Die Kritische Tasche der kritischen Masche

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Haha. Nu werden se alle intim, die Pepas, Renes, Kaltmamsells und zeigen ihren letzten Chic aus Sicherheitsgurten und LKW-Planen. Da kann ich nur lachen, diese Zeitgeist-Taschenträger. Sollen se doch. Ich bin aus einem andern Zeitalter und so sehe ich auch aus. Wer seinen Opa nicht ehrt …

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Tagesmax

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Pressemitteilung: Gestern Tagesmax. Unerlaubter Nachdruck gestattet. Belegexemplar erbeten.

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Mythen des Alltags II: Zeit ist Geld

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Zeit ist Geld, sagt ein Sprichwort. Aber es ist genau umgekehrt: Geld ist Zeit.

Station I: Kaufhof, Edeka-Markt. Alles ist hier teurer als sonstwo, normalerweise. Die Kassen sind wenig besetzt, aber es auch nur wenig Kundschaft unterwegs. Entscheidung für Kasse 5, vor mir zwei junge Männer, der eine ist schon beim bezahlen. 4 Euro und paar Popel. Scheckkarte gezückt und bezahlenwollend. Geht nicht, mit Karte geht erst ab fünf Euro. Also zurück in den Laden durch die Gassen und irgendwas finden, was den Mann über die fünf Euro bringt. Mitleidiges Lächeln. Fertig. Dann nur noch ein weiterer junger Mann, „bloß“ mit einer Chipstüte. 1 Euro und ein paar Zerquetschte. Aber es passiert, was passieren muss. Der Mann greift in seine Tasche, macht aus beiden Händen eine Kugel und legt Unmengen kleinster Münzen wie ein Opfer auf das Kassenband. Vier Minuten später war alles von der Kassiererin durchgezählt. Genauso lange dauerte das Stück-für-Stück-Aufklauben der übrigbleibenden Münzen. Meinen angesäuerten Blick erwidert der Mann mit einem, der soviel bedeutet: „Warte Bürschchen, ich mach dich kalt, du feiste Drecksau, du Arschgesicht.“

Station II: Tabakladen W. zwecks Nachschub. Freundlich halte ich einer jungen Besucherin die Tür auf und lasse diese auch noch vor. Man ist ja gut erzogen. Auch sie bestellt nur ein Produkt, Drum in blau. Fein, das geht flott. Aber heute scheint der Tag des Kleingeldes zu sein und ich habe es nicht mitbekommen. Auch sie kramt sich durch ihre Geldbörse, Cent für Cent um am Ende feststellen zu müssen, dass fünf Cent fehlen. Na danke. Geld zurück und Schein hingelegt. Das wars. Als ich dann selbst zur Tat schreiten möchte, bedeutet man mir, dass das Zeug in der montäglichen Lieferung vergessen ward. Aber ich könnte doch das gleiche Produkt in anderer Packungsgröße beziehen. Sie hätten da eine Tonne von, würden die im Zweifel auch kostenfrei liefern. Das letzte mal, als ich dies machte, hatte Regensburg den ganzen Herbst und Winter lang Nebel. Neenee.
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Symantec … mag seine Kunden nicht

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Datenschutz und Wurmkur: mit so’n Zeug von Norton Krawatzki soll man sich sicher fühlen. Koofen und installieren oder updaten oder renewen. Das war damals schon eine Angelegenheit von mindestes drei Stunden. Nun lief der Viren- und Wurmschutz aus und zur Sicherung der eigenen Sicherheit knallte mit das Programm vor: Nur noch 28 Tage, nur noch 27 Tage … nur noch zwei Tage. Jetzt war Schluss mit übergehen und reinbeißen und neu bezahlen den Dienst war angesagt. Geht ja auch so schön online und wozu lässt mein Nachbar auch immer seine Kreditkarte so offen herumliegen. Ratzfatz, Formular augefüllt und sämtliche Posthäkchen (Sie werden informiert, bis ihr Postfach platzt) wieder abgewählt.

