Noch mehr im Busch
JibJab.com - SOUND BYTES bietet schon seit längerer Zeit bissige Flash-Cartoons an. Die sind mal mehr, mal weniger interaktiv. Aber böse sind sie allemal.
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Auf diese Idee kam das phantastische ensemble resonanz und ruft damit “zur privaten Subventionierung der Konzertreihe "Resonanzen"” auf: Kaufen Sie einen Musiker!
Wir freuen uns, dass wir in unserem ersten Jahr in Hamburg nicht nur unsere Konzertreihe "Resonanzen" erfolgreich etablieren konnten, sondern auch in der Musikhalle oder der Palmerstiftung verlässliche und großzügige Partner gefunden haben. Doch bleibt uns für den Betrieb unserer Reihe immer noch eine erhebliche eigene Investitionslast, die wir gerne auf breiterer Ebene und breiteren Schultern verteilt wüssten.
Der Spielplan der Saison 2003/2004 sieht insgesamt rund 100 Musiker vor, im Schnitt also 20 pro Konzert. Zur finanziellen Mindestausstattung der Konzertreihe fehlt es an 400 pro Musiker. Unsere Konsequenz: Outsourcing. Wir verkaufen diese defizitären Unternehmensteile an wohlwollende Investoren und lagern sie aus. Und dabei entsteht etwas besonderes: Öffentliche Kultursubventionierung, unabhängig von öffentlicher Verwaltung.
Sie können also direkt über die Subventionierung von Kultur entscheiden. Kaufen Sie einen Musiker! Ein Musiker kostet 400 und Sie als Investor haben noch mehr davon: Sie werden eingeladen zu unserer exklusiven Saisonabschlussfeier mit prominenten Gästen und kleinem Konzert. Außerdem bekommen Sie für jedes „Resonanzen”-Konzert der Saison 03/04 zwei Ehrenkarten und Ihnen wird im Programmheft und auf unserer Website öffentlich gedankt.
Investieren also auch Sie in das “Orchester der Zukunft”, wie das Würth-Preis-Kommitee das Ensemble Resonanz anlässlich der Vergabe des Preises 2002 bezeichnete, und kaufen Sie einen Musiker! Bekunden Sie Ihren Investitionswillen unter 040-3499 3882 oder unter mail@ensembleresonanz.de. Der Verein Resonanz wird Ihnen eine Spendenquittung ausstellen.
Bush in 30 Seconds heißt ein Wettbewerb mit kleinen Filmen, die die Regierungszeit George Bushs dokumentieren. Die Vorentscheidung ist jetzt gefallen. Von über 1000 Eingängen stehen jetzt 15 Filme zur Auswahl, die mich zugegebenermaßen auch sprachlos hinterlassen. Das kann man alles jedenfalls sich anschauen und eventuell dann auch noch abstimmen. Und das alles unter einer Creative-Commons-Lizenz: Attribution-NoDerivs-NonCommercial 1.0. Das Standbild stammt übrigens aus dem Film HUMAN COST OF WAR by Brian Wilkinson of White…
Aus dem monatlichen Kalenderblatt der Kultur-Kritik Januar: weiter: Copyright-Problem mit C.
Allen absichtlichen oder zufälligen Lesern dieser Seiten ein gesundes neues Jahr 2004 und hoffentlich auch ein glückliches. Und meinen Glückwunsch an Christoph zu seinem Geburtstag heute, am 1.1.2004.
Ein Hoch auf die Deutsche Bahn AG. Zum Weihnachtsfeste nach Mülheim brachten mich am 23.12. zwei Züge pünktlich hin und drei Züge am 27.12. teilweise überpünktlich nach Regensburg zurück. Freilich ändert es nichts daran, dass mit vollendeter Fahrt sich eine sogenannte Schnellgrippe ankündigte und mir wenigstens bis Montag abend alles verdorben hat.
