Mythen des Wohnzimmerschranks

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Gegenstände, die man kennt seit der Kindheit, die irgendwo aufbewahrt werden, einmal gar im Einsatz waren, die nun aber bestenfalls dekorative Zwecke erfüllen. Dennoch aufgeladen. Hier eine Kollektion aus drei sternförmigen Kerzenständern. Als Waffe ungeeignet, da Verletzungsgefahr für Nutzer zu groß ist. Hilft sicher auch beim Verkratzen von Holz- und selbst Glastischen. Aber sie funkeln im dunkeln noch feiner als im Hellen.

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Hermeneutik

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„Das ist Internet ist kein rechtsfreier Raum.“

Ist es nicht. Aber es gibt Raubritter des Rechts für die gilt, dass man mit dem Recht auch zu unrecht Recht bekommt. Das ist die Freiheit des Rechts, es sich zu nehmen, egal ob ein tatsächlicher Rechtanspruch besteht oder dieser jedoch sehr zweifelhaft ist.

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Denn Recht haben und Recht bekommen (können) sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Und so gilt, übrigens wie auch sonst im Leben, es ist ein Raum frei von Gerechtigkeit, darum aber keineswegs ein freier Raum. Sondern bestimmt durch die Absenz von Schutz gegenüber Unrecht. Auch das wie im ganz gewöhnlichen Leben. Und wie im ungewöhnlichen Leben.

Vielleicht macht sich auch noch die Wirtschaft daran, sich zu orientieren an den Auszahlungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter und Verfolgten des NS-Regimes. Ein erschreckende Übersicht (als pdf). Zwangsarbeit muss sich wieder lohnen, nicht wahr.

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ist ein echtes Ruhmesblatt deutscher Politik unter Gerhard Schröder. Ein Vorbild für heutige Arbeitsmarktpolitik, vielleicht.

Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.
Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn und danket ihm und preiset seine Heiligkeit.

BWV 195
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BWV 146

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„Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen.“ Die zwei Richtungen. -- Versuchen wir den Spiegel an sich zu betrachten, so entdecken wir endlich nichts als Dinge auf ihm. Wollen wir die Dinge fassen, so kommen wir zuletzt wieder auf nichts als auf den Spiegel. -- Dies ist die allgemeinste Geschichte der Erkenntnis. [Friedrich Nietzsche: Werke und Briefe: Viertes Buch. Friedrich Nietzsche: Werke, S. 5649 (vgl. Nietzsche-W Bd. 1, S. 1172) (c)…

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Der Brillenputzer vom Bahnhof Zoo

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Da ich ausnahmsweise heute etwas früher am Bahnhof an Berlin Zoologischem Garten war, beschaffte ich mir schnell eine neue c’t und die Berliner Zeitung (solange es sie noch so gibt). Auf dem Weg zum Bahnsteig gibt es dann eine Zwischenetage. Schon früher fiel mir ein Mann mit Verkaufsstand auf. Meistens halte ich da Abstand, um ja nur nicht in ein Gespräch verwickelt zu werden. Oder sogar in ein Verkaufsgespräch.

Der Mann fällt mir schon seit einiger Zeit auf. Er steht da mit seinen Tischen und seinen Fläschchen und putzt Brillen. Brillenträger, der ich bin, nahm ich dieses Mal, ich hatte ja Zeit, den kürzeren Weg, dicht an ihm vorbei — also den längeren. Er bat mich freundlich um die Brille, die er auch als verschmutzt ausmachte beim Durchschauen. Er putzte sie und erzählte mir etwas von biologischen Sachen. Er hauchte auf sie drauf, um mir klar zu machen, jetzt gibt es keinen Beschlag mehr. Ein Wundermittel. Und sauber macht es auch noch.

So ein Fläschchen wollte er mir dann auch verkaufen. 19, 90 Euro und hält anderthalb Jahre. Und ausnahmsweise und nur für mich, zwei zum Preis von einem. Nun ja, das sind immer noch 40 Mark etwa und umgerechnet, da bekommt man schon eine Sporthose für. Aber: Das Kunststoffglas war sauber.

Trotzdem lehnte ich ab. Er fragte zurück, weshalb ich ablehnte, vielleicht wegen des Preises. Ja, gab ich zurück. Also dann für 10 Euro nur eine Flasche. Das schien mir doch einigermaßen logisch und aufrichtig. Ich willigte ein und erwarb das Wundermittel. Für Schmuck solle es auch wirken, sagte er noch, das wäre doch etwas für meine Frau. Na klar.

Im Zug stellte ich mir die Frage, ob nicht 10 Euro für ein Putzmittel auch etwas happig sei. Nun, der Stand kostet ja auch etwas und Personalkosten fallen auch an. Eigentlich sogar günstig das Zeug. So gesehen.

Aber doch ein anderes Argument fiel mir ein. Auch später kann ich guten Gewissens seine Putzdienste am Bahnhof Zoo annehmen und sagen, dass ich sein Produkt schon besitze. Klar, ich könnte auch zum Optiker meiner Wahl gehen, aber das ist nicht das Gleiche. Mit klaren Brillengläsern die c’t und die Berliner Zeitung zu lesen auf einer langweiligen Zugfahrt durch Ostdeutschland und Bayern, das hat auch seinen Reiz.

Ich hoffe, er macht noch gute Geschäfte, dieser Mann in der Zwischenetage des Bahnhof Zoo. Ich gönne es ihm ganz aufrichtig, auch wenn ich es nicht gerne habe, wenn fremde Menschen mir auf meine Brille hauchen.
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Brigitte und das Wort des Monats

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Hat es in die Top 10 geschafft: „Negativ multiplizieren“ — ein ausgezeichnetes Mittel bei Bildbearbeitung. Wird zum geflügelten Wort werden.

