Versteigerung von Musiknutzungsrechten

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Heute in der Mailpost. Da versteigert einer einen Popsong mit interessanten Nebenaspekten.

Am Dienstag, den 30.Mai, 14 Uhr MESZ, beginnt auf E-Bay Deutschland die weltweit erste Versteigerung von Nutzungsrechten eines Musiktitels. Der Höchstbietende erwirbt die Rechte zur deutschlandweiten Vermarktung des Titels über sämtliche Vertriebskanäle – CD, Internet, Mobiltelefone, Klingeltöne, Film und Fernsehen, Werbung – für einen Zeitraum von 5 Jahren.

Der Verwerter hat die Möglichkeit, den bereits produzierten Titel zu vermarkten oder ihn neu aufzunehmen. Er darf dabei auch den Text verändern oder übersetzen. Da der Autor keine Rechte an die GEMA abgetreten hat, gehen alle Brutto-Einnahmen, die der Titel generiert, für den genannten Zeitraum an den Verwerter. Er hat damit auch das Recht, Cover-Versionen zu lizensieren. Alle Abmachungen sind detailliert in einem Vertrag geregelt, der über die unten genannte Kontaktadresse angefragt werden kann.

Die Idee, Verwertungsrechte für einen Pauschalbetrag zeitlich begrenzt zu übertragen, könnte ein Zukunftmodell für die Beziehung zwischen unabhängigen Autoren und Songwritern einerseits und Musik-Vermarktungsfirmen oder Content-Anbietern anderseits darstellen.

Links
– Eine Hörprobe des Titels findet sich unter http://www.myspace.com/lusiol
– Die E-Bay Auktion findet sich unter http://www.ebay.de. Artikelnummer: 4887358142
– Für interessierte Bieter steht die folgende Kontaktmöglichkeit zur Verfügung: pocke.bieter (at) gmail.com

Presse-Information
Matthias Jung
Mougins, Frankreich
pocke.info (at) gmail.com

Das ist ganz erstaunlich. Das Startgebot liegt übrigens bei 10.000 Euro, Sofortkaufen kann man für 100.000 Euro. „Die Pocke ist drin“ ist so etwas wie ein Fussballsong. Keine besonders exklusive Musik, keine bedeutende Abweichung vom Schema, eher Mainstream. Aber alles ist eben fertig. Den hinter der Auktion liegenden Nutzungsvertrag habe ich nur überflogen, das können Rechtsanwälte besser beurteilen.

Was nun doch so erstaunlich ist an dieser Geschichte: Ein Komponist/Texter übernimmt jenseits von der [[GEMA]] seine Rechte hier wahr. Die Sache ist nicht frei, die Sache ist nicht [[Creative Commons]], die Sache ist nicht billig (bestenfalls günstig). Wer also sollte mitbieten? Bestenfalls jemand, der das nötige Geld hat und das Potential dieses Songs sieht (sofern vorhanden). Oder jemand Böses, der dies auch sieht, aber will, dass dieser Song die nächsten fünf Jahre nicht genutzt wird.

Und dieser Vorgang ist auch interessant, weil er offen zu erkennen gibt, was so ein Stück Wert sein soll — für fünf Jahre wenigstens. Mich hat das Startgebot zunächst überrascht, dann aber zählt man 1 und 1 zusammen. Komposition, Arrangement, Aufnahme — alles in Studioqualität (glaub ich). Da schlagen die Kosten dann doch zu, so dass die Grundkosten (plus künstlerisches Honorar) mindestens drin sind.

Ob das Schule machen wird? Muss ich mal nachverfolgen.

Nachtrag: Standort des Titels: Mougins, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich – keine schlechte Wahl. Und der Song ist angeblich neu. Lustiger wärs, er wäre ein Plagiat. Aber dieser Vorwurf könnte natürlich kommen, berechtigter- oder unberechtigter Weise.
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Gruß

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Es schweben die Teilchen Beim Schreiten im Land. Bleibt man stehen, Ist man umweht. Manches mal Scheint nichts mehr zu gehen. Und dann geht es doch.

