Musikvermittlungs-Blues (Masse und Individuum)

Einen der ersten großen Musikalisierungsversuche ist durchs Fernsehen der DDR dokumentiert worden. 1983 füllte man sich mit Musik die Arenen und man verfolgte damit ein ehrgeiziges Ziel.

Getarnt war dies als Sportveranstaltung, in Wirklichkeit wurden hier Musikmanager ausgebildet. Und Intendanten aller künftigen Rundfunkanstalten. Es passt alles so wunderbar zusammen. Mitreißend gestaltet, so sozialistisch, so frisch, so aufgeklärt.

Nein, ernsthaft, Musikmachen geht anders.

Der Gitarrist Joseph Spence von den Bahamas zeigt, wie man komplett flexibel in Ton und Text umherfliegt. Aber das kann man natürlich nicht so massenhaft in Gestalt bringen. Für den Vermittlungserfolg ist aber Masse notwendig. Ganze Fussballstadien müssen am besten singen, was früher Gotthilf Fischer war zu Trimm-Dich-Fit-Zeiten sind heute zusammengekarrte Chormassen – notfalls ein ganze Internet wie bei Whitacre; heute ist man eben Fit-For-Fun.

Klingt gut.

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.