Bitten der Kinder

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Man ist schnell als Wessi-Tourist enttarnt. In Nauen (bei Berlin) durchstreifte ich den Ort, blickend nach rechts und links und in Höfe hinein. Trostlos damals 1993. Dann zwei Kinder in den neuen Uniformen des Westens. Sie wollten regelrecht foddefiert werden. Selbstbewusst irgendwie und auch verschämt stehen sie da und schauen den dummen Onkel (den alten August) mit dem Foddeapparat an. Wer beobachtet da wen? In den 50er Jahren hat Paul Dessau einmal einen Text…

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McGesellschaft

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Andererseits, ja andererseits, wird die Rotation von Musik nur durch die Rotation von fehlendem Herz und Hirn ersetzt. Man wiederholt Big Brother und füllt den Rest mit anderem Trash (das deutsche Wort „Müll“ ist noch zu vornehm) aus. Sind die Schlüpper der Susi wirklich pinkfarben, wer scheißt am schnellsten, wie werde ich ein Star, wo gibt’s die nervigsten Klingeltöne? Wir haben damals ja noch Klingelstreiche gemacht und Zahnpasta unter Türklinken platziert und legen uns…

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Quote und Existenzgründung: Komponisten-Report

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Das Kulturinformationszentrum der neuen musikzeitung hat sich ausgiebig mit der Deutsch-Quoten-Diskussion und der Frage nach freiwilliger Selbstverpflichtung im Rundfunk befasst. Eine Stellungnahme der Kulturstaatsministerin Weiss hängt an. Frau Vollmer von den Grünen wird zitiert mit: Die Grünen-Abgeordnete Antje Vollmer betonte, eine Quote wäre ein Signal zur Sicherung von Künstlerexistenzen und für mehr Qualität im Rundfunk. Aber stimmt das denn wirklich, Frau Vollmer? Das Mica (Music Information Center Austria) hat einmal etwas zur Lage der…

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Quote und Existenzgründung

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Das Kulturinformationszentrum der neuen musikzeitung hat sich ausgiebig mit der Deutsch-Quoten-Diskussion und der Frage nach freiwilliger Selbstverpflichtung im Rundfunk befasst. Eine Stellungnahme der Kulturstaatsministerin Weiss hängt an. Frau Vollmer von den Grünen wird zitiert mit: Die Grünen-Abgeordnete Antje Vollmer betonte, eine Quote wäre ein Signal zur Sicherung von Künstlerexistenzen und für mehr Qualität im Rundfunk. Aber stimmt das denn wirklich, Frau Vollmer? Das Mica (Music Information Center Austria) hat einmal etwas zur Lage der…

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Musikverlegerverband begrüßt Deutsch-Quote

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Was sollen die auch anders machen. Sie findens gut, weil dann mehr Musik aus Deutschland gespielt wird.
„Wer aufmerksam das CD-Angebot aus Deutschland verfolgt, wird sehr schnell feststellen, dass das Angebot der großen und kleinen Firmen so vielfältig ist, dass ein entsprechendes Programm der Sender kein Problem sein dürfte. Und so ist auch positiv zu vermelden, dass eine Reihe von Sendern dies erkannt hat und inzwischen verstärkt deutsches Repertoire einsetzt“ stellt Rudy Holzhauer, Mitglied des DMV-Vorstandes, hierzu fest.
heißt es in der aktuellen Pressemeldung. Aber was nährt denn diese Hoffnung nur? Die Abspielmusik, die nicht aus Deutschland kommt, die kann man nun beileibe nicht als vielfältig bezeichnen. Da herrschen ebenso stereotype Programmplanungen wie sie durch eine Quote keinesfalls gelöst werden können. Die Quote sichert keine Vielfalt, sie ist eine abstrakte Zahl. Mehr nicht.