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Revolution des Unsinns

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Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose „bare Zahlung“. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.

Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.

(…) Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. (…) Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.

[Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei]

Das ist wirklich noch Prosa. Das sitzt. Das ist wie Musik. Bei Einbruch der Nüchternheit verschwindet aller Zauber.

Aber will man das eine, wenn das andere zugleich etwas ausblendet, was ja nicht zur Gänze nur Quatsch ist. Max Weber hat den gleichen Prozess unter dem Aspekt fortschreitender Rationalisierung gesehen, auch Kant hat den Aspekt der Aufklärung darin angesiedelt. Erst wenn der Dunst sich verzieht und die Beziehungen rational werden, lässt darüber sich nachdenken, rational nämlich und nicht auf Anderes verweisend.

Nietzsche hat dies auch wahrgenommen, aber auch darauf hingewiesen, was auf diesem Wege verschwindet. Einerseits, dass diese neue Nüchternheit selbst Züge der Fatalität trägt, selbst also zu einer neuen Unhinterfragbarkeit wird. Die aber entkleidet bleibt von allem Außerordentlichen, Abwegigem, von Unerwartetem, vom Ungenauen. Von eigentlich allem, was man unter Kunst, Kreativität und Liebe ansehen könnte.

Mir persönlich geht es so, wenn sich persönliche Aspekte und Fragen mit objektiven und rationalen zudecken. Das ist häufig dann der Fall, wenn sich nüchterne mit unnüchternen Empfindungen deckeln. Als junger Student hatte ich so ein Problem sehr früh damit, als jemand erwähnte. bei Komponisten vor 1700 könne man fast noch nicht von Komponisten sprechen. Ich meinte, das könne man doch nicht sagen, die wären doch auch Personen oder gar Persönlichkeiten, also Individualitäten gewesen. Ist nicht wahr, meinte in gewisser Hinsicht Ludiwg Finscher:

Die These, Individualität als Personalstil habe sich in der Musik im Zeichen der beginnenden kapitalistischen Marktwirtschaft, unter dem Druck des Konkurrenzprinzips und mit gleichsam marktkonformen Mitteln entfaltet, mag befremdlich klingen, scheint aber der historischen Wahrheit nahezukommen. Finscher, Ludwig: Die ‘Entstehung des Komponisten’, Irasm 1975, VI/1, S. 44.

Was heißt es dann aber für das Individuum, wenn es andererseits zum Lohnarbeiter wird. Wo wann wie ist die goldene Zeit dazwischen, als das eine nicht mehr war und das andere noch nicht durchgesetztes Prinzip? Macht dies dann die quasi überzeitliche Qualität vielleicht eines Ludwig van Beethoven aus. Oder die eines Schönberg, der eben sich zwar ungewollt, vom Markt notwendigerweise entfernen musste?

Was heißt es, wenn man sich selbst nicht mehr selbst als Zweck empfindet sondern nur noch in einem Zweckzusammenhang? Momentan weiß ich das nicht, häufig weiß ich das nicht. Aber dies stimmt mich nicht gerade fröhlich. Welche Entscheidung gehört einem selbst dann überhaupt noch?
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Kriterien

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erfüllt Semmel auch nicht! Welche, frage ich mich. Könnte glatt zum Kulturrätsel taugen.

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Der Rest

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!~~1/2006-05-yellow.jpg|Dultpassion~~! Wartungsarbeiten ohne Not und ohne Grund.

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Film

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Nach „Iwans Kindheit“ von [[Tarkowski]]j und Elim [[Klimow]]s „Geh und sieh (dir das an)“ kannste all den amerikanischen Klimbim in die Tonne treten. Hat man natürlich früher auch schon können.

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Usability

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