Rezensionsexemplar der anderen Art

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Gestern in der CaféBar kam es wieder einmal zu einer konspirativen Übergabe von Rezensionsexemplar seitens des Jazzzeitungsredaktion — mit dabei eine nackte 700MB-CD mit einem kleinen Aufkleber: Musikfutter für CD-Player; unbedingt vorher Getränke bereitstellen und sich Zeit nehmen! Kopieren erlaubt. Musikfutter für CD-Player von CreaSharing.de Kopieren und Weitergabe ist gerne erlaubt. Nun höre ich da gerade ins erste Stückerl hinein: hmmm. Auf deren Netzseite steht dann: „Filesharing ist out, Creasharing ist in!“ hmmmm. Die…

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Künstlersozialkasse in Gefahr?

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Rainald Schückens macht sich Sorgen um die Künstlersozialkasse. Denn gestern tagte die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ zu diesem Thema. Noch ist unklar, was dabei herauskommen wird. Meine Empfehlung: Die Artikel zur Künstlersozialversicherung in der neuen musikzeitung und speziell eine zwar schon etwas ältere Umfrage von 2000 zur Novellierung der Künstlersozialversicherung.

Zur aktuellen Lage ließ gestern nachmittag der Deutsche Kulturrat verlauten:

Anhörung der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ zur Künstlersozialkasse zeigt dringenden Handlungsbedarf
Deutscher Kulturrat fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Berlin, den 22.11.2004. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, fühlt sich durch die heute stattgefundene öffentliche Anhörung der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Kultur in Deutschland“ zur Künstlersozialversicherung in seiner Auffassung bestätigt, dass es zur Künstlersozialkasse keine Alternative gibt.

Alle befragten Künstler- und Verwerterverbände haben sich für den Erhalt der Künstlersozialkasse ausgesprochen. Ebenfalls fühlt sich der Deutsche Kulturrat in seiner Auffassung bestätigt, dass bei der Erfassung der Verwerter, die eine Abgabe an die Künstlersozialkasse zu zahlen haben, besonders außerhalb des klassischen Kultur- und Medienbereiches, erhebliche Lücken bestehen. Selbst die Vertreter der angehörten Kulturwirtschaftsverbände sahen diese erheblichen Lücken.

Die Verwerter von künstlerischen und publizistischen Leistungen, also z.B. Galerien, Verlage und Theater, aber auch alle Unternehmen außerhalb des Kulturbereichs, die künstlerische oder publizistische Leistungen in Anspruch nehmen, müssen 30% der Beiträge zur Künstlersozialversicherung als Verwerterabgabe tragen. Die Versicherten, d.h. die Künstler und Publizisten, zahlen 50% in die Künstlersozialkasse und der Bund die restlichen 20%.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, erklärte nach der Anhörung: „Die Bundesregierung ist nach den eindeutigen Aussagen in der heutigen Anhörung aufgefordert, umgehend Maßnahmen einzuleiten, damit die Lücken bei der Erfassung der künstlersozialabgabepflichtigen Unternehmen geschlossen werden können. Damit könnte erreicht werden, dass die Verwerterabgabe, die zum 01.01.2005 auf 5,8% ansteigen wird, in den nächsten Jahren wieder sinken könnte. Darüber hinaus müssen mittelfristig Modelle zur Stärkung der Künstlersozialversicherung entwickelt werden. Der Deutschen Kulturrat wird voraussichtlich noch in diesem Jahr dazu Vorschläge vorlegen.“

Der Deutsche Bühnenverein pressemeldete sogleich dagegen:
Bühnenverein ist gegen Erhöhung der Künstlersozialabgabe
[23.11.2004 | Köln]

Die für das Jahr 2005 von der Bundesregierung beschlossene Erhöhung der Künstlersozialabgabe stößt bei den abgabepflichtigen Unternehmen und beim Bühnenverein auf heftige Kritik. Die Künstlersozialabgabe soll von 4,3 auf 5,8 Prozent der Entgelte für freiberuflich erstellte künstlerische oder publizistische Werke erhöht werden. Noch 1999 betrug der – damals noch getrennte – Hebesatz für die darstellende Kunst 1 Prozent und für den Bereich Musik 1,6 Prozent. Die Erhöhungen der letzten Jahre entsprechen also einer Steigerung von 350 bis 500 Prozent.

Der Bühnenverein fordert insbesondere von der zuständigen Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, zu den für die einzelnen Bereiche getrennten Hebesätzen zurückzukehren. Besonders kritisch beurteilt der Bühnenverein zusammen mit anderen Abgabepflichtigen die Forderung des Deutschen Kulturrats, die Künstlersozialkasse zu verselbstständigen. Eine solche Verselbstständigung wäre mit weiteren Kostensteigerungen verbunden, die nicht zu bezahlen und daher auch nicht zu verantworten sind.
Tut sich da doch ein Loch auf zwischen Arbeitgebern und Künstlern? Hat es damit die Bundesregierung wieder geschafft, ein Problem von sich zu weisen und sich damit geschickt aus der Verantwortung zu ziehen. Taktisch gesehen wäre das wie immer ein toller Streich. Wenn zwei sich streiten, dann freut sich nämlich bekanntlich der Dritte.

