Ludwig van Tasie (1968)



Ein ganz unulkiges Beispiel der musikalischen Kontroversenkultur aus dem Jahr 1968. Made in Germany, auf der linken Westentasche. Allein schon der erste Blick von Heinz-Klaus Metzger in die Kamera ist von unwiederholbarer Tiefe. Völlig am Thema vorbei gegangen sind die Herren dort in Bezug auf die Erfindung des Mondes, die wir Beethoven zu danken haben.

In diesem Video steckt mehr drin, als man rausholen kann. Unter anderem angenehmer Raucherhusten. Regie (vermutlich): Vicco von Bülow. Man beachte auch die ausgeklügelte Kameraführung, die ein toller Kommentar zum gesprochenen Wort abgibt.

Ich brauche jetzt erst einmal ein Berlioz-Würstchen zum Verknurpseln. Schön zäh und zadderig.

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Holger Kurtz (@mmauvs)

    “Karajan dirigiert das Orchester und nicht die Partitur”
    schöner Satz, aber was soll das denn konkret bedeuten?

    1. Martin Hufner

      Damit ist gemeint, er orientiert sich nicht am Werk selbst, sondern seiner durch ihn, Karajan, gebildeten Erscheinung. Übertrieben gesagt, es erklingt nicht Beethoven sondern Karajan.

Die Kommentare sind geschlossen.