Den letzten Knopp angeklickert und in der Zeit den Hinweis gelesen, dass der Vorgang mindestens 30 Sekunden dauern würde, man mög daher nicht die Seite aktualisieren und nicht ein zweites mal auf den Abschicken-Button klickern. … … … … Warten … … … … … … … … … … … … … … … … … … … … … … … … Warten, zwei Minuten, drei Minuten. Es tut sich nichts und nichts und nichts, dann, ich habe mich schon anderen Dingen zugwandt, schaue nur gelegentlich in die Taskleiste, yepp, es hat sich was getan. Prima. Nur nicht das Erhoffte. Irgendwie gibt der Symantec-Server die Info aus, dass da was nicht vom Server ausgeführt wurde:
Service Temporarily Unavailable
The server is temporarily unable to service your request due to maintenance downtime or capacity problems. Please try again later.
Apache/1.3.12 Server at www.symantecstore.com Port 80

Bullshit.

Mit den Zurück-Buttons zurück und noch mal abschicken, was natürlich nicht klappt aus Gründen, die mir der kleine Text unten zwar angedeutet hat. Also das ganze noch mal von vorn. Und wieder kommt dann diese Warten und Warten und Warten. Zwischenzeitlich das Postfach kontrolliert. Symantec hat mich angemailt und mir den benötigten Code geliefert. Prima. Im Firefox also schnell das Warten abgebrochen. Aber man ahnt wohl, was dann passiert ist. Bald hatte ich eine zweite Mail im Postfach. Doppelt gezahlt für das Gleiche. Bullshit zwei.

Man kann ja versuchen, das richtigzustellen und die Email retournieren. Aber denkste, dazu sagt die Mail:
Bitte schreiben Sie auf diese E-Mail keine Antwort. Diese E-Mail-Adresse ist nicht dafür eingerichtet, Antworten zu empfangen.
Auskunft zu Ihrem Abonnement erhalten Sie unter der Adresse
http://www.symantec.de/desupport

Das ist nett. Also auf die Support-Seite und dort eine Email-Adresse oder ein Kontaktformular suchen, um daran etwas zu ändern. Bullshit numero drei: Sowas gibt es da nicht, jedenfalls konnte ich nichts dergleichen finden, auch nach mehreren Klicks nicht. Stattdessen wühlt man sich durch die FAQs hindurch. Die FAQs geben wirklich viele Antworten, nur wird nirgends die Frage gestellt, die ich habe. Doch da findet sich dann der nette hoffnunggebende Link:
Ich habe ein Problem mit den Abonnements, das hier nicht aufgeführt ist.
Und der der führt – die Gewissheit brauchte ich – zu weiteren FAQs. Fuckfuckfuck, ich kanns nicht mehr lesen.

So etwas ist eben nicht vorgesehen. Was erlaube ich mir auch eine Frage, die es nicht geben kann. Klar, die wollen sich ihre Kunden vom Leib halten. Im Zweifel gibt es eine kostenpflichtige technische Unterstüzung:
29 € / 42 sFr. pro Anfrage, 9.00 bis 17.00 Uhr, Montag bis Freitag.
Günstig finde ich das nicht, es ist nur unwesentlich billiger als das Produkt selbst und der Hinweis:
Die Kosten werden Ihnen erlassen, wenn der Unterstützungsmitarbeiter feststellt, dass das Problem durch das Produkt verursacht wurde.
macht auch keinen Mut, denn das Produkt hat ja kein Problem verursacht.

Nein, Norbert, so nicht. Dein Netz ist nicht sicher, es ist dicht gegen Kunden. Falls die zweite Transaktion also, wider Erwarten doch abgebucht werden sollte, dann werde ich eben reklamieren müssen oder den Deppenn dort einen Virus an den Hals schicken, der sich nicht gewaschen hat.
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Philosophisches Schnarchen

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Ebenfalls gestern abend mit einem jungen Studenten ein paar Takte über Nietzsches „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“ disputiert und mich ganz schlau gefühlt, obwohl ich den Text gar nicht präsent hatte. „Jaja, das 19. Jahrhundert und de Sade nicht vergessen … ein Pfarrer … die Moral … Abschied von der Gewissheit … Systeme sind wie Autos … Metaphysik des Schwebens …“
Dazu [„Reize zu empfangen und gleichsam ein tastendes Spiel auf dem Rücken der Dinge zu spielen“] läßt sich der Mensch nachts, ein Leben hindurch, im Traume belügen, ohne daß sein moralisches Gefühl dies je zu verhindern suchte: während es Menschen geben soll, die durch starken Willen das Schnarchen beseitigt haben. Was weiß der Mensch eigentlich von sich selbst!

