Bild-Zeitung hätte Tsunami verhindern können

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… meint deren Bunkergeist Franz Josef Wagner. Zugegeben, selbst ich befleißige mich gelegentlich mancher Unzusammenhänge, aber dies ist dann doch etwas anderes. Unaktuell dazu: Das Erdbeben von Lissabon und der Katastrophendiskurs im 18. Jahrhundert Jahrestagung der DGEJ vom 6. bis 8. Oktober 2005 in Göttingen — Exposé und Call for Papers (pdf) Sartre, den ich leider nie so recht verstanden habe, hat einmal bemerkt: Man muß also zugeben, daß die Zerstörung eine wesenhaft menschliche…

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Neues vom GANZEN Werk

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Ein erster Zwischenspurt steht an. Am 21. Januar tagt der Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks. Dabei wird es wohl auch um die Zukunft von NDR Kultur gehen. Die Initiative „Das GANZE Werk“, welche sich eigentlich minimal zum Ziel gesetzt hat, dass zwischen 6 und 19 Uhr auf NDR Kultur wenigstens an vier Stunden „ganze Werke“ gespielt werden, macht mobil.

Sie packt den Karren jetzt an den Hörern und „informiert“ die Mitglieder des Rundfunksrates (hier die Mitgliedsverbände der jeweiligen Landesmusikräte) über ihren Protest und die aktuelle Praxis auf dieser Welle (NDR „Kultur“). Dazu bedient man sich jetzt auch verstärkt satirischer Mittel. Eine CD ist entstanden, die die Praxis von NDR „Kultur“ aufs Korn nimmt. Infos dazu. Man könnte beinahe sagen, allein mit den Unterstützern der Initiative könnte man einen Kultursender tragen. Hier spräht der Geist mit allem Witz und auch der Selbstironie, wie sie lebendige Kultur auch ausmacht.

Im KIZ der neuen musikzeitung äußert sich Theo Geißler scharf über einige geistige Auswüchse des Hörfunkdirektors Gernot Romann und bringt dabei vieles auf den Punkt:
Außerdem setzt Gernot Romann (ich mag daran erinnern, dass er den Lessing´schen Toleranzbegriff für sich reklamiert, in seiner Programm-Konzeption aber verantwortlich dafür sorgt, zahlengesteuert Kulturgut zu fragmentieren, beliebig zu partionieren, zu entstellen, damit es sich seiner Meinung nach besser transportieren läßt) das Wort „Kultur-Ayatollah“ ein, als wäre dies ein abqualifizierendes Schimpfwort. Romann erweckt so den Eindruck, ausländer- und/oder fremden-feindlich zu sein. Denn nach meinem Empfinden diffamiert er mit dem Begriff „Kultur-Ayatollah“ – in seiner Auslegung und argumentativen Konsequenz – Würdenträger einer ihm offensichtlich fremden oder nur begrenzt bekannten Weltreligion.

Herr Romann ist für sein Amt nicht qualifiziert.
Romann und sein Dummfunk brauchen endlich einen Dämpfer über kulturelle und musikalische Paukenschläge. Jawoll.
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Mengenlehre

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Weil hier insbesondere semmel und theodosius immer wieder nach Jünglingsbildern des Huflaikhan nachfragen, ein weiteres Exemplar, welches ich auf meinen Heimreisen „zwischen den Jahren“ entdeckt habe. Ja, so etwas gab es damals, nicht nur den obligatorischen Schulzahnarzt, der in den schleckigen Mäuler der Kinder schaute sondern auch den Schulfotografen. Die alte Grinsebacke hat bunte Stäbchen und Klötzchen vor sich hingelegt. So hat man damals eben gezählt. Klötzchenweise. Dürfte also Jahrgangstufe 8 gewesen sein, kurz…

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Ratespiel – Wer spielt da? … und warum?

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Genauen Lesern dieses Journals wird aufgefallen sein, dass Huflaikhan abwesend war während der letzten 14 Tage und sämtliche Beiträge früher verfasst hatte. Das nämlich kann die Software hier. Aber ja. Nur muss das nicht unbedingt jeder wissen. Sonst stehen die bösen Buben Schlange an meiner Tür. Gut, das würde etwaige Umzugskosten zwar minimieren, aber irgendwie fänd ich das schade auf den CDs, Platten und Büchern sitzen zu bleiben, während mir die Wärme der elektronischen Geräte doch sehr abginge.

Es ging die letzten Tage um Musik und um Musik geht es auch jetzt. Ein schweinepriestermäßig schwieriges Rätsel habe ich da. Und zwar akustisch. Knapp vier Minuten dauert das Stückerl [1,1 MB – mp3]. „Flowers in your Hair …“ Die Zeit ist klar 1968/69. Der Musiker spielt bis auf die Streichinstrumente alle selbst im Overdub. Sein eigentliches Instrument, das Klavier, spielt er nicht! Mit dem Klavier aber wurde quasi über Nacht 1973 ziemlich berühmt, zumindest in gewissen Kreisen. Vor allem solo, aber auch mit seinem amerikanischen und europäischen Quartett. Die hier vorgeführte Aufnahme stammt von einem Probelabel namens Vortex (Strudel). Da gab es wenigstens zwei weitere Aufnahmen. Die letzte zeigt ihn dann im eigentlichen Metier — und zwar ziemlich gut und helle. Weitere Hinweise, wer sie denn benötigt:

Ich bin ein ziemlicher Fan von dem. In den frühen 80er Jahren machte schon der Schweizer Musikliebhaber auf NDR3 eine zwölfteilige Sendereihe über ihn: „Die Geometrie der Inspiration“. Zu den gewählten Zeit spielte er noch mit Charles Lloyd, etwa später auch mit Miles Davis (da gibst eine relativ unbekannte Aufnahme, wo er zusammen mit Chick Corea und Herbie Hancock das E-Piano traktiert). Aber er passte nicht in diese Welt damals. Gestartet ist er übrigens bei Art Blakey und den Jazz Messengers.