Update: Auch die Dienstleitungsgesellschaft ver.di beschäftigt sich mit der Künstlersozialkasse und fordert deren Ausbau und die Steigerung des Einkommens der über sie Versicherten. Das fände ich natürlich auch gut 🙂
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Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II

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„Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II“
Deutschlandfunk – Computer & Kommunikation – Pleiten, Pannen und das Arbeitslosengeld II

Peter Welchering fühlt der Soft- und Hardware auf den Zahn. Peinliche Sache das. Da wurde ein behobenes Softwareprobleme schon gefeiert, das sich bisher so darstellte:
Es gibt auch eine Erfolgsmeldung: Einer der gravierendsten Fehler der zugrundeliegenden Datenbankverwaltung, der ist behoben worden. Und zwar konnten bisher alle Antragsteller und ihre Familienangehörigen die an einem Ersten eines Monats geboren sind, nicht bearbeitete werden. Also 1. November – Geburtsdatum, das gibt es für das System nicht. Gleichzeitig ist das Geburtsdatum ein sogenanntes Pflichtfeld, muss also ausgefüllt werden, sonst kann der Antrag nicht bearbeitet werden, weil ja ach die Sozialversicherungsnummer das Geburtsdatum enthält. Der Fehler ist seit sieben Tagen behoben. Allerdings müssen einige zehntausend Anträge deshalb jetzt neu eingegeben werden.
Das Datenbankproblem ist aber nach wie vor da:


Ein zweiter Fehler ist noch immer nicht behoben. Und der macht den EDV-Verantwortlichen in Nürnberg richtig Kopfzerbrechen. Die A2-2-Software, das ist der interne Name für die Hartz-IV-Software, greift auf eine Datenbank der Bundesagentur zu, die sich Personendatenverwaltung nennt. ZPDV ist das amtliche Kürzel dieser Sofware. Das ist im wesentlichen eine Informix-Datenbank, die unter einem Unix-System läuft und mit dem AppCenter von Borland an die A2-II-Software angepasst werden sollte. Genau diese Schnittstelle funktioniert aber nicht richtig. Die A2-2—Software findet Datensätze nicht, steigt aus wegen Zeitüberschreitung, hat plötzlich keine Zugriffsrechte mehr auf die Personendatenverwaltung. Und ganz übel ist, dass diese Fehler, die da passieren, offensichtlich nicht reproduzierbar sind. Man weiß also nicht unter welchen Bedingungen es hier zu Fehlverhalten der Software kommt. Also das gesamte System ist sehr fragil.
Die Serverfarm stinkt regelmäßig ab, verkraftet gerade 16.000 Nutzer statt geplanter 40.000.
Schon bei der Freischaltung von 16.000 Anwendern hat das System Überlast gemeldet. 40.000 muss es schaffen können. Dann gab es offensichtlich Probleme beim sogenannten Virtualisierungsmechanismus. Diese Software soll dafür sorgen, dass zusätzliche Prozessoren und zusätzlicher Datenspeicher der Serverfarm dann zugeschaltet, wenn die Gesamtauslastung in einen kritischen Bereich kommt. Da gab es bei der Softwareüberwachung Probleme, und die EDV-Mitarbeiter mussten das per Hand regeln. Das dauert natürlich länger, und in der Zeit haben die Server einzelne Arbeitsstationen wegen drohender Überlast von der Serverfarm getrennt. Für den Sachbearbeiter vor Ort hat sich das dann so dargestellt, als sei der Server einfach ausgefallen. Ja und bei den Datenleitungen, die angeblich zusammengebrochen sind. Die soll es eigentlich gar nicht geben diese Datenleitungen. Das Hartz-IV-System läuft ja webbasiert.
Panne, Panne, Panne. Das passt alles ganz gut zusammen. Erinnert sich noch wer an die LKW-Maut?
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Busemann wäre besser 10-Kämpfer geblieben

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Das schlechte Abschneiden Deutschlands auch bei der neuen PISA-Schulstudie kommt für einige Kultusminister nicht überraschend. Niedersachsens Bildungsminister Bernd Busemann sagte, das sei eine Langzeitentwicklung. Ähnlich äußerte sich seine hessische Kollegin Karin Wolff. steht als Meldung im Tagesspiegel und im Teletext von RTLII. Busemann, du bist ein furchtbarer Schleimer. Zwar stimmt, was du sagst, aber es stimmt noch mehr, was du verschweigst: Das Niedermachen von Bildungschancen und -entwicklungen ist eine Kurzzeitentwicklung. Und nun sage nicht,…

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Ach Semmel!

