taktlos 111: Schnelle Brüter

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Die Reformen im Zeichen von Bologna haben auch den Kunsthochschulbereich erreicht. Wenn man sich so die Meinungen der Rektoren und Präsidenten anhört, war dies eine gute Entwicklung. In der Tat sind die Tanker der Hochschulen in Bewegung geraten. Aber wenn man es sich genau anhört, dann wirkt es, als wäre der Neustrukturierungsbereich allein dazu da, etwas zu bewegen, was sonst nie in Bewegung gekommen wäre. Die Musikhochschulen sind tatsächlich verkrustet und Änderungen innerhalb des Systems mussten als äußerst schwierig erscheinen.

Der Bologna-Prozess hat da rein formalistisch gewirkt. Bewegung wurde initiiert. Aber ob dies eine wirklich positive Neuordnung zur Folge haben wird, scheint längst nicht ausgemacht. Eine Struktur wurde ersetzt durch eine eigentlich noch viel Repressivere. Die Chance, etwas grundlegend Neues zu machen, ist vertan.
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… Notwendigkeit der Annahme eines eigenständigen Paradigmas …

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Lyrik eines Romanisten, der das Seminar für Musikenthnologie der FU Berlin zum Teufel jagen möchte. [via KIZ]

Aus für die Vergleichende Musikwissenschaft an der FU Berlin? – „ … wir haben andere Probleme als die Musikethnologie,“ wird der Vize-Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Hempfer (seines Zeichens Romanist), im Berliner Tagesspiegel zitiert. Beabsichtigt ist die Auflösung des Seminars für vergleichende Musikwissenschaft, welches in Deutschland einzigartig ist. Seine Tradition weist zurück auf die Anfänge der Musikwissenschaft in Deutschland überhaupt und ist verknüpft mit Namen wie Curt Sachs und Erich von Hornbostel. Heute ist dies das einzige deutsche Universitäts-Institut, an dem Musikethnologie unabhängig und mit einem vollständigen Studiengang existiert. Die Entscheidungen des Präsidenten beziehen sich auf eine fehlerhafte Evaluierung im Jahr 2002. Durch den unvorhergesehenen Tod von Josef Kuckertz 1995, verlor das Institut zwei Lehrstühle. Sieben Jahre lang konnte das Institut durch Vakanzvertretungen gerade noch am Leben erhalten werden, bis sich die Freie Universität im März 2003 dazu entschloss, die Professur der Vergleichenden Musikwissenschaft durch die Berufung von Dr. Gert-Matthias Wegner wiederzubeleben. „Und jetzt, da das Institut gerade beginnt sich zu entwickeln und eine gößere Zahl von Studenten anzieht, läutet der Präsident die Totenglocke für das Institut, in dem er diese Entscheidung der Öffentlichkeit präsentiert,“ meint Wegner dazu und führt weiter aus: „Die Streichung der Musikwissenschaft mit insgesamt zwei Professuren (Musikwissenschaft und Musikethnologie) stellt eine im Vergleich unverhältnimäßig geringe finanzielle Einsparung dar. Anscheinend will der Präsident ein Exempel statuieren und durch die Zahl der geschlossenen Institute seine Verdienste um die öffentlichen Finanzen ins rechte Licht rücken.“ MH
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