Gerüchte besagen, dass er momentan unter akuter Lustlosigkeit (Antriebschwäche) leide. Das hindert ihn jedoch offenbar nicht, weiterhin pro Jahr wenigstens eine Platte zu veröffentlichen. Zuweilen sogar in der sogenannten E-Musik. Dass er in der vorgeführten Aufnahme tatsächlich so etwas wie singt und nicht stöhnt, dürfte für den Kenner die komplette Überraschung sein.

Huflaikhan fragt: Wer war es? (Ausgeschlossen von der Teilnahme sind meine Regensburger Freunde und Kollegen [Schnittmenge]). Aber der Geißler darf es wagen und die Haacki auch. Kolb muss auf jeden Fall solange draußen bleiben, wie er noch meine an ihn geliehene CD mit Dana Bryant nicht wiederfindet.

Zu gewinnen gibt es nichts. Deswegen gibt es auch nichts zu verlieren. Jeder Tipp ist gültig.
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When Jesus calls

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Das neue Jahr anarchisch beginnen. Am besten mit Joseph Spence. Und keine Sachen vornehmen. Niemals. Die Pläne sind verwunschen.

„When Jesus calls“ heißt dieses Stück mit der Pinder Familiy. Spence ist im Baß zu hören und an der Gitarre zu hören. Die drei Stimmen dazu mit Spence zusammen ergeben eine komplexe Stimmstruktur. Ich weiß wirklich nicht, wer da die Führungsstimme hat. Das ganze ist natürlich ernst gemeint; was sonst.

Da kommen Traditionals zusammen mit einer Art von Freiheit in der Musik, wie sie selten ist und mit einem Vergnügen, mit einem herrlichen Tonfall, einer Authentizität, die ihres gleichen sucht. Da kannste viel von den todproduzierten Frickeldingen einfach abschlachten und wegkotzen.
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Kulturpolitischer Rückblick

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Ebenfalls in der neuen musikzeitung gibts einen Rückblick auf das Jahr 2004, mit Ausweichungen nach 2003.

Hier ein Ausschnitt:
Man darf sich aber dann doch fragen, wie stand es denn um diese große Familie der Musiker oder an Musikinteressierten? Alles nur Waschlappen und Elendsbeschwörer? Nein, wir sind gut und haben uns lieb. Wirklich? Familienstreitereien, wo man auch hinsieht. Gleich zu Beginn des Jahres gab es einen heftigen und noch nicht beigelegten Streit zwischen der GEMA und den deutschen Phonoverbänden. Es ging um Urheberabgaben bei Tonträgern und mittelbar auch bei Internet-Musik-Download-Plattformen. Einer gab dem anderen die Schuld am Nichtzustandekommen von Verhandlungen. Die Familie der Musiker und Musikinteressierten, der Verkäufer und Käufer, der Kunden und Autoren wurde fragil befragt. Es ging auch im Hintergrund um die Frage: Wer verdankt wem was? Die Verwerter den Künstlern, die Verkäufer den Verwertern den Künstlern oder umgekehrt. Ein unnötiger Streit um den Primat, wer das musikalische Zepter führe. Das beanspruchte nicht gerade leise im Mai die Phonowirtschaft: „Die Phonowirtschaft ist der wichtigste Investor in inländische musikalische Kreativität. Von der Ertragsfähigkeit der inländischen Tonträgerunternehmen hängt deshalb die Lebens- und Entwicklungsfähigkeit der inländischen Musikszene ab.“ Wenn es denn so wäre. Aber die Familie hat sich doch im Rahmen der Entwicklung der Novellierung des Urheberrechts zusammengefunden. Der alte Sparkassenslogan heißt nun: „Wenn’s ums Geld geht: Urheber.“
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Piano Tune

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Joseph Spence. Einer der größten Gitarristen, hier am Piano. Ein gewagtes Stück zu Silvester.

Kennen gelernt habe ich die Musik von Joseph Spence durch einen Besuch meines Freundes S. R.. Der spielte mir vor eine Tribute-CD auf der Van Dyke Parks eine absolut durchgeknalltes Arrangement herstellte. Stefan meinte, so soll sich seine Musik in Wirklichkeit auch anhören, nur auf Gitarre allein.

Aber der spielte eben auch Klavier und zwar in einer unerhörten Art. [mp3 – 230 KB]. Später mehr.
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Kult II – Bittet um Hilfe

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Per Mail erhielt ich die Bitte, herauszufinden, aus welcher Zeit eine bestimmte Seife stamme. Da ich mich ja nie wasche sondern schimmele, wie der geneigte Leser dieses Journals weiß, kommt einem so eine Bitte reichlich merkwürdig vor. Ist sie aber nicht. Ich erwähnte einmal die Seife Kult recht prominent. Damals hielt ich mich an dem Begriff des „Modernen“ auf. Der bittende Mensch hat mir nun neues Material zukommen lassen.

Kult leitet sich offensichtlich von „Kultiviertheit“ ab und damit einem Begriff, den kein Mensch mehr kennen dürfte, der nicht ein gewisses Alter erreicht haben mag. „Die Seife der kultivierten Welt“ — geht das nun gegen die „stinkenden kommunistischen Sowjetrussen“ oder gegen die „stinkenden imperialistischen Kapitalisten“? Klar, das ist ein Westprodukt:
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7 x 7: Andreas

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Zum Geburtstag noch knapp vor kurz alles Gute, da ich doch nun weiß, dass du hier gelegentlich hineinschaust. Nächstes Jahr: Party!

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