rbb kulturradio – Das GANZE Werk
Auch Berlin-Brandenburg hat jetzt eine Initiative: Das GANZE Werk gibts auch dort. Aber so ganz glücklich macht mich das nicht. Ich war bei der Podiumsveranstaltung mit dabei. Sicher, es war alles sehr freundlich, aber die Argumente wurden doch einigermaßen unsauber. Herr Trojahn vom Deutschen Komponistenverband beklagte, dass junge Komponisten kaum wertungsrelevante Punkte bei der GEMA bekämen, weil ihre Werke im Funk zu wenig gespielt würden. Aber bei der GEMA wäre das nunmal wichtig, um höhere EInnahmen zu generieren. Herr Trojahn, ich mag sie, aber das ist doch Klimbim jetzt. Dafür kann der Funk wenig, wenn das Wertungsschema der GEMA kränkelt. Macht bei der GEMA eben andere Punkte bedeutsam. Bald ist doch Vollversammlung. Aber mit Kulturradio hat das wenig zu tun.
Und überhaupt die neue Musik. Und die alte Musik. Da saßen Frau Dr. Nauck von den Positionen und Herr Eichhorn von der alten Musik und beklagten, dass zu wenig davon zu hören ist in Berlin. Manchmal möchte ich sagen, Gottseidank. Haben die Herrschaften schon einmal das Concerto Bavarese vom Bayerischen Rundfunk genossen? War früher mal nachmittags, jetzt ist es kurz um Mitternnacht rum. Das schadet nichts. Ich fürchte nur, wenn man euch Podiumsleute mal machen lassen würde, es wäre rein gar nichts gewonnen, was Kultur-Radio wäre.
Karsten Witt, früher mal Konzerthaus-Chef aus Wien und Manager des Ensemble Modern, meinte, er höre sowieso nur DRadio und DLF, seine Kinder hörten schon gleich gar nichts mehr im Radio. Alles ändert sich eben. Ja, das hat was, aber was soll das am Ende heißen: Soll es heißen, macht doch was ihr wollt? Dann aber kann man ja durchaus „abspruchsvolles“ Radio machen. Wobei, das zu definieren, fällt schwer.
Zur Situation der Initiative beim RBB bin ich eher skeptisch. Da mischen viele Leute mit, die schon ganz genaue Ziele damit verfolgen. Und jemanden wie Quasthoff zum Unterstützer zu haben, da weiß ich nicht, ob einen das freuen sollte. Da ist mit die „alte“ Initiative schon sehr viel sympathischer, mit dem Theodor Clostermann, der sehr genau analysiert und sehr frei ist von irgendwelchen Interessegemengen.
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