Der olle Fritzi kann aber auch Fragen stellen!
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Kritische Masche

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Manchmal ist Kritik auch nur eine Masche.
Nu lass mich doch mal meinen unklaren Gedanken zum Ende bringen,

sagte ich gestern abend zwar nicht, aber dennoch verkeilte sich der Gedanke zwischen Finnland und Irland, als F. sagte, die Utopie dauerte genau fünf Tage und ergänzte, es würden einmal Historiker ein Entwicklungsmodell von Gesellschaften entdecken, wonach jede Gesellschaft zur Weiterentwicklung ihrer selbst einmal durch die Bananenphase gegangen ist oder gehen muß.
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John Peel

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John Peel in Peru gestorben.

Listen to „A Short Sentimental Interlude“ from 1969’s John Hartford. (1 meg, wav file). Ein musikalischer Gruß aus dem Schattenland — von John Hartford.

Tributes & Condolence Messages.
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Schlechte Zeiten – Schlechte Zeiten

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Manchmal ist man abends hundemüde und zugleich aufgekratzt. Fernsehen ist dann gegebenenfalls das Medikament der Wahl, wenn man nicht laufend gegen einen Wand rennen mag, um ohnmächtig zu werden. So ein Schlaf ist dann auch das Wahre nicht.

Da es im Fernsehen jedoch nichts Neues nicht gibt, jedes Bild schon tausend Mal gesendet wurde, bietet sich der regionale Sender an, der des Nachts seinen Teletext als Programm ablaufen lässt. Die hochinteressanten Polizeiberichte mit Schlägereien wegen Kleinigkeiten: Beschimpfungen, Anzeigen und Gegenanzeigen.

Doch auch der Kleinanzeigenmarkt wird urplötzlich wieder zum Spiegel der Situation eines schleichenden gesellschaftlichen Umbaus.

<%image(20041026-teletext.jpg|500|428|Teletext nach Mitternacht)%>

Den Spaß, dass da jemand eine Stelle sucht zum Bestücken von Automaten mit Süßigkeiten und gleichzeitig zum Verkauf drei Tüten mit Kinder Ü-Eiern (ohne Schoki) auffordert, lasse ich aus. Das ist zwar witzig, aber es ist in Wirklichkeit natürlich alles andere als witzig für den oder die, die diesen Weg einschlagen muss. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass es sich um einen Abzocker handelt, auch wenn der- oder diejenige im Besitz einer Mobiltelefon-Telefonnummer ist. Unweigerlich fällt mir dabei die Zeit der Mädchen und Männer ein, in der man Schwefelhölzchen verkaufen musste.

Zwar ist der Kleinanzeigenteil einer Zeitung nicht „die Welt“, aber er ist für einen Turmsitzer zumindest der literarische Abfall auch von Gesellschaft: „konkrete Prosa, konkrete Lyrik.“ Der Komponist Hanns Eisler hatte um 1927/28 einmal ausdrücklich unter dem Titel „Zeitungsausschnitte“ derartige Texte zu einem Liederzyklus vertont. Adorno bemerkte zu diesen Stücken 1929.
Die Lieder mit den niedrigen, banalen, oft infantilen Texten sind keine Parodien; es wird nichts parodiert darin, nicht einmal die staubigen Gefühle, nicht einmal die zerschlissenen Worte, die vorkommen. Der Angriff, den sie unternehmen, gilt dem Recht lyrischer Bekundung als solcher und nimmt seine Gewalt aus der Politik, nicht aus der ästhetischen Reflexion. In einer Situation — so wenigstens die Logik der Lieder –, in der die gesellschaftlichen Verhältnisse derart Macht haben über den einzelnen, daß seine Freiheit Schein und die ästhetische Mitteilung solcher Freiheit, die personale Lyrik, Ideologie ist, kommt der personalen Lyrik weder Wahrheit in sich noch Interesse in der Gesellschaft zu.
[Band 18: Musikalische Schriften V: Eisler: Zeitungsausschnitte. Für Gesang und Klavier, op. 11. Digitale Bibliothek Band 97: Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 15163 (vgl. GS 18, S. 524)]
Später, in den 70er/80er Jahren ging der Wiener Dichter und Komponist Gerhard Rühm an eine ähnliche Thematik heran. In der Ahnung, dass das Studium der Zeitungsprosa und -lyrik mindestens ebenso geeignet ist, etwas von der Gegenwart zur Sprache zu bringen — vor allem vermittelt an das bürgerliche Konzertpublikum, das sich lieber mit Eichendorff, Goethe, George und Hölderlin assoziieren will.

