Geht dem Mann nicht so auf den Leim, Daher: „Nicht so einfach, Detlef!“
„Wenn die Zeiten rauer werden, gilt es E zu päppeln, da muss U eben sehen, wo es bleibt. Wenn man damit dann auch noch ein paar linksversiffte Unruhestifter*innen ärgern kann – umso besser.“
Source: Wolfram Weimer kloppt die Popkultur in den Eimer | taz.de
So liest man es in der taz, so schreibt es Detlef Diedrichsen. Auch er fällt auf das einfache Symbol von „Bayreuth wird – laut Haushaltsplan 2027 des Bundes – stärker gefördert, das Reeperbahnfestival dagegen muss bluten“ herein. Vor allem aber auch: Hier von „Päppeln“ zu sprechen, wo ein paar Brotkrümchen aus dem gesamten Etat nun auch Beyreuth zugeschlagen werden, ist ein bisschen weltfremd und fast schon euphemistisch. Es wird gerade mal etwas Notwendiges getan, damit der Haushaltsposten nicht noch mehr verkümmert.
Zumal er kurz zuvor schon auf der richtigen Spur war, wenn er im gleichen Artikel schreibt:
Links ist die Popszene per se schon lange nicht mehr, schon gar nicht in den Chefetagen. Dort sieht man sich als ganz normalen, darüber hinaus momentan ziemlich erfolgreichen Wirtschaftszweig, als Teil der „Creative Industries“. Man bedient einen „Markt“, indem man „Produkte“ verkauft. Wo war da noch mal gleich Kultur?
Source: Wolfram Weimer kloppt die Popkultur in den Eimer | taz.de
Teile und herrsche! Das ist so Weimers Arbeitsweise Nr. 1.
Es wird den einen oder anderen überraschen, vielleicht auch Detlef, auch nicht wenige Akteure der „Hochkultur“ sind linksversiffte Unruhestifter:innen und glaub’ mal bloß nicht, dass der Weimer diese mit Bayreuth-Mildtätigkeiten zu rechtsliberalen Weimer-Gefolgsleuten konvertiert werden.
Aber der Weimer tickt natürlich gewiss nicht ganz sauber. Die nmz berichtet, dass er sich bei den Begrüßungen bei den Festspielen in Bayreuth vorgedrängt hat.
Normalerweise ist es üblich, dass am Eröffnungstag der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth die Ehrengäste am roten Teppich begrüßt. Das Zeremoniell nennt sich „Auffahrt“ und ist ein großes Ding in der Stadt mit vielen Zaungästen. In diesem Jahr aber hatten sich der neue Oberbürgermeister Andreas Zippel und sein Partner Luca Maaß kaum vor dem Königsportal des Festspielhauses positioniert, kamen auch schon der Berliner Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und seine Frau Christiane dazu. Sie stellten sich ebenso wie wenige Minuten später Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) einfach vor den Oberbürgermeister. Weimer begrüßte jeden Ehrengast mit den Worten „Willkommen zum Jubiläum!“
Da ist es natürlich bequem, wenn man ein Staatsgeschenk mit dabei hat, wie eine gesteigerte Fördersumme für Bayreuth. Im Falle von Konflikten ist es anders. Da lässt der Fürst die Veranstaltung wie bei der Verleihung des Buchhandlungspreises in Leipzig einfach platzen. So ein schleimiges Weichei. Der zumal die Jury des Verlagspreises in die Vorsitzhand von Jörg Thadeusz legte, den er dahin befehligte und der schleunigst seine Loyalität bekundete. Oder umgekehrt. 1A-Sahen-Move: Ich, Wolfram Weimer, besetze die nötigen Posten einfach mit Ergebenen. Kommt einem bekannt vor aus abdrehenden Demokratien. (Für gewöhnlich wählt die Jury ihren Vorsitzenden.)
Herrsche und teile! Das ist so Weimers Arbeitsweise Nr. 2.
Die Kritische Masse ist bereit!
Aber wofür?
Die Frage ist nach wie vor: Wie bekommen wir unsere digitale Souveränität zurück, ohne zu viel unserer gewohnten Bequemlichkeiten zu verlieren?
„Ob Europa erfolgreiche Alternativen zu den großen Plattformen bauen kann, entscheidet nicht zuerst die Technologie. Ausschlaggebend ist, ob eine kritische Masse bereit ist, die Alternativen zu nutzen.“
Source: Kolumne: Das Altpapier am 31. Juli 2026 – Neues aus der Digital-Kolonie | mdr.de – Im Original hier Abhängigkeit von großen Plattformen – Bitte alle aussteigen (taz)
Es geht um Alternativen und es geht auch um Piraterie. Die Rückholung der Informationen, mit denen wir die Kommunikationsnetze so gefüttert haben, dass diese daraus ein Geschäftsmodell machen konnten, das sie uns mehr oder minder offensichtlich an uns zurückverkaufen: nicht die Technik, aber die Information. Das ist, genau betrachtet, digitaler Kolonialismus. Die Rohstoffe aus Information, Wissen und Erfahrungen bereitet diese Institutionen auf, um sie veredelt verarbeitet an uns zurückzuverkaufen. Eine Info-Verwertungsindustrie, flankiert von Entertainmentprodukten, die Suchtverhalten auslöst. Auf der einen Seite, daneben Kontrollinstanzen eingliedert und drittens die Rohstoffanlieferer mit der Wiederverarbeitung bindet sie SEO- und AI-Optimierungen, bei der man Zeit und Energie darauf verwendet, sich den Vewertungsverfahren anzupassen.