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Ich vermute, Du findest das zwar auch doof und dumm und tumb und überflüssig und scheiße und blöde. Und ich habe mich selbst immer im Verdacht, dass Du nur wegen meines bekloppten Journals (temporär) aufgegeben hast. Ich glaube aber auch nicht, dass du gar so lange deine laute Klappe halten kannst. Dwarf und dir aber ein wunderbares Interregnum (sagt man doch so, oder?) — naja und dann noch die Wechseljahre und die Hormonumstellung und dann noch diese doofen Computerprobleme. Mir hat es jedenfalls immer viel Vergnügen und Sackgekratze verursacht, wenn ich das Kopfhoch-Studio besucht habe. Schon der Titel war ermutigend und entmutigend zugleich mit dem Kopf in der Schraubzwinge – so außerirdisch irgendwie und so wehevoll.

Dass du pausierst oder ganz aufhörst (woran ich zweifle), finde ich gleichwohl stark. Selberst wollte ich dies auch schon mehrfach probieren, aber dazu fand ich nie die Kraft und den Mut und den Entschluss. Zu sagen, ich habe deine Texte von ganzem Herzen bewundert, würdest du bestimmt schnell als Geschleime und Laberbackerei enttarnen können und wollen und müssen. Gleichwohl:

<%image(20041122-ansemmel.jpg|300|371|Für Semmel)%>

Und eigentlich hatte ich auch heute abend vor, mein Journal schwarz zu verhängen. Aber auch das hättest du nur als billigen Trick enttarnt. Auch damit hättest du Recht behalten. Ich finde es schade — gleichwohl empfinde ich es als Ansporn.

Auch wollte ich ein kleinen krächzenden Gesang mit „Semmel, komm bald wieder, bald wieder nach Haus …“ verlauten lassen. Aber auch das ist nur ein hilfloses Geblöke. Ach, Semmel, ich wünsche dir eine gute Zeit bei allem, wofür du nun Zeit findest; und sei es, dass du den Bundesaugust dermaleinst beerbst und dem Bundestag komplett die Hosen herunterziehst, deinen Waiblinger Mit- und Unbürgern.

Aber ich gebe nicht auf, Copyright von Brecht hin oder her, dir dies aus meinem Liederzyklus „Für Freunde VII“ mit auf den Weg zu geben:

<%image(20041122-brecht-messer.gif|520|610|Semmel)%>

Das ist noch widmungsfrei und hätte von einem anerkannten Kriegsdienstverweigerer natürlich nie bekannt werden dürfen.
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semmels kolumne: vorbei

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So. Am heutigen 888. Tag endet meine Kolumne. Nachdem ich fast 2 ½ Jahre jeden Tag meinen Senf zu allem Möglichen gegeben habe, ist nun Feierabend. Ich habe einfach keinen Bock mehr. Und so ein Schnapszahl-Jubiläum ist genau der richtige Anlass zum Aufhören. Vielleicht geht es auch irgendwann irgendwo oder hier weiter. Wer weiß das schon? Doch zunächst ist mal Schluss. Tschüß. semmels kolumneIch sag mal nichts dazu. 

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Musik der Ungerechtigkeit

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Wenn ich nicht wenigstens gelegentlich noch in die newsgroup de.rec.musik.klassik hineinschauen würde, wäre mir entgangen, dass die alte Fregatte Condoleeezzza Rice eben mal mit Yo-Yo Ma eine Brahms-Violinsonate gespielt hätte. Das ist zwar nun auch schon alter Tobak, nämlich von 2002, aber man fragt sich doch, wie das zusammen geht. With President Bush looking on, his National Security Advisor Condoleezza Rice performed Brahms' Violin Sonata in D minor with cellist Yo-Yo Ma, Monday at…

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Nachlässigkeit

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Das GANZE Werk bringt eine hübsche Replik von Carsten Molnar zu einem Kommentar von NDR-Kultur-Wellenchefin Barbara Mirow. Die sagte: „Die Bereitschaft, sich längeren, in sich geschlossenen Werken zu widmen, hat leider deutlich nachgelassen.“ Quelle: Das GANZE Werk / Korrespondenz - Einzelne Sätze, innere Geschlossenheit Amen. Die Bereitschaft von Schüler, etwas lernen zu wollen, hat leider nachgelassen. Deswegen gucken wir jetzt auch nur noch Fernsehen in der Schule. Leiderleiderleider. Das Interesse an Bildung und Kultur…

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Alpha Centauri (Entfernung 4,6 Lichtjahre) hört derweil das alte Programm von Radio3

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Das GANZE Werk bringt eine hübsche Replik von Carsten Molnar zu einem Kommentar von NDR-Kultur-Wellenchefin Barbara Mirow. Die sagte: „Die Bereitschaft, sich längeren, in sich geschlossenen Werken zu widmen, hat leider deutlich nachgelassen.“ Amen. Die Bereitschaft von Schüler, etwas lernen zu wollen, hat leider nachgelassen. Deswegen gucken wir jetzt auch nur noch Fernsehen in der Schule. Leiderleiderleider. Das Interesse an Bildung und Kultur hat leider ebenfalls nachgelassen. Darum schließen wir die Klassik- und Kulturwellen…

WeiterlesenAlpha Centauri (Entfernung 4,6 Lichtjahre) hört derweil das alte Programm von Radio3