Ach, dass nicht die letzte Stunde | Meines Lebens heute schlägt!

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2. Hätte gleich mein ganzes Leben Friede, Ruh und Sicherheit, macht die Sünde doch darneben lauter Unruh, Furcht und Streit. Diese Plage, dies Verderben Weicht von mir nicht eher hin, als bis durch ein sanftes Sterben Ich bei Gott im Segen bin. … 6. Gute Nacht, ihr Eitelkeiten! Falsches Leben, gute Nacht! Gute Nacht, ihr schnöden Zeiten! Denn mein Abschied ist gemacht. Weil ich lebe, will ich sterben, bis die Todesstunde schlägt, da man…

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Nun ruhen alle Wälder

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1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt! … 6. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall nich Gefahr. Gott laß' euch ruhig schlafen, Stell' euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Helden Schar. Immer wieder doch tröstlich, solche Verse, selbst wenn es dafür keinen Anlass gibt.

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Semmels Geburtstag

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scheint heute wohl zu sein. Er ist der Meister der verschleierten Information, der Semmel, schickt sogar seine Dwarf in das ferne Baskenland mit einem vermutlich hochdefekten Handtelefon. Mich deucht da schon eher und gleichzeitig, dass Freund Semmel irgendwie in die Fussballaffäre verwickelt ist. Sieht man sich zu diesem Zweck seinen Tipp beim Spiel Paderborn vs. HSV an, dann liegt das fast unmittelbar auf der Hand (ebenso verwickelt scheinen mir Bernd77 [2:1], Dicke [1:0], Firlefranz…

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Apropos München, Schnee und taktlos

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War ja gestern, taktlos in der 86. Ausgabe, live aus dem ZKMax. Das kennt in München auch fast keiner, ist aber ganz doll wichtig als Gegenstand von Kunst im öffentlichen Raum. Der Eingang ist trefflich gekennzeichnet. Zuoberst das Treppenzeichen, dann so ein Anschluss-Zeichen für irgendwen, weil da irgendwas fließt, dann ein kleines Schild mit dem Hinweis „ZKMax“. Immerhin, ein großer Vorteil ist der vierfache Zugang.

Eigentlich ist es nur eine Unterführung, unter Altstadtring und Maximilianstraße. Früher nannte man das einfach eine städtische Fehlplanung und damit eine Stadtruine. Sie ist schön sauber, aber furchtbar kalt. Gut also, dass ich mich nicht allzu feierlich angezogen hatte. Es war bitter kühl, da unten. Doch mit schicken Schläuchen saugte man offenbar von draußen kalte Luft ein, die dann gewärmt in den Raum der Diskussion geleitet wurde.

<%image(20050203-raketenwurm1.jpg|200|267|Raketenwürmer zum Anwärmen)%>

Ursprünglich fahren der Moderator Theo Geißler und ich mit dem Auto von Regensburg nach München und eigentlich wäre mir das gestern auch sehr lieb gewesen. Allein, der Moderator bekam Muffensausen und wollte nicht gerne mehrere Stunden auf der Autobahn in der Holledau verbringen. Dass diese Hopfenanbaugebiet ist, mag das nicht tröstlich stimmen.
Nein, Kinners, nicht in Assoziation zu einem Grundstoff eines alkoholischen Getränks, sondern wegen der feinschmeckerisch selten anzutreffenden Hopfensprossen zur Spargelzeit.
Dass nun das München ziemlich verschneit war, sieht man an diesen hübschen Schneewehungen auf der Umrandung der Eingänge zum ZKMax (is dit wieder mal Infragelb oder Infragrün?):

<%image(20050203-schnee.jpg|500|375|Schnee aufm ZKMax)%>

Der Schnee brachte auch die Taxistände vor dem Hauptbahnhof in Bedrängnis. Man musste anstehen, etwa 20 Minuten. Das war für mich eigentlich unvorstellbar. Zwei Tage zuvor standen etwa 142 Taxis an der Nordseite. Aber die waren weg, unterwegs, und zwar langsam. Zu beobachten, der typische Münchner zwischen 65 und 75, der solche Schlangen meidet und sich zu seinem Taxi abseits vordrängelt.

Von unten sieht das ZKMax, beziehungsweise seine Ausstellungsfläche typisch kalt und leer aus. Eine unteridische Kunstbaracke eben. (Und sorry, ich bekomme momentan keinen geraden Foddos hin).

<%image(20050203-halle1.jpg|500|375|Eingang, andere Seite)%>

Hier also ein weiterer Ein- oder Ausgang. Viel war da nicht los, kaum jemand nutzte die Unterführung. Warum auch. Ganz München schien im Schnee zu versacken.

