Antit/error: Anzahl der Atomexplosionen in Deutschland rückläufig

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit zeigt die Kriminalstatistik des deutschen Bundeskriminalamtes deutliche Antit/error-Erfolge. Weist die Statistik im Jahr 2000 noch zwei Verstöße gegen § 307 StGB, “Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie” aus, so verringert sich dies im Jahr 2001 auf einen Verstoß. Die Jahre 2002 und 2003 blieb Deutschland von Atomexplosionen verschont.

-.-. –.- -.-. –.- -.-. –.- -.-. –.- -.-. –.- -.-. –.-
Vermutet wurde daß dies durchaus auf die Steigerung bei der Aufklärung zurückzuführen wäre. 2001 wurden nur die Hälfte dieser Delikte aufgeklärt. 2002 konnten alle Verstöße einer Klärung zugeführt werden.

Leider ist ein Zitieren, auch Auszugsweise, nicht gestattet und wir wollen ja nicht selbst in dieser Statistik landen.

Die Statistik für 2000:
http://www.bka.de/pks/pks2000/bka_tabs_2000.zip
Die Statistik für 2001:
http://www.bka.de/pks/pks2001/tab_01.pdf
Der Straftatenkatalog:
http://www.bka.de/pks/pks2001/tab_straftatenkatalog.pdf

Daß jedoch die, für Atomexplosionen in Nachbarländern typischen, seismischen Nachweise fehlten, hat eine intensive Recherche der Redaktion ausgelöst.

Diese konnte den Nachweis erbringen, daß es sich bei diesen Explosionen um “Erfassungsfehler” handelt. Gerüchte über geheime Atomwaffenversuche auf Neu Schwabenland mussten daher – trotz des höheren Unterhaltungswertes – für heuer abgesagt werden.

Quelle:
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
relayed by Bernhard Mayer
- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
quintessenz is powered by http://www.ewave.at
subscribe/unsubscribe/digest
http://www.quintessenz.at/cgi-bin/index?funktion=subscribe
comments to depesche@quintessenz.org


(mehr …)

WeiterlesenAnzahl der Atomexplosionen in Deutschland rückläufig

Pauschalvergütungen fürs Netz

  • Lesedauer:6 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Langsam formieren sich die Verfechter des Prinzips der Pauschalvergütung für urheberrechtlich geschützte Werke im Internet. Ganz druckfrisch ist eine Stellungnahme unter dem Titel “Kompensation ohne Kontrolle” (Stellungnahme zum Zweiten Korb der Novellierung des Urheberrechtsgesetzes) ander beteiligt sind: privatkopie.net, Forum Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.(FIfF), Netzwerk Neue Medien, Chaos Computer Club, FoeBuD e.V., Attac, AG Wissensallmende und freier Informationsfluss und ODEM — Online-Demonstrations-Plattform für Menschen- und Bürgerrechte im digitalen Zeitalter [12 Seiten als…

WeiterlesenPauschalvergütungen fürs Netz

Lustvolles an der Bückeburger Orgel in der Stadtkirche

  • Lesedauer:4 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Mit der Stadtkirche zu Bückeburg begann die unsere Orgelreise nach Hamburg und Umgebung. Auf dem Plan eine 1615 erbaute Orgel von Esajas Compenius. Die scheint auch ziemlich lange durchgehalten zu haben und berühmt gewesen zu sein. Sie wurde bei einem Kirchenbrand 1962 allerdings zerstört. 1993 versuchte man den alten Zustand wieder zu rekonstruieren durch einem Umbau der Firma Rudolf Janke und Rudolf Teils (1997) aus Bovenden. 47 Register auf 3 Manualen und Pedal. Die…

WeiterlesenLustvolles an der Bückeburger Orgel in der Stadtkirche