Eigentlich könnte es auch egal sein. Ob die platte Rotation nun aus Außerdeutschland kommt oder aus Deutschland selbst, ist dann schließlich ziemlich schnuppe.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

DMV begrüßt den Beschluss des Bundestages für mehr deutsche Musik im Rundfunk

Bonn, 20.12.2004. Mit großer Freude hat der Deutschen Musikverleger-Verband e.V. (DMV), den Beschluss des Deutschen Bundestages aufgenommen, der die öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk-Sender zu einer freiwilligen und überprüfbaren Selbstverpflichtung für mehr Musik aus Deutschland in ihren Programmen auffordert. Mit großer Mehrheit haben sich die Politiker der SPD, CDU und der Grünen am vergangenen Freitag, den 17. Dezember 2004, für eine Unterstützung der hiesigen Kultur durch die Verantwortlichen im Radio ausgesprochen.

Der DMV erhofft sich durch den Beschluss des Bundestages, dass Musik aus Deutschland – und zwar in allen Facetten – wieder den Raum in der Programmgestaltung der Sender einnimmt, der ihr zusteht.

Der Vorstand des DMV dankt den Verantwortlichen der einzelnen Fraktionen für ihr Engagement für mehr Vielfalt im deutschen Rundfunkprogramm. Er hofft auf neue Gespräche sowie die Kooperationsbereitschaft der Programm-Macher, der Selbstverpflichtung nachzukommen.

„Wer aufmerksam das CD-Angebot aus Deutschland verfolgt, wird sehr schnell feststellen, dass das Angebot der großen und kleinen Firmen so vielfältig ist, dass ein entsprechendes Programm der Sender kein Problem sein dürfte. Und so ist auch positiv zu vermelden, dass eine Reihe von Sendern dies erkannt hat und inzwischen verstärkt deutsches Repertoire einsetzt“ stellt Rudy Holzhauer, Mitglied des DMV-Vorstandes, hierzu fest.

Deutscher Musikverleger-Verband e.V.
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Freiwillige Selbstverpflichtung

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Wir hatten ein Sommertheater um „deutsche Musik“ im Rundfunk. Das kulminierte um die erfolglose Pop.komm herum. Nun fordern rechtzeitig zum Weihnachtsfest Opposition und Regierung eine Art freiwilliger Selbstverpflichtung für eine Deutsch-Quote um 35 Prozent vom Gesamtanteil.

Der Begriff „freiwillige Selbstverpflichtung“ ist dabei eine wunderbare demokratische Krücke. Denn der Staat, zumal der Bund, hat eigentlich nichts beim Rundfunk zu wollen; wir leben ja nicht in einem totalitären Staat, wo Herr Goebbels die Sender gleichschalten kann wie er es will.

Zumal der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nur vermittelt kontrolliert, über Rundfunkräte und Programmausschüsse. Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass diese Räte häufig genug aber nur Sachen abnicken, die die Intendanzen beschließen. Selten gibt es da Aufmupf. Wie so ein Rundfunkrat sich zusammensetzt, habe ich einmal am Bayerischen Rundfunk dargestellt.

Deswegen diese sachte Bitte des Bundestages zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Der Rundfunk stöhnt über diese freiwilligen Selbstverpflichtungen, deren es einige gibt. Ich stöhne mit ihm. Doch was heißt das, wenn man das Pferd mal anders herum aufzäumt?

Es könnte doch heißen, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer Weise verselbständigt hat, die die Kontroll- und Veränderungsmöglichkeiten sehr einengt — er wird zum Staat im Staat. Programmautonomie, ein Begriff, der dann von den Hörfunkdirektoren des öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dagegengesetzt wird, heißt immer häufiger zweierlei: Man macht, was man will (in den gesetztlichen Rahmenbedingungen) oder man überlässt es der Hörer-Quote, aus der man kaffeesatzgleich herauszulesen versucht, was denn an der Zeit sei. (Siehe dazu: Logik für Anfänger)

Das ist längstens ebenfalls kein haltbarer Zustand. Die nicht-freiwillige Verpflichtung, bestimmte Programmangebote machen zu müssen (Unterhaltung, Bildung, Information, Kultur) wird auch so mittlerweile unterwandert. Nur, wie kann man „Kultur“-Anteile oder „Bildungs“-Anteile messen. Es ist momentan so, dass man an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht rankommt; weder als anspruchsvoller Nutzer noch von Seiten der Politik.