Einen letzten Eindruck gibt es jetzt:

<%image(20050203-sendung.jpg|500|375|Blick in die Sendung)%>

Etwas durch irgendwas abgetrennt, das war dann der Livesendungsraum. Die Sendung selbst lief ganz prima, zumal wenn man seine Füße in den Strom der Warmluft aus den Raketenwürmern bringen konnte. Aber kalt war es trotzdem. Gast Axel Wirths zig sich während der Sendung seine Handschuhe an. Gast und Kurator Christian Gögger bemerkte richtig, ich sei wohl noch nie hier gewesen, Gast und Kulturreferentin Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl bemerkte, dass man viel tue und die alten Florentiner Opernerfinder vor 400 Jahren ziemliche Intellektuelle gewesen seien. Das alles sei ferner doch ein Biotop (Hartl) und doch kein Biotop (Gögger und Wirths).

<%image(20050203-schuhe1.jpg|200|267|Schuhschlagen)%>

Ganz so schlimm kalt durfte es dann doch nicht sein, denn beim ersten Stück der anwesenden Musikmacher DJ Spooner und polly tox wurde man gebeten, seinen rechten Schuh auszuziehen, um wie dermaleinst Chrustschow mit selbigen den Rhythmus zu schlagen.

Also alles wieder typisch münchnerisch obercool in der Reichen- und Kunstgegend. Genug der Worte, genug der Bilder, mehr davon gibt es auf der Heimatseite der Sendung von taktlos, zusammen mit der akustischen Dokumentation der Sendung; eine insgesamt lebendige und freundlich bestimmte 86. Ausgabe von taktlos.

Der Herr Moderator und ich sind dann huschdiwusch nach der Sendung, Ende 22:30, zum Bahnhof per Taxi, denn der letze Zug nach Regensburg ging schon 23:05.

Im nachhinein betrachtet, wenn ich heute höre, wie auf Bayerns Straßen teilweise nachts nichts mehr ging, eine gute Entscheidung — die Weichen war auch nicht eingefroren. Man fuhr ab Neufahrn daher nicht aus Versehen nach Plattling weiter, sondern landete bestens in Regensburg. Da wars nur kalt und nass.
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Hommage á Schwester B.

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Die treue Schwester wird gerade 45. Langsam aber sicher gehts auf die Pension zu. Bis dahin aber steigere den Pisa-Wert in Aschaffenburg, Du. Denkbar verschieden das Wetter. Gestern in München: Wintereinbruch mit fett Schnee, vor drei Jahren, in Berlin: Frühlingswärme.

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Der Klingellauscher

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Während man früher früh in die Wälder zog, um mit Mikrofon (mit Keulencharakteristik) und schwerem Tonbandgerät (das leichte von Uher) den Vögeln ihren Gesang abzulauschen, gestaltet sich ein derartiges Vorhaben für Großstädter mitunter schwierig — wenngleich die Aufnahmegeräte selbst viel kleiner und leichter geworden sind. Die Vögel sind schon alle durchgehört und wenige geworden, vor allem wenige verschiedene. Zudem sieht das ganze ziemlich affig oder gar peinlich aus.

Neu in Mode gekommen scheint dagegen das Abbilden von ehemaligen Fahrradklingeln, die in den botanischen Biotopen der Großstadtkleingartenbesitzern die Funktion der Tür- oder Torklingel übernommen haben. Diese Teile sind mitunter uralt und der Witterung hoffnungslos ausgesetzt. Nicht selten erlebt man dann beim Versuch, die Klingel zu benutzen, sein blaues oder gelbes Wunder. Sie klingeln nicht mehr sondern kratzen oder bewegen sich kein bisschen. Nun hat aber auch nicht jeder einen Gegenstand zum Dranhauen dabei. Die Klingeln klingeln dann einfach nicht.

Manch eine aber tut es doch. Der Klingelarchäologe, versiert wie er ist, nimmt derlei Gegenstände in seine Fotodokumentation auf wie Tante Dokta Pepa. Das ist die eine Seite, der optische Teil der Wahrnehmung. Zum optischen Sammler gesellt sich dann gerne aber auch der akustische. Belauschen wir doch einfach kurz so einen Aufnahmevorgang.

Schon die Produktion des Klingeltones durch das Hin- und Herbewegen des Abzugsknopfes gibt Rätsel auf. Man kann den Eindruck des impliziten Rhythmus’ nicht ganz abwehren. Wobei die Betonung ein bisschen unklar bleibt: Ist es nun auftaktig oder volltaktig? Und was will uns der Klingler damit sagen?

Ich bin nicht drin, sondern will herein? Klingt die aber scheiße? Euch spiele ich einen Streich? Klingelpütz?

Ebenso problematisch scheint die Frequenzanalyse des Klingelklangs.

<%image(20050202-klingel.gif|500|295|Klingel)%>

Man sieht zwar deutliche Spitzen, die sich aber etwas über den Oktavverdopplungen ansiedeln. Das ergibt dann den nicht ganz sauberen Klang, der aber bei Klingeln, etwa anders als bei Gongs oder Glocken, durchaus erwünscht ist. Denn der Ursprung, das Auf-sich-aufmerksam-machen, des Bizyclonisten kommt hier zum tragen. Als Tür- oder Torklingel wirkt es daher leicht verschreckend, aber nicht so dumpf wie die seinerzeit modernen Ding-Dongs in Wohnungen aus den späten 70er Jahren.

