Durch einen Faktencheck habe ich leider feststellen müssen, dass im Bereich der E-Musik im Aufsichtsrat der GEMA mittlerweile keine E-Musik-Verlage mehr vertreten sind, die sich vor allem durch E-Musik-Aktivitäten ausgezeichnet haben. Im Aufsichtsrat sitzt statt Boosey & Hawkes und Sikorski nun vielmehr die Dachmarke Concord, bei der das Geschäft mit E-Musik eine Nebenrolle spielt. Ricordi ist ja schon lange bei Universal untergegangen worden. Schott ist nicht mehr aktiv im Aufsichtsrat der GEMA, seit Peter Hanser-Strecker den Aufsichtsrat verlassen hat.
Peters, was ist mit Peters? Ach, ist heute Teil der Wise Music Group.
Der AMA-Verlag könnte vielleicht …
Bärenreiter und Breitkopf spielen nur auf anderen Ebenen mit. Henle ist eher für zeitgenössische Musik wenig attraktiv. Topus Musikverlag? Dohr? Es gäbe da noch ein paar unabhängige Musikverlage.
Peer Classical Music gehört als Untergruppe zu PeerMusic, die, wie Concord auch in erster Linie, U-Musik im Zentrum haben.
Man kann also sagen: Wenn der Aufsichtsrat der GEMA die angestrebte Reform begrüßt, sind auch die Komponist:innen betroffen, die in diesen Verlagen vertreten sind. Das sind ja nicht wenige bedeutende.
- Boosey: John Adams, Steve Reich, Unsuk Chin, Sir James MacMillan, Olga Neuwirth, Mark-Anthony Turnage.
- Sikorski: Sofia Gubaidulina, Gija Kantscheli, Lera Auerbach, Moritz Eggert, Peter Ruzicka.
- Peer: Derek Bermel, Miguel del Aguila, Mohammed Fairouz. (https://www.peermusicclassical.de/composers-eu)
Zusammenfassend muss man konstatieren: Die E-Musik ist eigentlich gar nicht mehr präsent im Aufsichtsrat der GEMA, darum ist es so einfach, darüber hinweg zu entscheiden. Bitter für die Vielfalt unserer Musikkultur in der Mangel ihrer Verwertung. Erik Satie hatte immer schon recht …