Der Beauftragte und die Bundesministerin (Folge 276)

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien plädiert dafür, dass es weniger Haas und Henze in den Konzertsälen gibt.

Er eskaliert wo er kann, der Kulturextremismusbeauftragte: den Musikrat hat er bereits zur Auflösung vorgesehen.

Als Nächstes wird die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, als Folge ihres geplanten Zugangsverbotes für Social Media auch Initiativen wie Jugend musiziert und das Ensemblespiel an Musikschulen komplett für unter 18-Jährige verbieten. Die Ministerin sieht ja ca. acht Gefahren, denen Jugendliche (aber nicht nur die) ausgesetzt seien. Netzpolitik hat das hier zusammengefasst:

  • Auswirkungen „auf die Gehirne“
  • Beeinträchtigung von Konzentration und Lernfähigkeit
  • Suchtverhalten
  • Auswirkungen auf die Entwicklung eines „vernünftigen“ Sozialverhaltens
  • Cybergrooming, Sextortion, sexueller Missbrauch
  • Deepfakes
  • Fake News
  • extremistische Indoktrination

Viele dieser Gefahrenelemente treffen ganz offensichtlich auch auf die musikalische Ausbildung an Stimmen und Instrumenten zu. Was kommt da noch? Es wird einen Prüfauftrag an den Verfassungsschutz geben, welche Komponist:innen dort überhaupt noch interpretiert werden dürfen.

Tja.

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.

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