Kleinanzeigen sind Spuren, Spuren von persönlichen (gewiss nicht nur privaten) Katastrophen; Bruchstücke, die vermutlich mehr aussagen über das Ganze als manche Enquete, die meisten Gutachten und das politische Gespräch auf höchster uni- oder multilateraler Ebene. Das Elend des Gewöhnlichen. Das Elend im Gewöhnlichen. Gleichzeitig sind diese Anzeigen wider Willen und wider Intention Manifeste beziehungsweise Pamphlete des Alltags.
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Dummfunk-Gebühren

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„Gebühren werden nicht bezahlt, damit die öffentlich-rechtlichen Programme mit „Radio Paradiso“ und „Klassik-Radio“ konkurrieren, sondern damit sie Minderheiten-Programme wagen und eine Freiheit vom Markt bewahren. Wenn sie diese Freiheit nicht nutzen, werden Rundfunkgebühren sinnlos.
WELT am Sonntag, 24. Oktober 2004“ / Das GANZE Werk / Freiheit vom Radio-Markt – von Axel Brüggemann – WELT am Sonntag, 24. Oktober 2004
So hats „das Ganze Werk“ aufgeschnappt. Auch wenn ich mit der WELT nichts am Hut habe, Brüggemann hat es getroffen. Das Gejammer der öffentlich-rechtlichen Hörfunkheinis ist nicht zum Aushalten. Die sind vollkommen verblödet und lassen die aktuelle durch die Länder heruntergeschraubte Erhöhung erst einmal passieren (um überhaupt etwas mehr in die Kasse zu bekommen), um dann wahrscheinlich doch vor das Verfassunggericht in Karlsruhe zu ziehen. Klar, das Verfahren, wie die kommende Erhöhung abgewickelt werden soll, ist problematisch. Wenn der KEF die Finanzbedarfermittlung nicht abgenommen wird, dann sollte man auch so ehrlich sein, diese Institution vor die Türe zu jagen. Dann können die Landes-Vögte endlich wieder ihren Schritte zum Staatsfunk machen. Der Funk benimmt sich selbst dabei wie ein kompletter Trottel (ich nehme mal ausdrücklich Bayern2Radio heraus).

Was mich wirklich erstaunt aber ist, dass die Geldverteilungsgötter im Funkhaus ganz genau wissen, welche Cents in der vermiderten Gebühren-Erhöhung fehlen. Eben mal gerade so ein Orchester (leider ebenfalls der Bayerische Rundfunk). Na klar, es geht nicht um Fussball-Rechte etc. Die Hörfunkdirektoren und Intendanten (aber wie ich jetzt erst feststellen musste, vor allem der Rundfunkrat) wissen genau, was im Rundfunk so überflüssig ist wie eine Haarzählmaschine für den Hausgebrauch. Gerne, macht weiter so, macht euch überflüssig. Schmeißt alle Inhalte aus euren Sendern raus, übernehmt doch gleich das Programm der Privaten (so schlecht sind die nämlich gar nicht, jedenfalls nur wenig schlimmer als ihr). Das hätte die KEF mal ermitteln sollen, wie viel Geld bei den Öffentlich-Rechtlichen eingespart werden kann, wenn man sie durch äquivalente Programme der Privaten substituierte.

So muss man sich sogar auch fragen, ob die Rundfunkräte tatsächlich etwas taugen. Angeblich, so schreibt es Rundfunkrat Peter Jonas, sei die Abschaffung des Rundfunksorchesters umstritten gewesen. Ach, es ist einfach nicht mehr zu begreifen, was da im Funk so abgeht. Ein Gewurschtl und Geschiebe.
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