Timothée Chalamet – Oper verrecke

Stöckchen, ich muss mal hopsen. Der Timothée Chalamet soll gesagt haben

„Dinge, bei denen man sagt, ‘Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert’“ (Quelle)

Ich verstehe die Aufregung nicht. Er sagt, dass man die Sache am Leben erhalten soll, obwohl sich niemand dafür interessiere (so seine Sicht). Das ist doch sympathisch! Und zwar wie, egal, ob die Beobachtung stimmt oder nicht. Sie stimmt natürlich nicht, die Bayerische Staatsoper kann sich gar nicht vor Interesse schützen: 99 Prozent Auslastung.

Aber unser Meisterdenker Wolfram Wiegehtsnurweiter fühlt sich herausgefordert, nachdem er zunächst erst mal den Verarschungsschutz anfragte, wer dieser Timothée Chalamet wohl sei, und ob er vielleicht sogar so etwas gesagt habe wie: „Oper verrecke!“.

Offenbar nicht, heißt es aus Bonn.

Okay. Und wenn schon nicht Weltmeister im Eishockey oder Männer-Fussball, wenn schon nicht Spitzenreiter in Bildung und Sozialstruktur, dafür sind wir neben Prollpolitik auch bei Orchestern, Opernhäusern udn großartigen Tanzensembles „Weltmarktführer“. Endlich! Der Weltmarkt hat quasi Superangst vor der deutschen „Kultur über alles“.

„Wer Ballett oder Oper nicht hautnah und live erlebt hat, kann auch mal daneben liegen”, sagte Weimer der „Rheinischen Post“. Weimer ergänzte: „Deutschland ist quasi Weltmarktführer bei Orchestern, Opernhäusern und großartigen Tanzensembles.“ (Gleiche Quelle)

Wir sind auf jeden Fall in der Spitzengruppe in Sachen Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Wo auf der Welt gibt es das schon? Man kann schließlich die Spitzengruppe auch in Richtung Abgesangsszenen anführen. Wolfram Weimer wird bleiben, Oper wird bleiben, Timothée Chalamet wird bleiben. Und das ist in einem Fall nicht gut so.


Heute Todestag von Alexander Zemlinsky. Geile Musik!

Interessiert auch keinen oder wenigstens, ich weiß es, einen neben mir, sollte aber erhalten bleiben. Unbedingt. Danke Timothée Chalamet.

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der huflaikhan

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