Dagegen ärgerlich die „Brigitte“, ja diese Frauenzeitschift aus dem Hause Frosta, oder sonst einem Werbetreibenden. Journalismus ist eben doch sehr käuflich, das zeigt die aktuelle Ausgabe. Da geht es um — natürlich — Diät. Und es gibt Vorschläge, wie man die durchführen kann und am Ende steht dann, dass man ein paar Gerichte auch bei Frosta bestellen kann und dass die da ohne Glutamat arbeiten. Löblich irgendwie, aber einen solchen redaktionellen Aufriss zu machen, nur wegen der Frosta-Werbung. Im öffentlich-rechtlichen Bereich wäre das eine astreine Schleichwerbung, im privaten Print-Bereich ist so etwas beschämend. Das steht natürlich unter der Titelzeile Brigitte-Diät.

Das geht ja noch weiter. Eine Homestory über eine Frau, die eine hübsche Wohnung hat mit hübschen Möbeln und die erfolgreich ist und mittlerweile Verlegerin und in ihrem schicken Büro eine gute Figur macht. Schön, aber am Ende auch hier der Verdacht einer Schleichwerbung, denn die Produkte dieser Frau werden abschließend ausführlich gewürdigt. Ja, toll sind die Sachen vielleicht ja sogar. Doch der Eindruck bleibt, es geht nicht um den Sekretär, der viele Umzüge mitgemacht haben soll, sondern darum, dass die junge Frau zahlreiche neue Kunden bekommt. Das will ich ihr ja auch von Herzen gönnen, soll sie haben.
Mein Wohnstil: mit Fundstücken und Büchern. Anna S. ist eine Expertin für feine Inszenierungen. … Privat lebt die Hamburgerin* in ihrer behaglichen Altbauwohnung umgeben von vielen Büchern, alten Möbeln und Sachen vom Flohmarkt.
Quelle: Brigitte 2/2006, S. 119

Dabei ist sie doch gebürtig aus Aachen, die Hamburgerin.

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Sozialgericht Bremen

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Sind so deppert, die da. Sozialgericht Bremen, oder Bremer Sozialgericht. Die habe tatsächlich Schisse, dass die mit dem Shopblogger verwechselt werden könnten, weil (Gründe sind das viele, aber so bekloppt, dass es peinlich wäre für das Sozialgericht Bremen). Ich denke, das Sozialgericht Bremen hat sich da einen dicken Ast gesägt, den ein anderes Sozialgericht wieder absägen muss. Die haben nichts zu tun offenbar beim Sozialgericht Bremen.

Ich möchte lieber nicht in der Nähe des Sozialgerichts Bremen wohnen. Nachher wäre denen meine Wohnung zu nahe an ihrer Behörde, und dann könnte es eine Verwechselungsgefahr geben mit dem Sozialgericht Bremen. Also wenigstens umgekehrt proportional. Behördenunsinn, totaler.

Mit Heidi Klum geht es offenbar weiter. Dabei dachte ich, die wären länsgt abgemahnt von der echten Heidi und dem Peter. Die Johanna Spyri hätte Namenrechte.

Ähem: HEIDI (Online-Katalog für das Heidelberger Bibliothekssystem und Kontoverwaltung für UB-BenutzerInnen).

Diese Rechtssachen sind immer recht unangenehm, weil ungleiche Partner gegeneinander kommen. Ein kleiner Fuzzi gegen irgendeine Firma, verteten durch einen schlecht belesenen Anwalt.

Das macht wirklich nicht mehr viel Spaß hier, wenn man nicht einmal mehr Heidi Klum und das Sozialgericht Bremen in einem Atemzug nennen darf.

Das sind mir vielleicht Marken, diese beiden.
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The Bad Plus, Suspicious Activity

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Das Klaviertrio mit Reid Anderson (b), Ethan Iverson (p) und David King (dm) legt schon die dritte Platte in schnelle Abfolge vor. Zunächst so etwas wie ein Geheimtipp für Jazzhörer, die auch unter den Sternen von Nirwana und Aphex Twin aufwuchsen, hat das Trio nun eine doch sehr klare und individuelle Klangsprache entwickelt. Artifiziell einerseits, knackig-gefetzt andererseits. Artifiziell ganz sicher Track 1 „Prehensile Dream“, ein Stück, das wie aus der Ferne Bach und Debussy einschmelzt, ätherisch und zur Mitte hin exzessiv krachig. Track 3 „Let Our Garden Grow“ ist eine Unisono-Etüde aus, wie es scheint, Kindergartenmusikmaterial, die in ein funkendes „The empire strikes back“ übergeht.

Die CD insgesamt wirkt konzeptionell, durchkomponiert in einem durchaus strengen musikalischen Sinne:Das Musizieren als (Jazz)Trio scheint insgesamt selbst zu einer „suspicious activity“ zu gravitieren. Eine Erhöhung geradezu unverschämtester Art, nämlich selbstverständlich und ohne jene kurvige Wehleidigkeit wie die des Rezensenten. Ach, einfach dem saftig-rauschenden Bass in Track 9 „Chariots Of Fire“ nachlaufen, -tanzen, -schleichen, -horchen und dann bei „Forces“ erschöpft wegnicken.
The Bad Plus, Suspicious Activity
SonyBMG 82876 74188 2

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Zielgruppengenau

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Blitzeis gestern auch in Berlin. Teilweise, jedenfalls da und dort. Und Informationen sammeln im Internet. Zum Beispiel unter www.weter.de

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