Hommage á Pepa
!~~1/20041130-rodin.jpg|Hommage über Rodin~~! Zweizigartigkeit.
!~~1/20041130-rodin.jpg|Hommage über Rodin~~! Zweizigartigkeit.
Kaltmamsells Faible für Hochbetonik kann man teilen. Sie war innen, ich stelle etwas anderes von außen dar.

Kaltmamsell mag Hochbetonik. Das hatten prima im Stadtteil Detmerode der Fussballstadt (blöde Heimverlierer gestern) gerne gebaut. Gemischte Bauweise, mal hoch mal breit. Dazwischen viel grün. Das Foddo stammt aus der Reihe meiner ersten Bilder mit der Zorki. Transportprobleme sieht man an den Streifen auf dem Foddo. Aber zurück. Der Detmeroder (etwa 16.000 Einwohner) Volksmund nannte diesen Doppelhochbetonzahnkomplex „Don Camillo und Pepone“ — vielleicht wohnten gerade viele italienische Gastarbeiter dortdrin. Normal sterbliche wagten sich da…
Kaltmamsell mag Hochbetonik. Das hatten prima im Stadtteil Detmerode der Fussballstadt (blöde Heimverlierer gestern) gerne gebaut. Gemischte Bauweise, mal hoch mal breit. Dazwischen viel grün. Das Foddo stammt aus der Reihe meiner ersten Bilder mit der Zorki. Transportprobleme sieht man an den Streifen auf dem Foddo. Aber zurück. Der Detmeroder (etwa 16.000 Einwohner) Volksmund nannte diesen Doppelhochbetonzahnkomplex „Don Camillo und Pepone“ — vielleicht wohnten gerade viele italienische Gastarbeiter dortdrin. Normal sterbliche wagten sich da…
Grau. Neueheimatgrau. Semmel kommentierte bereits.
Dies Bildnis wunderbar zeigt den jungen Huflaikhan in Tarnkleidung nach seiner Schlacht gegen die spätere Schulbehausung in der Autoherstellungsstadt Wolfsburg um das Jahr 1970. Etwas unscharf foddegrafierte ihn sein Herr Papa. Warum man im Sonntagsanzug damals die Schlachten schlug, warum man überhaupt sich damals zum Foddegrafieren dorthin begab? Das wird wohl ein Rätsel der Kindeserziehung für immer bleiben. Vielleicht dachte sich aber auch der Herr Papa: „Wenn du nicht brav bist, dann werden wird dich später auf diese Schule schicken.“ Offenbar war ich nicht brav.
Huflaikhan posiert jedenfalls in der Haltung des Herrschers, der gerade seinen Tiger erlegt hat. Der Tiger bestand aus abwaschbarem Beton mit grafisch hochkünstlerisch unterteilten Fenstern. Mann, war man damals bauklug. Die Schulklassenräume befanden sich alle mit Fenstern gen Nord. Mit Hitzefrei war es da schwierig. Gleichzeitig versprach der Blick nach Norden die Aussicht auf das so genannte Freibad West; das machte die Schule für die Wasserhüpfer und Anbaggerer im Sommer auch nicht gerade einfacher.
Im Übrigens, Meister Semmel, wie war das noch mit der Neuen Heimat — gab es da nicht sogar die Konkurrenz mit ähnlichem Namen: Neuland. Neuland, die bauten in unserem Stadtteil Detmerode (Nachbarn nannten es Dreckmerode) die ersten Hochlandwohnungsebenen. „Wo wohnst Du?“ „In der Neuland-Burg!“.
Für den kleinen Huffi war Detmerode jedenfalls die Neue Heimat nach drei entbehrungsreichen Jahren in den Emsländer Sumpfgebieten, wo man noch gepflegt, einfach so, auf die Straßen kacken konnte. Es gäbe höchstens nur noch eine Deutung: Dass sich bei Huflaikhan die Oberschenkel erst im Alter von vier Jahren gebildet haben. Die Chronik des Dorfes Tinnen bei Haren schweigt sich da aus. Was nicht wundert, zumal, wie man mir später sagte, das ganze Gebiet dort damals auf Grund von Inzucht ziemlich degeniert gewesen sein muss. Da tat mongolisches Blut ganz gut.
Update:
Es kann aber auch anders gewesen sein. Herr Papa: „Jung, hock’ dich mal hin, sonst passte nicht aufs Foddo.“
Und die Anoraks waren damals spitzenmäßig hübsch gemustert. Selbst die Emsländer Braunbären, Füchse und Wölfe wagten sich dann nicht an solche Menschen heran. Mit den Mücken war das anders. Die waren wie Huflaikhan farbenblind.