Vom frischgebackenen Schirmherren des Deutschen Musik-Exportbüros kann man unter Kunst & Leben bei ARD.de eine große Schimpftirade auf die Geschichte des Deutschen Schlagers in Deutschland lesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich Deutschland in einer Identitätskrise befunden und man sei daher nicht zu einem eigenständigen Genre gekommen. Damals, in den 50er und 60er Jahren sei nur geklaut und kopiert worden. Dadurch habe man den Boden nachhaltig versaut. Und weiter kann man lesen: Eine kopierter Schlager sei immer schlechter als das amerikanische Original, dessen Schleimspur er hinterhersabbert.
Wir freuen uns über diese offenen Worte, von einem, der auf Autofahrten nach Sylt angeblich Musik von Charles Aznavour hört. Das ist merkwürdig: jemand, der sich für eine Radioquote zugunsten deutschsprachiger Texte im Rundfunk einsetzt, schw(h)ört selbst auf französische Texte. Hat nicht auch ein Mey gleichzeitig zu befürchten, eine neue deutsch-sprachige Schleimspur im Rundfunk zu legen und dann eben die Musik durch eine Quote zu fördern, die auch er ablehnt? Er sieht es wohl anders, wie man im Musikmarkt nachlesen kann, denn es gibt eine bunte Palette von guten deutschsprachigen Künstlern. Da ist natürlich auch was dran, denn es hat sich ja auch gezeigt, dass die Einführung einer Musikquote in Island zu phantastischen Ergebnissen geführt hat.
Positiv dagegen: Mey hat es geschafft, was der gesamten Major-Phonobranche schwer im Magen liegt. Er, Mey, kann nämlich leben von seiner Musik: Seine Konzerte seien noch immer gut besucht. Ausserdem erwerbe sein Publikum seine Musik auf reellen Wege und mache keine Raubkopien. Das ermögliche ihm, weiter zu schreiben und zu komponieren. So einfach ist das. Und hinter der Leichtigkeit der Ansicht versteckt sich in der Tat etwas Wahres. Meys Publikum scheint ihm seine Authentizität als Musik- und Lebenskünstler abzunehmen. Der Mey, der ist schon richtig, der ist präsent und man nimmt an, dass er echt ist und glaubwürdig. Es ist eben nicht einerlei, wie Musik auftritt im Zusammenhang mit denen, die sie hören.
Noch mehr Tiefgründiges könnte der gelegentliche Logbuch-Besucher in der taktlos-Sendung Schlager Ost/ Schlager West nachhören. Zu Gast waren unter anderem Frank Schöbel und Michael Holm (Schlagertexte zum Teil nahe am Rinderwahn).
M. Hufner
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„Die mehr als 500 DMV-Mitglieder seien bereit, GermanSounds zu helfen, damit eine kreative Offensive für deutsche Produkte im Ausland schnell konkrete Formen annehmen kann.“ So liest mans in der musikwoche. Der Deutsche Musikverleger Verband legt los und mutet sich etwas zu, was man ihm beim besten Willen bisher noch nicht als Attribut zuzuschreiben mochte: „Kreativität“.
Der Handlungsbedarf scheint ja auch immens. Denn „GermanSounds“ exportiert, was das „Deutsche Musikexportbüro“ angeblich nie tat, Musik. So unklar die Situation zwischen beiden Büros ist, die etablierte Musikszene schießt sich auf „Deutsche Klänge“ ein. Wer zu spät kommt, steht doof da, wer aufs falsche Pferd setzt auch. Daher eine Offensive der Kreativität. Das klingt freilich vollkommen danach, als ob jemand ein brennendes Streichholz in eine Wassertonne wirft. Zisch – das wars.
Helmut Lachenmanns „deutsche Produkte“ innerhalb dieser Offensive? Der wird seinen Spaß haben. Was, man kennt Lachenmann etwa nicht? Die englische Wikipedia kennt ihn. Der scheint eher eine Offensive in Deutschland nötig zu haben.
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„Die Hintergehbarkeit der Sprache ist nur um den Preis möglich, daß der Schluß nicht schließt.” So zu lesen in dem Beitrag zu einer Festschrift unter dem Titel: “Über einige transzendentale und einige dialektische ‘Implikationen’ der formalen Logik.”
