Musikbeschreiberinnen und Leichtigkeitslügen

Der Markt machts nötig. Auf der Website eines Menschen, der die Leichtigkeitslüge einstens beklagte – und zwar richtigerweise – wird gleichwohl mit einer Leichtigkeit “gelogen”, dass sich die Notenlinien biegen.

Die Beschreibung einer Symphonie von Lutoslawski, hier der dritten, da weiß man – Zack – Bescheid.

Natürlich kann man auch mit viel mehr Worten noch weniger ausdrücken. Kein Problem. Das enthebt einen aber nicht einer gewissen Verantwortung in Sachen Pointen. Gegen derlei Kritik hat man sich aber in Sicherheit gebracht. Auf der Website kann man über takt1 lesen:

“takt1 ist die digitale Bühne, die klassische Musik in ihrer Vielfalt zum Leuchten bringt. Als reines Hör-Erlebnis. Als Konzert-Video. In guten Geschichten und mit dem Wissen von Experten, die von Musik bewegt sind, nicht vom Besser-Wissen.” [Quelle/Link]

Und so erscheint jede Kritikerin der Kritikerinnen als notorische Besserwisserin, die aber auch rein gar nichts verstanden haben dürfte angesichts des “Wissens von Expertinnen”. Wie eben Bendikt Stampa oder Holger Noltze oder anderen. Dabei kann man ja nicht wirklich etwas Besser-Wissen. Sondern nur vielleicht mehr oder weniger. Hier scheint jedenfalls weniger mehr zu sein.

 

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.