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Semmel fragt in einem Kommentar nach dem Begriff der „neuen Musik“. E-Musik (klassisch) oder Hiphop (?)? In der so genannten E-Musik freilich geht es nicht deshalb immer schon um Geblase und Gestreiche. Es kommen dagegen immer häufiger auch „modernste“ Apparaturen zum Einsatz. Bei der Veranstaltung 2001 der projektgruppe neue musik (ich berichtete) standen Maschinen im Vordergrund (Machinations - Imaginations: Musik erfinden mit maschinischen Verfahren). Zu Baginskys Musikrobotern schrieb ich damals mit etwas zu viel…
Semmel fragt in einem Kommentar nach dem Begriff der „neuen Musik“. E-Musik (klassisch) oder Hiphop (?)? In der so genannten E-Musik freilich geht es nicht deshalb immer schon um Geblase und Gestreiche. Es kommen dagegen immer häufiger auch „modernste“ Apparaturen zum Einsatz. Bei der Veranstaltung 2001 der projektgruppe neue musik (ich berichtete) standen Maschinen im Vordergrund (Machinations - Imaginations: Musik erfinden mit maschinischen Verfahren). Beispiel 1: Nicolas Anatol Baginsky: Aglaopheme (1999/200) für Slide-Guitarren-Roboter Zu…
Fast monatlich bekomme ich einen Nachtgast, also so einen, der eine Nacht bleibt; eben einen, der ein Bett für eine Nacht in der ihm fremden Stadt benötigt. Dieser Gast war nun da. Ich kann den zwar überhaupst nicht leiden, weil er schmutzt und einen in einer Tour beleidigt, weil er 1860er-Fan ist, weil er dick und kurz ist und mit Bart. Mit einem Wort: Weil er mich an mich erinnert, wenn ich einmal so alt bin als wie er.
Aber: Witzig isser schon. So packte er gestern aus dem Gegruschte meines Schreibtisches das einzige Musikinstrument (siehe Abbildung rechts) und spielte darauf wie ein Volldepp etwa so etwas (mp3 – 100 Kb). Danach dann trocken: „Strauss: Alpensinfonie.“
Allerdings hat er es sich gestern abend komplett verscherzt. Vom nächtlichen Ausflug zurück, fragte mich, ob er einen Apfel haben könne. Ich willigte ein. Fehler, großer Fehler, hätte Mao gesagt. Er nahm sich nicht den doofen großen Grünen, sondern den kleinen roten leckeren aus Berlin. Der Hund, das Sackgesicht (siehe Foddo gleich rechts). Darauf konnte ich die ganze Nacht kein Auge zutun. Und auch morgens, als er mich zu wecken beabsichtigte, schrie ich ihn sofort wild an, dass er das größte Arschloch von der Welt sei und dass er absolut bei mir verschissen habe. Ausgerechnet den kleinen leckeren Apfel aus Berlin, dieser Trampelarsch. Er hat natürlich toll geschlafen. Dieser, dieser, dieser ich mags nicht sagen.
Das ärgerte mich alles umso mehr, als ich ihn gestern abend noch wenigstbietend abgeben wollte. Aber keiner der drei weiteren Personen der näheren Bekanntschaft mochte ihn mir abnehmen. Der eine drohte damit, er müsse sich dann die Nacht dessen komplette Jazzplattensammlung anhören, der andere wollte das seiner Familie nicht antun, bei der nächsten hätte es einen Eifersuchtsanfall gegeben. Also musste ich ihn ja wieder mitnehmen, den bayerischen Blödhampel.
Morgens wollte er dann auch noch ein heißes italienisches Nationalgetränk. Habe ich gemacht, trotzdem. Dann noch ein kurzes Gespräch über die Uhrzeit an meinem Backofen. 11:01. Sommerzeit! Meinte er doch glatt: „Nur gut, dass Winterzeit ist, sonst wäre ich jetzt eine Stunde zu spät.“ Er fragte noch nach dem Wort der Bayern mit drei Buchstaben. Ich gab zurück: „Dep“, „dof“, „Trl“, „Bet“ — er beharrte auf „fei“ und ich solle doch mal schnell im Internet nachschauen. Da habe ich ihn rausgeworfen, samt seinen dreckigen Klamotten. Und nun habe ich die Schädlingsbekämpfung im Haus. Grrrrr. Und dann eben die Geschichte mit dem Apfel, er hätte doch auch Brühwürfel oder Bananen haben können oder Zwiebeln.
Und jetzt überlege ich, ob ich mir die Internetadresse „kritische-bayern.de“ reservieren lassen soll. Mit Abschiebeanträgen für den Seehoferhorst, den Stoiberhund, den Becksteinverrecktsein, die Straussmaus oder Gloskloß sowie den fiesen Gast, die alte Ratte.
Hier der fiese Gast in freier Wildbahn. Links ein Komponist, dann der fiese Gast, dann eine Journalistin und etwas abseits ein brillanter Xenakis-Pianist.
<%image(20041124-fieser-gast.jpg|500|326|Fieser Gast in bunt)%>
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Fast monatlich bekomme ich einen Nachtgast, also so einen, der eine Nacht bleibt; eben einen, der ein Bett für eine Nacht in der ihm fremden Stadt benötigt. Dieser Gast war nun da. Ich kann den zwar überhaupst nicht leiden, weil er schmutzt und einen in einer Tour beleidigt, weil er 1860er-Fan ist, weil er dick und kurz ist und mit Bart. Mit einem Wort: Weil er mich an mich erinnert, wenn ich einmal so…