Davon verstehe ich nicht viel. Mich deucht nur ein Grobes, von dem zu ahnen, was Liebrucks 1971 verfasst hat. Denn er kommt gegen Ende des Artikels zu sehr schönen Formulierungen:
„Die Schätze der Tradition können wir nicht wegwerfen, ohne sie zu heben. In jedem Erkenntnisakt findet Abschied statt. Der Abschied von der Tradition besteht darin, daß man sich ihr zuwendet.” (S. 15)
Das klingt furchtbar dialektisch und daher ziemlich klug oder eben auch ziemlich banal. Nun, Liebrucks ging wohl von der Frage aus, wie und ob “formale” Logik, so sie in Sprache tritt auf nur formale Aspekte zurückführbar ist. Ist George W. Bush ein Problem der „formalen Lofik”? Eben.
“Die Reduktion der Logik auf ihr formales Moment faßt Sprache als Inbegriff von Operationen und Zeichen oder Handlungsschemata auf und verfehlt den Erkenntnischarakter jeder Einzelsprache wie der Sprache als solcher.” (S. 14)
Liebrucks wendet sich gegen Carnap, wenn dieser „die Aufgabe eines lyrischen Gedichtes nur darin sehen [kann], ‘unsere Gefühle ausdrücken zu wollen’.” Und er erklärt: “Es ist durch den Tatbeweis aller Dichter, die den Namen verdienen, gezeigt und ausgesprochen, daß der Umkreis der schlechten Subjektivität dichterisch überschritten werden kann.” (S. 3)
Liebrucks wendet sich in dem Text gegen eine auf Formales reduzierte Annahme von Sprache, wie es sie bei Wittgenstein zum Beispiel im Tractatus findet. Die Welt ist mehr als eine Ansammlung von Tatsachen und Sachverhalten – gut, das sagt Wittgenstein auch. Nur Wittgenstein schiebt den Rest beiseite als unwissenschaftliche Gegenstände, die dann dem Mythos oder der Magie zugerechnet werden könnten. Ich selbst kann aber nicht umhin, auch den Tractatus als Sprachmagie zu verstehen. Das formal-logische dieses Textes ist auch mehr als nur das formal-logische – im billigsten Fall eben Literatur. Wenn es anders möglich gewesen wäre, hätte Wittgenstein sich einer ‘reinen’ Symbolsprache bedienen müssen. Und auch dann wäre er gescheitert.
Es gehört sich nicht und doch passierts jetzt zum ersten Mal. Eine Liste mit schönen Dingen, die sich im letzten Jahr ergeben haben. Bei Nennungen handelt es sich daher nicht zwingend um Neuheiten.
Musik
Corinne Douarre: Virages
Bernd Begemann: Rezession Baby!
the broken beats: the weather beats the rhythm
Iannis Xenakis: Persepolis Remixes Edition I
Komponisten
Leos Janacek
Maurice Ravel
Bedrich Smetana
Iannis Xenakis
Buch
Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften (Digitale Bibliothek)
Ödön von Horvath: Himmelwärts und andere Prosa
Richard Sennett: Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
14. Shell Jugend-Studie
Zeitschrift
Brand eins
Blätter für Deutsche und Internationale Politik
Bürgerrechte und Polizei
nmz – neue musikzeitung
Internet
Janko Röttgers: Mix Burn RIP
Moe’s Blog: Moe’s Blog. Leben und Lernen auf dem Web.
taktlos: das ist taktlos
Tools
Magic Mail Monitor: Spart das Downloaden von Müll
Nucleus CMS: Läuft hier
40tude dialog: Newsreader
Lokale
Café-Bar
Café-Konditorei Pernsteiner
Landshuter Hof
Top-Flopps:
Deutsche Bahn AG
MDR KULTUR im kommenden Jahr als MDR FIGARO
Adorno und die Zwölftontechnik: Buch von mir von 1995 .:. Amazon.de-Verkaufsrang 690.252
Ich – als Gast in der 70. Ausgabe von taktlos
Mein Kreislauf am Ende des Jahres
Das mal nur schnell die Situation.
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