Vom Glauben an die Glaubwürdigkeit

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Wenn man manchen Berichten in der Netzwelt trauen darf, dann haben die letzten Vorfälle um gehackte Webseiten etwas nachhaltig beschädigt. Am vielleicht schärfsten oder wenigstens mir sichtbarsten hat dies Thomas Knüwer vom Handelsblatt beschrieben. Im Zusammenhang mit der Veränderung des Namens eines Bundesministers für Wirtschaft geht er soweit, zu sagen, dass der "Till Eulenspiegel" wie er ihn nennt, beide Seiten (die der Wikipedia und jene des Journalismus) beschädigt habe. Diese Geschichte werde die Wikipedia,…

WeiterlesenVom Glauben an die Glaubwürdigkeit

Neandertaler, die im Ferrari sitzen

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Auf der Suche nach Information ist [eigentlich doch] niemand, sagte neulich Claus-Henning Bachmann in einer Gesprächsrunde über den Status der Musikkritik zwischen Werbung und noch irgendwas. Das hat mich zunächst irritiert, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass es stimmt. Bei Wikipedia nach "Information" gesucht, nicht nach Information. Sehr schön einige Zitate im Zitatenschatz der Wikipedia. "Die Antwort auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit ist Bildung - nicht Wissenschaft, nicht…

WeiterlesenNeandertaler, die im Ferrari sitzen

Datenschutz, europäisch

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Mit dem Datenschutz stimmt etwas nicht. Während man einerseits über die Frage diskutiert, ob IP-Adressen personengebundene Daten seien, wie lange Daten von Logfiles eines Servers aufbewahrt werden dürften und welche Daten überhaupt irgendwo erhoben werden dürfen, ist es im Großraum Schule gelegentlich ziemlich egal. Zum Thema Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung werden beispielsweise folgende Daten erhoben, und zwar personengebunden von mit Archivierung bis 2017: Name und Vorname, Adresse, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum, Muttersprache, Spätaussiedler, Vorliegen von…

WeiterlesenDatenschutz, europäisch

Reinsberg 2008 – Unwohnliches Dorf

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Gestern las ich in der Berliner Zeitung unter der Überschrift "Die Stille im Dorf" einen Bericht über Vorgänge im sächsischen Reinsberg. Man kann eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei um einen erfundenen Ort handelt. Die Realität sieht doch anders aus, oder? Jedenfalls soll dort eine Art Terror Jugendlicher um sich greifen, der nicht in den Griff zu bekommen ist. Fast alle haben Angst, selbst zum Opfer dieses Terrors zu werden,…

WeiterlesenReinsberg 2008 – Unwohnliches Dorf

Welttag der Philosophie

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Heute ist angeblich der Unesco-Tag der Philosophie. Das muss ich mir schnell was einfallen lassen: oder was einlallen lassen? Fiel mir heute, am Tag davor ein. 99,98% der Netzinhalte bestehen aus Rezeptionsproduktion. 0,019% sind reine Produktionen, die, hätte man ausreichend rezipiert, schon dagewesen wären. Als Erfindungen von schon Gefundenem. Bleiben die restlichen 0,001% - aber die finde mal. Hält dann auch vom Selberdenken ab, das Suchen, damit man was findet. Ist irgendwie Unsinniges Tun.

WeiterlesenWelttag der Philosophie

Schnipsel – Utopie

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

In seinen drei Regeln für Utopisten im Merkur-Sonderheft "Zukunft Denken - Nach den Utopien" schreibt der Philosoph Martin Seel im Einleitungstext: "Utopien sind unmögliche Möglichkeiten, die mögliche Möglichkeiten sichtbar werden lassen." (S. 747) Diese Definition wandelt sich noch etwas ab nach der Lektüre von Rawls: "Denn diese Utopie ist ihrem Anspruch nach keine unmögliche, sondern lediglich eine weithin für unmöglich gehaltene Möglichkeit, die eine tatsächlich mögliche Möglichkeit erkennbar werden läßt." (S. 753) Oder so.

WeiterlesenSchnipsel – Utopie

…dung

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Der Aufschrei war groß, aber das Gejammer blieb klein, als Marcel Reich-Ranicki die Annahme des Deutschen Fernsehpreise ablehnte: Vor einem teils ungläubigen Publikum, das sich in seiner glotzenden Einfältigkeit hinsonnte. Zaghaft schubste man den alten Mann von der Bühne mit dem Versprechen, öffentlich die Sache auszudiskutieren. Denn es gehe schließlich um Kultur und Bildung. Eine ganz erstaunliche Angelegenheit in dem sonst so komplett zur Verblödung tendierenden Medium, das Hans Magnus Enzensberger einmal ein Nullmedium…

Weiterlesen…dung

Abschaffung der Künstlersozialkasse [2008]

  • Lesedauer:4 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Gestern berichtete der Deutsche Kulturrat über eine ungeheuerliche Entwicklung. Danach bestreben es einige Bundesländer, die Künstlersozialversicherung abzuschaffen oder zumindest zu reformieren. Hingewiesen hat mich darauf allerdings der Siggi Becker. Der Deutsche Kulturrat schreibt: „Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008) zum 'Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)' (Bundesratsdrucksache 558/08) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten…

WeiterlesenAbschaffung der Künstlersozialkasse [2008]

Offene Kunst verdampft an sich durch ihre neugewonnene Bratwurstigkeit

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Das von mir hochgeschätzte musikalische Feuilleton der Berliner Zeitung wartet in all den zahlreichen Besprechungen von musikalischen Ereignissen immer wieder einmal auch mit noch tiefergehenden Erläuterungen auf. Peter Uehling und Wolfgang Fuhrmann sind wunderbar präzise in ihren Berichten und ich lese sie immer gern - weil ich die Konzerte leider selten selbst besuchen kann. Zur Oper für alle in Berlin macht sich Uehling einige Gedanken, denen ich in fast allen Punkten zustimmen kann. Sein…

WeiterlesenOffene Kunst verdampft an sich durch ihre neugewonnene Bratwurstigkeit

Neues aus dem Grand-Tokio-Hotel-Abgrund – Urheberrecht als musikalische Warenkunde

  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit
  • Beitrags-Autor:

Das Gezerre um die angemessene Vergütung von urheberrechtlichen Leistungen will kein Ende nehmen. Seit einigen Jahren werden sogenannte Körbe zum Urheberrecht gepackt. Teilweise sind Ergänzungen und Korrekturen nötig, weil es Auflagen der europäischen Kommission gibt, teilweise werden diese Anforderungen genutzt, um weitergehende neue Ansprüche zu begründen. Dieses tat zuletzt ein „Offener Brief“, der im Namen der Musikindustrie anlässlich des „Tages des geistigen Eigentums“ direkt an die Bundeskanzlerin ging. Unterschrieben haben ihn Dutzende der in…

WeiterlesenNeues aus dem Grand-Tokio-Hotel-Abgrund – Urheberrecht als musikalische Warenkunde