Fraglich aber bleibt, ob die Klingel ein gutes Instrument für diesen Zweck darstellt. Denn der richtig aktive Tonbereich befindet sich an einer Stelle, die manch gealterter Behauser womöglich gar nicht mehr, infolge des Höhenabfalls des älteren Ohrs, wahrnehmen kann. Für den klingt das dann eher so (stark verstärkt, wodurch die Windgeräusche der nicht perfekten Aufnahme deutlich hervortreten). Ein Widerspruch in Funktionalität und Produktivität — ja, ich neige fast dazu, zu sagen, ein „Quatsch sondergleichen“.

Der Lauscher beendet seine Aufnahme durch ein beherztes Signal „Aufnahme sch-toppnnnn“, sich damit an seine Forschertätigkeit erinnernd. Nun frage ich zum Schluß, welches Motiv diese Klingel einmal geziert hat? Kann man es dem Klang ablauschen? Mal sehen, alle Tipps sind freibleibend.
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Zur Musiksoziologie

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Diese Einsicht stammt aus der Zeit des mittleren Endes des kolonialistischen Imperialismus'. Gerade noch hatte man rechtzeitig den Phonographen erfunden und bannte damit die letzten Urlaute auf Walze. Mir persönlich waren diese Ethnologen immer fremd geblieben. Dieses Analysieren von Musik anderer Kulturen, wo ich doch schon mit der „eigenen“ genug Probleme zu bewältigen hatte. Das war Sandalenmusik und Bambusröckchen-Gekloppe. Nun, nach dieser Lektüre sehe ich es anders. Der Witz ist nämlich folgender: Die „echten“…

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Manchmal wütet es

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wie heute, wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betritt und die Eingangshalle eines Gebäudes schon ganz auf Fasching verstellt ist. Und das mit unseren Gebühren.

Also sucht man sich zwangsläufig einen anderen Weg zum Studio und geht einen Paßweg entlang, der gerade aufgemöbelt wird und ein paar Plakate auf eine ARD-Sitzung hinweisen, ebenso die notorischen Tassen mit Kaffeekannen aus Thermos. Da recht sitzen sie also, die Heinis der Kulturabschaffungsbehörden im Rundfunk, die Intendanten und Programmdirektoren. Man hört im Vorraum den Namen Romann, den man informieren müsse. Ich denke, ich spaziere da gleich mal rein und puste denen mal meine Meinung hinter die Löffel. (Was ich wirklich dachte, das sage ich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer besser nicht).

Und dann geht es auch noch an einer Tür vorbei, drauf steht, Blabla — Vorsitzender des Rundfunkrates. Also derjenigen Instanz, die leider längst vergessen hat, wie man seine Kukidentreinigung des zahnlosen Gebisses vornimmt. — Anmeldung über Zimmer pipapo. Mann, war ich geladen — wie die PK 90 in meiner Schublade, die ich zur Sicherheit vor weiteren IKEA-Übergriffen bei mir habe.

Da ist man plötzlich so dicht an diesen Laschis dran und könnte mal so richtig … (das sage ich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer besser nicht).

Ich musste ins Studio! Das war wichtig. Zuvor das übliche Reinwaschungsritual. Während meiner persönlichen Urinentladung auf dem dafür vorgesehenen Platz zielte ich versehentlich (wirklich) daneben [also: erstens wirklich daneben und zweitens wirklich versehentlich] — scheinbar hing das Urinal tiefer als sonst. Die Händereinigung gestaltete sich auch schwierig. Erst riss ich den Schaumspender von der Wand, danach den Rollhandtuchspender aus der Verankerung. Hey, und das nicht, weil ich etwa versuchte, die Spuren meiner untrefflichen Wassererleichterung zu tilgen, obwohl ich das wirklich (ganz ehrlich) gewollt hätte — aber soll ich das Teil nun wirklich rausreißen zur Bereinigung, hat sich das irgendwer so gedacht? Und das mir schmalem Handtuch.

Und das alles von meinen Gebühren.
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Hol

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Ich bin in IKEA, hol mich hier raus. Ich weiß ja nicht mal, wie ich hineinfiel. Es war glatt, ich war jung, die Angebote waren verlockend. Plötzlich plumps. Dann sah ich nach oben, mehrere Tage. Voll Gelb, voll Staubweben. Da traute ich mich gar nicht raus. Aber andererseits: Es war sehr schön und gemütlich.

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Der gesündeste Verstand

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Nach 20 Jahren mal wieder Henry David Thoreau. Ja, der mit der Aufforderung zum Ungehorsam gegen den Staat. Der hat da doch sich einmal verzogen nach Walden und ein Häuschen gebaut, weil er, wenn ich mich recht erinnere, nicht so gerne in die Kriegskasse zahlen wollte. In seinem Buch aus dem Leben in den Wäldern, da gibt es ebenfalls eine Passage, die so hübsch wie ulkig und achtmalklug ist. Den gesündesten Verstand hat der…

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