Immer deutlicher wird daher, dass man den Funk nur dort packen kann, wo seine Kontrolle stattfindet. Bei den Rundfunkräten nämlich. Sie müssen lernen, dass sie entscheiden können und müssen, wo es lang geht. Dazu bedarf es nicht mal des Drucks auf deren Mitglieder sondern nur des Hinweises, dass sie eine extrem verantwortungsvolle Aufgabe haben und dass man sie persönlich dafür zur Verantwortung zieht. Das hätte der Bundestag mal machen sollen. Aber auch die drucken nur luftloses Papier:

Union und Regierungsfraktionen wollen freiwillige Quote für deutsche Musik

Berlin: (hib/BES) Für eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hörfunksender zur Förderung von Musik aus Deutschland treten die Union und die Regierungsfraktionen in getrennten Anträgen (15/4495, 15/4521) ein.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen gehen dabei auf die öffentliche Diskussion über die Forderung nach einer Quote für Pop- und Rockmusik aus Deutschland ein. Diese Debatte zeige, dass sowohl im öffentlich-rechtlichen Hörfunk als auch bei den privaten Sendern die Vielfalt in diesem Bereich nicht gewährleistet sei.

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass Quotierungen eine positive Wirkung haben können. Für die Union sind darüber hinaus auch wirtschaftliche Aspekte von Bedeutung. Die deutsche Musikbranche befinde sich in einer schwierigen Phase und müsse über mehrere Jahre hinweg starke Umsatzeinbrüche von mehr als 20 Prozent hinnehmen.

Daher sei eine stärkere Förderung von Produktionen aus Deutschland notwendig. Im Einzelnen wendet sich die Union an die Länder: Diese sollten sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die freiwillige Verpflichtung der Sender einsetzen.

An die Bundesregierung richtet die Union die Forderung, im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Möglichkeiten den Stellenwert von Musik aus Deutschland „im Sinne deutscher Musiker“ zu fördern. Dies gelte auch für die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik der Regierung.

Gleichzeitig solle die Regierung bei der Novellierung des Urheberrechts dem geistigen Eigentum an Musik einen stärkeren Stellenwert geben. Die Regierungsfraktionen nennen in ihrem Antrag konkrete Zahlen für die gewünschte Quote.

So solle in den Musikprogrammen ein Anteil von annähernd 35 Prozent deutschsprachiger oder in Deutschland produzierter Pop- und Rockmusik gesendet werden, wobei zur Hälfte Neuerscheinungen von Nachwuchsmusikern zu berücksichtigen seien.
Ich mag nicht mehr im Detail diesen Bockmist auseinander nehmen. Zum Beispiel den Einsatz der Union für die dahindarbenden Musikbranche mit ihren Umsatzeinbrüchen. Man sollte nicht Sachen miteinander verquicken, die kulturpolitisch nichts miteinander zu tun haben. Der Rundfunk kann nicht der finanzielle Vollstrecker der phonographischen Wirtschaft sein. Die richtigen Sachen würden dann sowieso gefördert, wenn man ein qualitätsreiches Programm machen wollte.

Sofort nach Bekanntwerden dieser Notiz aus dem Bundestag waren denn auch die Phonoverbände online:
„Die Musikauswahl im Rundfunk muss vielfältiger werden“, erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. „Deswegen begrüßen wir den Beschluss des Deutschen Bundestages, der dies ausdrücklich feststellt. Wir sind bereit, die Ausgestaltung der freiwilligen Selbstverpflichtung mit den Rundfunkanstalten zu diskutieren. Hierzu fordern wir die Programmverantwortlichen auf, mit der Musikwirtschaft zu konkreten Lösungen zu kommen.“

Der Bundestag hat am heutigen Nachmittag einen Beschluss gefasst, der die Rundfunkanstalten auffordert, im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung einen bestimmten Anteil für musikalische Neuheiten im Programm zu verankern und geeignete Sendeformate zur Nachwuchsförderung anzubieten.

Die Forderung nach mehr musikalischer Vielfalt ist eine Initiative der gesamten Musikwirtschaft. Eine Studie der hundert reichweitenstärksten Sender hatte ergeben, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur einen Neuheitenanteil von 14,3% am Musikprogramm sendet – deutschsprachige Neuheiten lagen sogar bei nur 1,2%. Zuletzt hatten im September rund 600 Künstler eine Petition unterzeichnet, die eine stärkere Berücksichtigung deutschsprachiger Musik im Rundfunk fordern.
Dazu sage ich nur: „Das ist die perfekte Welle“ — eine Neuheit über Monate hinweg. Furchtbar. „Das ist der perfekte Tag.“

Wer Neuheiten administrieren will, der ist falsch gewickelt. Phonowirtschaft wie Rundfunk haben sich in den letzten 15-20 Jahren die größte Mühe damit gegeben, Redakteure wegzuschließen, die ein gutes Programm machten. Zuletzt beim Hessischen Rundfunk mit „Schwarz-Weiß“. Am liebsten kommunizieren staatlich und wirtschaftlich administrierte Computer, die ja Wertfreiheit vortäuschen. Heavy-Rotation!! sag’ ich nur.
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Neues in der Radiowelt

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Neu gefunden (auch per Zufall), neue Blogs zur Medienkultur am Start: Kultur Banal — Länger unterwegs, aber höchst beachtenswert. Allgemeine Infos und Kommentare zum Absaufen der Medienwelt von Connie Mueller-Goedecke Radio. Radio-Days. Radio-Tage (Keine Ahnung, wer das macht, aber die Infos sind wirklich gut oder informativ — noch regelmäßige Pflege — hoffe, das bleibt so) Kulturradio. Impressionen aus der Welt des Kulturradios (Scheint der gleiche Autor zu sein, viele Überschneidungen) Neues von den Rundfunkorchestern…

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Trübsinn geht weiter

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Der Trübsinn ist doch was Schönes, vor allem, wenn man sich ihm nicht aussetzt. Dennoch, bedenkt man es recht, oder gerade weil — ohne Trübsinn wäre so weniges verfasst. Die anthropologische Großer Trübsinn ist bisweilen Produktivkraft. — O Schmerz! O weher Schmerz! Die Zeit verschlingt das Leben, Und dieser düster Feind, der nagt an Herz und Mark, Wird durch das Blut, das wir vergießen, groß und stark. Die Schlusszeilen aus „Der Feind“ in Baudelaires…

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Aufschwung Ost

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Aus der immerwährenden Reihe. „Das ist einfach zu deprimierend.“ 1992 — Ausflug nach Nauen, das liegt in S-Bahn-Reichweite von Berlin, im Nord-Osten. Die kleine Stadt war damals noch richtig arm dran. Ich weiß nicht wie es heute darum steht. Damals plante ich eine Halteverbotsstudie mit entsprechenden Hintergründen. „Mit der Dresdner Bank gemeinsam in die Zukunft.“ Das könnte man da klein an der Ecke lesen. Darauf kann man aber auch verzichten. Die Dresdener wie die…

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Die Nacht der Armen

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Mit Trakl bis Weihnachten durchhalten:
Die Nacht der Armen

Es dämmert!
Und dumpf o hämmert
Die Nacht an unsre Tür!
Es flüstert ein Kind: Wie zittert ihr
So sehr!
Doch tiefer neigen
Wir Armen uns und schweigen
Und schweigen, als wären wir nicht mehr!

Und gleich noch eins drauf:

Nachtlied

Triff mich Schmerz! Die Wunde glüht.
Dieser Qual ha# ich nicht acht!
Sieh aus meinen Wunden blüht
Rätselvoll ein Stern zur Nacht!
Triff mich Tod! Ich bin vollbracht.
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